Was ist ein “Eltern-Burnout”?
Den Begriff Burnout kennt man aus der Berufswelt. Er bezieht sich auf Menschen, die ausgebrannt sind, auf Mitarbeiter, die mal Feuer und Flamme für ihren Beruf waren, schließlich überlastet und enttäuscht einen Zusammenbruch erleiden. Bettina Mähler und Peter Musall behaupten nun in ihrem neuen Buch “Eltern-Burnout - Wege aus dem Familienstress”: Das kann auch Mama und Papa passieren. Denn die Familie, so die Autoren, ist ein Arbeitsplatz. An dem wird gelitten, gestritten und gestresst wie im wirklichen Berufsleben. Also drohe auch Eltern ein Burnout - weil schreiende Kinder die Alten auch Nachts nicht zur Ruhe kommen lassen, weil die Kleinen häufig krank sind oder der Partner sich nicht an den häuslichen Pflichten beteiligt. Und vor allem: weil Eltern sich das Familienleben häufig rosarot ausmalen und hinterher von der rauen Realtität überrollt werden. Ergebnis: Stress, Ermüdung, Burnout.
Ja, das Elternsein bedeutet manchmal auch Stress. Einige Exemplare der Gattung Mutter (manchmal auch Vater) kommen mit der ganzen Verantwortung, schwierigen Kindern und überhaupt mit ihrem Leben nicht zurecht. Sie sind überfordert und brauchen professionelle Hilfe. Das ist nichts Neues.
Mähler und Musall aber erklären die Familie schlechthin zum potenziellen Krankheitsfall - für die sie als Experten aus dem Bereich der Elternarbeit die richtige Therapie parat haben. Ihre 18 so genannten “Haltepunkte” sollen den elterlichen Burnout abwenden. Darunter finden sich so kluge Ratschläge wie sich mal Zeit für Freunde und Hobbys zu nehmen (ohne Kinder!), den nervigen Kleinen Grenzen zu setzen oder dass Eltern nur dann erfolgreich erziehen können, wenn sie an einem Strang ziehen. Hat man alles schon mal gehört, oder? Nur vom Eltern-Burnout bislang noch nicht. Das sollte auch so bleiben.
Bettina Mähler, Peter Musall: Eltern-Burnout - Wege aus dem Familienstress; 192 Seiten, rororo, 8,90 Euro
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