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TV-Konsum bei Kindern: Weniger ist mehr

TV-Konsum bei Kindern: Weniger ist mehr

Sind sie besorgt, weil Ihr Nachwuchs zu viel fernsieht? Bleiben Sie entspannt: Kinder interessieren sich immer weniger für herkömmliches TV.

Ab welchem Alter dürfen Kinder vor den Fernseher? Wie lange sollten sie maximal vor dem Bildschirm sitzen? Sollten sich Eltern bei der Auswahl des Programms einmischen? Das sind Fragen, die viele Eltern beschäftigen – und auf die Experten immer wieder verschiedene Antworten geben.

Nach Angaben des Statistikportals Statista verbrachten Kinder zwischen 3 und 13 Jahren im Jahr 2014 durchschnittlich 88 Minuten am Tag vor dem Fernseher. Schon die Jüngsten, die Gruppe der 3 bis 5-Jährigen, brachten es auf 72 Minuten. Ist das zu viel für kleine Augen?

Sinkender TV-Konsum bei Kindern

Einige Experten halten in dieser Altersgruppe eine tägliche Sehdauer von maximal 30 Minuten für vertretbar. Zwischen pädagogischem Rat und und Realität klafft also eine ziemlich große Lücke. Fakt ist aber auch: In den letzten Jahren sank der tägliche Fernsehkonsum junger TV-Zuschauer kontinuierlich: 2011 hingen die Kids von 3 bis 13 Jahren noch 93 Minuten am Tag vor der Glotze.

Gleichzeitig wuchs die Zahl der TV-Inhalte, etwa durch Streamingdienste und Video-on-Demand-Angebote. Klar, dass insbesondere ältere Kinder längst einen beträchtlichen Teil ihres Medienkonsums per Smartphone, Tablet oder PC erledigen, etwa um YouTube-Videos zu anzuschauen. Vielleicht hängt die sinkende TV-Nutzung der Kinder aber auch mit der zunehmenden Verbreitung neuer TV-Angebote zusammen.

Video-on-Demand: erleichtert den Familienalltag

Deutschlands größte Online-Videothek Maxdome hat das Mediennutzungsverhalten und speziell die Video-on-Demand-Nutzung von Kindern und Familien untersucht. Knapp 2000 Maxdome-Kunden mit Kindern beteiligten sich an einer Umfrage. Die Teilnehmer werteten Video-on-Demand positiv für den Medienkonsum ihrer Kinder und empfanden das Fernsehen auf Abruf als Erleichterung im Familienalltag. Knapp 50 Prozent der Befragten nutzen Video-on-Demand, weil die Kinder auf diese Weise nicht unbeaufsichtigt durch das Programm zappen.

Die große Mehrheit der befragten Eltern (73 Prozent) sucht gezielt Formate aus – 40 Prozent entscheiden sich dabei bewusst für Inhalte, die sie für geeignet und pädagogisch wertvoll halten. Sitzt die ganze Familie gemeinsam vor dem Bildschirm, sind Kinderfilme (84 Prozent), Kinderserien (49 Prozent) und Komödien (44 Prozent) die Favoriten.

Wie viel Zeit die Kinder dabei vor dem Fernseher verbrachten, ermittelte die Studie allerdings nicht. Sehen Kinder in Haushalten, die über einen Streaming- oder VoD-Zugang verfügen, weniger fern? Das wäre möglich – wer solche Dienste nutzt, muss auf jeden Fall eine bewusste Auswahl treffen und kann sich nicht so ohne Weiteres stundenlang durchs Programm hangeln. Vielleicht ist das eine beruhigende Perspektive für Eltern, denen Art und Umfang des TV-Konsum ihrer Kinder nicht ganz geheuer ist.

 

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