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Kinotipp: FAMILIE ZU VERMIETEN

Kinotipp: FAMILIE ZU VERMIETEN

Reicher, einsamer Griesgram schließt Vertrag mit alleinerziehender Blondine: Komödie mit Benoit Poelvoorde um eine Familie und das liebe Geld (Kinostart: 31. März 2016).

Violette hat eine Familie, aber kein Geld, Paul-André hat Geld, aber keine Familie. Was passiert, wenn sich beide zusammentun und ein Gemeinschaftsunternehmen gründen – also eine Familie mit Geld? Na klar, dann entstünde eine Win-Win-Situation, in der beide Partner bekommen was sie wollen. Aber so einfach ist das nicht, denn das Leben lässt sich schließlich nicht wie ein Geschäft regeln. Oder etwa doch? Das ist die Ausgangssituation in der belgisch-französischen Familienkomödie „Familie zu vermieten“.

 

Violette (Virginie Efira) hat mal wieder einen rabenschwarzen Tag erwischt: Als sie im Supermarkt beim Diebstahl ertappt wird, haut sie den Wachmann mit dem geklauten Tiefkühl-Huhn k. o. Der Fall kommt vor Gericht und ins Fernsehen. Das entgeht auch Paul-André (Benoit Poelvoorde) nicht, der sich allein in seiner düsteren Villa langweilt. Paul-André hat Millionen mit einer Software-Firma gemacht, aber sein Sozialleben vernachlässigt. Jetzt hält er die Zeit für gekommen, eine Familie zu gründen. Aber wie?

 

Um herauszufinden, ob er überhaupt familienkompatibel ist, entwickelt der Pedant einen Plan. Er schlägt Violette, die das Sorgerecht für ihre beiden Kinder zu verlieren droht, einen Deal vor: Wenn sie und ihr Nachwuchs für drei Monate seine Familie spielen, übernimmt er ihre Schulden. Violette willigt unter der Bedingung ein, dass Paul-André zu ihnen in die Bruchbude am Stadtrand zieht – den Kulturschock eines Lebens im Luxusviertel möchte sie ihren Kids nicht zumuten. Den Schock bekommt stattdessen Paul-André: Die chaotischen Lebens- und Wohnverhältnisse seiner Miet-Familie treiben den ordnungsliebenden Millionär an den Rand des Wahnsinns.

 

Ja, in „Familie zu vermieten“ treffen zwei Klischees wie aus dem Bilderbuch aufeinander: hier der schnöselige Geldsack, der sich zwar alles kaufen kann, aber keine Ahnung vom „wahren“ Leben hat, dort die prollige alleinerziehende Mutter mit dem goldenen Herzen, die nichts auf die Reihe bekommt. Das hätte leicht ins Auge gehen können, zu einfach wirkt dieses Gegensatzpaar. Aber die versierten Hauptdarsteller und einige Wendungen des munteren Drehbuchs verhindern, dass die fast märchenhafte Geschichte in glatten und berechenbaren Bahnen verläuft.

 

Benoit Poelvoorde stattet seinen griesgrämigen Millionär mit einigen Ticks und Eigenheiten aus, die immer wieder für Überraschungen sorgen. Als sich bei einem Picknick Violettes Verwandte über ihre Schwächen lustig machen, springt Paul-André seiner angeblichen Lebensgefährtin ritterlich bei. Ein Schritt, der umso mutiger wirkt, als später im Film seine schwierige Kindheit ans Licht kommt. Violette wiederum wirkt zunächst als etwas willenloses Opfer, das sich immer breitschlagen und ausnutzen lässt. Aber nach und nach entpuppt sich diese attraktive Frau nicht als Blondine vom Dienst, sondern als kluge und pragmatische Mutter – eine Rolle, die Virginie Efira mit geradezu entwaffnender Natürlichkeit spielt. Kurz: Trotz ihrer Macken sind beide Figuren grundsympathisch – so sympathisch, dass sie sogar ihre klischeebeladene Herkunft vergessen machen.

Fazit: Romantisches Wohlfühlkino mit Charme und Humor.

Kinostart: 31. März; Regie: Jean-Pierre Améris; FSK: ab 0; Länge: 97 Min.; Verleih: StudioCanal Deutschland; Link: http://www.studiocanal.de

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