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Kinotipp: BATMAN V SUPERMAN: DAWN OF JUSTICE

Kinotipp: BATMAN V SUPERMAN: DAWN OF JUSTICE

Zwei Superhelden in einem Film – und sie kämpfen auch noch gegeneinander. Kann das gutgehen? Nein! (Kinostart: 24. März 2016).

Eins und eins ergibt zwei – das gilt leider nur in der Mathematik, nicht bei einem Superheldenfilm mit zwei (gleichwertigen) Superhelden. In „Batman V Superman: Dawn of Justice“ geht die Rechnung jedenfalls nicht auf. Mögen sich Macher und Fans noch so viel davon versprochen haben, wenn der Mann mit der Maske auf den Mann aus Stahl trifft – das Ergebnis ist kein doppeltes Vergnügen, sondern halbgares Gekloppe. Der Film präsentiert die Legenden aus den DC-Comics noch dazu absolut humorfrei und nimmt sich und seine Geschichte todernst.

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Während Batman (Ben Affleck) die Gangster in Gotham City mit nicht immer ganz sauberen Methoden in Schach hält, bricht über die Nachbarstadt Metropolis eine Katastrophe herein. Alien-General Zod (Michael Shannon) legt die Stadt in Schutt und Asche. Nicht wenige Menschen glauben, dass Superman (Henry Cavill) daran mitschuldig ist, weil er seine Fehde mit dem General von seinem zerstörten Heimatplaneten Krypton auf die Erde verlegt hat.

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Einige Monate später kommt es bei einem Interview der Reporterin Lois Lane (Amy Adams) in einem afrikanischen Krisengebiet zu einer folgenschweren Schießerei. Superman rettet Lois, aber es gibt viele Tote und eine Menge Fragen. Der gottgleiche Superheld soll sich schließlich sogar vor einem Senatsausschuss verantworten, nicht zuletzt, weil der ehrgeizige Jung-Unternehmer Lex Luthor Jr. (übertrieben irre: Jesse Eisenberg) seinen Einfluss geltend gemacht hat. Batman ist Supermans überirdische Macht ebenfalls ein Dorn im Auge …

Es dauert etwa ein Stunde, bis die Konfrontation zwischen Batman und Supermann endlich handfeste Formen annimmt. Bis dahin vertrödelt der Film jede Menge Zeit mit langatmigen Rückblenden, irren Alptraum-Sequenzen, Nebenfiguren und ganz viel Gerede. Warum aus dem jungen Bruce Wayne Batman wurde – in diesem Film erfahren wir es zum hundertsten Mal. Ben Affleck macht zwar als Superheld mit Selbstzweifeln keine schlechte Figur, aber die bleierne Trägheit eines letztlich längst zu Ende erzählten Charakters kann auch er nicht abschütteln. Seine Wut auf den Kollegen Superman ist nicht überzeugend. Farbe hätte seine Figur vielleicht im Zusammenspiel mit dem neuen, verjüngten „Alfred“ Jeremy Irons gewinnen können, aber der taucht nur für wenige Minuten auf.

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Batmans Gegenspieler Superman wiederum ist ein noch schwierigerer Fall: Henry Cavill schafft es, den ganzen Film mit etwa zweieinhalb Gesichtsausdrücken auszukommen. Nun mag der Stählerne als Außerirdischer wenig Menschliches an sich haben, aber zumindest in seiner Zivil-Rolle als Clark Kent hatte der Supertyp in frühen Filmen weitaus mehr zu bieten. Noch dazu, wo es ihm hier erstmals an den Kragen zu gehen scheint. Aber die durchaus berechtigten Zweifel an Superman als unkontrollierbarem Übermenschen lassen ihn völlig kalt. Die Anschuldigungen quittiert er mit einem Achselzucken. Was ihn antreibt, was hinter seiner glatten Fassade vorgeht – bleibt ein Geheimnis. Der Film bemüht sich immer wieder, das mit psychologisierenden Rückblenden zu kaschieren.

Und weil weder Superheld eins noch Superheld zwei stimmig rüberkommen oder Sympathie-Punkte sammeln können, bleibt auch die direkte Konfrontation der beiden eine lauwarme Angelegenheit. Batman und Superman geben sich zwar ordentlich, Mann gegen Mann, auf die Glocke, aber der Kampf endet abrupt – mit einer der lächerlichsten Szenen, die lange in einem Superhelden-Film zu sehen war. Stichwort: Mutterkomplex.

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Was folgt, ist ein Action-Gewitter, das nichts auslässt und an allen Ecken und Enden übertreibt. Ein kleiner Lichtblick ist Wonder Woman (Gal Gadot), die nicht nur in den Endkampf eingreift, sondern auch in einigen kurzen Szenen zuvor das Bild einer wirklich interessanten Superfrau entwirft. Insgesamt wirkt „Batman V Superman“, als hätte Regisseur Jack Snyder wenig Mühe auf das Drehbuch verschwendet, die Hauptdarsteller vor der Kamera allein gelassen und sich statt dessen auf Action und stimmungsvolle Beerdigungsszenen konzentriert.

Fazit: Zu lang, zu viel, zu holprig – ein Langweiler.

batman_superman_posterKinostart: 24. März; Regie: Jack Snyder; FSK: ab 12; Länge: 153 Min.; Verleih: Warner Bros. GmbH, Link: http://batmanvsuperman.dccomics.com

 

 

 

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