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Kinotipp: ZOOMANIA

Kinotipp: ZOOMANIA

Polizei-Hase und Gauner-Fuchs decken eine tierische Verschwörung auf. Fabelhafte Disney-Komödie (Kinostart: 3. März 2016).

Die Welt der Disney-Trickfilme war schon immer eine Welt voller (vermenschlichter) Tiere. In „Zoomania“ trieben es die Animations-Künstler aus dem Maus-Konzern auf die Spitze: Sie holten gleich die fast komplette Tierwelt in einen Film. Vom Mäuschen bis zum Elefanten ist alles vertreten, was vier Beine hat. Die Stars dieser wahrhaft tierischen Komödie sind ein Häschen, ein Fuchs und ein Faultier. Was die alle gemeinsam haben? Sie leben in der Tierwelt-Hauptstadt Zoomania – und zwar weitgehend friedlich miteinander. Denn Raub- und Beutetiere sind nur noch Kategorien aus der Vergangenheit – so scheint es zumindest.

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Schon seit ihrer Kindheit träumt die kleine Häsin Judy Hopps (deutsche Stimme: Josefine Preuß) davon, Polizistin zu werden. Damit wäre sie die erste Hasen-Polizistin in Zoomania, denn Cops sind bislang ausschließlich große Tiere wie Nashörner und Elefanten. Aber Judy absolviert die Ausbildung mit Erfolg und macht sich voller Enthusiasmus auf den Weg in die Hauptstadt. Ihr Vorgesetzter, der bullige Büffel Captain Bogo, hält nichts von Kleintieren als Ordnungshütern. So schiebt er das Hasen-Fräulein erst mal ab zum Strafzettelschreiben. Dabei geht Judy gleich ein echter Gauner ins Netz, der Trickbetrüger Nick Wilde, ein gerissener Fuchs.

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Und noch ein Fall beschäftigt die Polizei-Anfängerin: Die verzweifelte Mrs. Otterton vermisst ihren Mann. Judy bekommt von Chief Bogo 48 Stunden Zeit, das Verschwinden aufzuklären. Dabei stößt sie auf eine ganze Serie von verschwundenen Raubtieren. Bei den Ermittlungen ist Judy ausgerechnet auf den listigen Nick angewiesen, der sich aber bestens im Großstadt-Dschungel auskennt …

Die Botschaft des Films ist klar, sie wird schließlich laut und in den buntesten Farben verkündet: Die Mehrheit (hier die Beutetiere) fühlt sich durch eine Minderheit (Raubtiere) bedroht – das nutzen Politiker aus, um die Angst zu schüren und die zumeist wirklich harmlosen Feinde von einst zu diskriminieren und so ihre eigene Macht zu zementieren. Die Analogie zum US-amerikanischen Rassismusproblem ist überdeutlich, wer mag, kann die Fabel aber auch auf andere, für uns naheliegendere Gesellschaftsprobleme übertragen.

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Die Fantasie der „Zoomania“-Macher ist glücklicherweise sehr viel schillernder als ihre schlichte Botschaft. „Zoomania“ ist ein Wunderwerk der Animationskunst: Als Judy mit dem Zug in die Stadt fährt, um ihren Dienst anzutreten, kommen Hase und Zuschauer kaum aus dem Staunen heraus — die Fahrt führt durch die Stadtbezirke, die Riesen-Biotope für alle mögliche Tierarten sind: Vom Sahara-Platz über das eisige Tundratown bis zum feuchtschwülen Amazonas-Viertel breitet „Zoomania“ Stadt-Landschaften aus, die bis ins Detail lebensecht wirken.

Zoomania hat sogar noch eine Miniaturwelt in der Tierwelt: das Viertel der Kleinnager sieht aus wie eine belebte Modellbauanlage, inklusive Mini-Autos, Mini-Zügen und Hunderten von Passanten, ähm, nur wenige Zentimeter großen Säugetieren. Dazu kommen noch Hunderte von Tierarten in den verschiedenen Vierteln, die, ob groß oder klein, die Straßen und Plätze zu Tausenden bevölkern. Die visuelle Vielfalt ist umwerfend – die Stadt Zoomania selbst ist so etwas wie der heimliche Star dieses Disney-Films.

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Zudem gibt es immer wieder amüsante Einlagen mit besonderen Bewohnern von Zoomania: etwa mit dem esoterischen Yak Yax, der in einem Nudisten-Club jobbt, wo die tierischen Gäste unbekleidet mal richtig Tier sein dürfen, oder mit dem Faultier Flash, das seine Kunden als Beamter bei der Kfz-Zulassungsbehörde auf eine ungeheure Geduldsprobe stellt.

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Da haben es die eigentlichen Hauptdarsteller Judy und Nick manchmal ganz schön schwer, sich in den Vordergrund zu spielen. Dennoch dürften den beiden die Herzen der Zuschauer zufliegen: Judy ist ein mutiges Mädel, das gegen alle Widerstände ihren großen Traum lebt, und Nick erweist sich als charmantes Schlitzohr und blitzgescheiter Lebenskünstler. Zusammen sind sie einfach unschlagbar! Fast überflüssig zu sagen, dass die Macher auch bei der Animation von Has und Fuchs einen geradezu überbordenden Einfallsreichtum an den Tag legen – achten Sie mal auf Judys zuckendes Näschen oder die „sprechenden“ Augen von Nick. Dieser Film ist optisch ein Genuss – bis zum letzten Härchen im Fell.

zoomania_posterFazit: Fabelhaft! Zwei süße Schnüffler in einem weiteren Disney-Meisterwerk.

Wer noch mehr über die tierischen Helden von Zoomania und ihre deutschen Synchronsprecher erfahren will, sich vielleicht als Judy Hopps oder Nick Wilde verkleiden möchte, oder am Interview mit Produzent Clark Spencer interessiert ist, wird hier fündig.

Kinostart: 3. März; Regie: Byron Howard, Rich Moore; FSK: ab 0; Länge: 108 Min.; Verleih: Walt Disney Germany; Link: zoomania-derfilm.de

 

 

 

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