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Kinotipp: HAIL, CAESAR!

Kinotipp: HAIL, CAESAR!

Stotternde Westernhelden, schwangere Meerjungfrauen, tanzende Matrosen: Diese Komödie lässt nichts aus, was Hollywood so verrückt macht (Kinostart: 18. Februar).

Immer wieder machten berühmte Regisseure ihr Metier zum Thema ihrer Arbeit – sie drehten einen Film darüber, wie es ist, einen Film zu drehen. Zu verlockend erscheint die Möglichkeit, dem Publikum mal einen Blick hinter die Kulissen zu gönnen und dabei ein paar kräftige Seitenhiebe auf den ganzen Flohzirkus auszuteilen.

Auch die Regie-Brüder Ethan und Joel Coen („Fargo“) konnten der Versuchung nicht widerstehen, ihrer Branche den Spiegel vorzuhalten: Ihre launige Film-im Film-Komödie „Hail, Caesar!“ ist stilvolle Unterhaltung mit Starbesetzung. Erleben Sie George Clooney in Sandalen, Scarlett Johansson im Badeanzug, Josh Brolin im Beichtstuhl und Channing Tatum als schwulen Matrosen. Erwarten Sie aber keine raffinierte Story oder allzu tiefe Einblicke hinter die Fassade des glitzernden Showgeschäfts. Stattdessen liefern die Coen-Brüder eine schwungvolle Nummernrevue ab, die mit brillanten Stars, liebevollen Details und eleganter Satire bestens unterhält.

 

Die Capitol Studios in Hollywood Anfang der 50er-Jahre: Hier werden Filme wie am Fließband hergestellt. Wenn es mal nicht so rund läuft am Set, greift Studiomanager Eddie Mannix (Josh Brolin) als Problemlöser ein. Dass die Wasserballett-Diva DeeAnna Moran (Scarlett Johansson) rumzickt und schwanger ist, Western-Star Hobie Doyle (eine Entdeckung: Alden Ehrenreich) in seiner ersten dramatischen Rolle seinen Regisseur in den Wahnsinn treibt und ihm ständig zwei Klatschreporterinnen (Tilda Swinton in einer Doppelrolle) auf den Fersen sind, damit käme Mannix noch klar.

 

Aber nun ist Superstar Baird Whitlock (George Clooney) spurlos vom Set verschwunden – ausgerechnet, als die Schlüsselszene seines neuen Monumentalfilms „Hail, Caesar!“ ansteht. Mannix macht sich auf die Suche, und bald flattert ihm ein Schreiben auf den Tisch mit der Forderung, 100.000 Dollar Lösegeld zu zahlen. Whitlock wurde entführt – und zwar von kommunistischen Drehbuchautoren!

Klingt verrückt – ist verrückt. Die irre Entführungs-Story ist aber nur der locker gewebte rote Faden in „Hail, Caesar!“. Richtig stark ist aber, wie sich die Stars in dieser Schmunzel-Posse präsentieren. Einfach köstlich, wie Josh Brolin als gestresster Manager versucht, den Laden zusammenzuhalten. Mal böse und handgreiflich, mal charmant und effizient ist Mannix Tag und Nacht im Einsatz für sein Studio. Und weil er sich ausgerechnet im ärgsten Stress auch noch das Rauchen abgewöhnen will, holt er sich regelmäßig göttlichen Beistand im Beichtstuhl. Das klappt natürlich nicht.

 

Scarlett Johansson zieht als verwöhnte Diva alle Register, George Clooney hat den ganzen Film über einen herrlich belämmerten Gesichtsausdruck drauf und fällt gleich mehrfach vom Glauben ab, Channing Tatum zeigt, dass er als Gene-Kelly-Verschnitt auch Musical kann. Und Alden Ehrenreich beweist eindrucksvoll, dass ein scheinbar minderbemittelter Texaner mit Sprachproblemen manchmal überraschend einfache Problemlösungen findet, obwohl: „Es ist kompliziert.“

Den Coens ist kein Meisterwerk gelungen, aber eine Studiotour mit hohem Unterhaltungswert, großen Schauwerten und feinen Einzelleistungen.

Fazit: Hollywood über Hollywood – geschmeidige Satire mit grandiosen Stars.

Kinostart: 18. Februar; Joel & Ethan Coen; FSK: ab 0; Länge: 100 Min.; Verleih: Universal Pictures Germany; Link: http://www.hail-caesar-film.de

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