Familienleben

Kinder richtig schützen – Informationen zu Versicherungen

Kinder richtig schützen – Informationen zu Versicherungen

Welche Versicherungen sind für Kinder unverzichtbar und welche nicht? Angebote gibt es viele – und nicht alles davon ist empfehlenswert. Dieser Ratgeber informiert über wichtige Policen und erklärt, welche Versicherungen sinnvoll sein können.

 Um folgende Versicherungen geht es:

  • Kranken- und Pflegepflichtversicherung

  • Privathaftpflichtversicherung

  • Unfallversicherung

  • Invaliditätsversicherung

  • Ausbildungsvorsorge

  • Rechtschutzversicherung

  • Auslandsreisekrankenversicherung

  • Krankenzusatzversicherung

  • Berufsunfähigkeitsversicherung

Kranken- und Pflegepflichtversicherung

Die Kranken- und Pflegeversicherung ist für Kinder Pflicht. Besteht seitens der Eltern eine gesetzliche Krankenversicherung, lässt sich die Familienversicherung für das Kind in der Regel beitragsfrei realisieren. Sind die Eltern privat versichert, besteht Kontrahierungszwang. Das bedeutet, dass das Kind bei der gleichen privaten Krankenversicherung innerhalb von zwei Monaten nach Geburt in den Tarif wie die Eltern aufgenommen werden muss, den diese bei der Anmeldung hatten. Wird das Kind zu einem späteren Zeitpunkt bei der privaten Krankenversicherung angemeldet, ist eine Gesundheitsprüfung notwendig. Die Höhe des Einkommens des Privatversicherten ist hinsichtlich einer Familienversicherung entscheidend, sobald ein Elternteil gesetzlich und das andere privat versichert ist.

Privathaftpflichtversicherung

Beim Spielen, Toben und Co. sind Personen- oder Sachschäden an Dritten verursacht durch Kinder keine Seltenheit. Da dabei enorme Summen aus Schadenersatzansprüchen entstehen können, sollten Eltern immer über eine Privathaftpflichtversicherung verfügen. Problematisch wird es, wenn Eltern ihrer Aufsichtspflicht nachkommen und ihr deliktunfähiges Kind dennoch einen Schaden an Dritten verursacht. Es scheint zwar widersprüchlich, aber die Versicherungen zahlen dann nicht. Der Grund: Kinder unter sieben Jahren gelten als deliktunfähig und können in Deutschland noch nicht haftbar gemacht werden. Die Versicherer machen sich genau das zunutze: Wenn es keinen Schuldigen gibt, besteht ihrerseits auch keine Pflicht zur Kostenübernahme bei Haftpflichtschäden. „Nur wenn die Eltern verantwortlich sind, weil sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, springen die Versicherer immer ein. Ansonsten bleibt der Geschädigte auf seinem Schaden sitzen“, so der Hinweis der Stiftung Warentest online in einem Artikel zum Thema Familientarife Haftpflicht. Es sei denn, Schäden durch deliktunfähige Kinder sind im Vertrag ausdrücklich als versichert eingestuft.

Sinnvolle Versicherungen

Die Tabelle enthält Versicherungen, die je nach Bedarf und Sicherheitsanspruch sinnvoll sein können, aber kein Muss sind:

Absicherung

Erläuterungen

Unfall

Ein Unfall ist schnell passiert. Insbesondere bei Kindern. Da der Versicherungsschutz bei gesetzlichen Unfallversicherungen (zum Beispiel Schule oder Kita) oft eher unzureichend ist und Eltern enorme Kosten entstehen können, wenn ein Unfall eine lebenslange Invalidität zur Folge hat, kann eine private Unfallversicherung sinnvoll sein. Die Invaliditätsleistung wird von Unfallversicherern aber nur gezahlt, wenn es sich um bleibende Schäden handelt. Die Summe für die Invaliditätsleistung ist im Idealfall höher als die vergleichbaren Beträge für Erwachsene. Der Grund: Kinder leiden bei einem Unfall aufgrund ihres geringen Alters länger unter bleibenden Schäden, was erhöhte Kosten zur Folge hat. Ist der Schaden beim Kind nicht bleibend, kommt es zu keiner Zahlung der Invaliditätsleistung durch die Unfallversicherung.

Invalidität

Leidet ein Kind aufgrund einer Krankheit und nicht wegen eines Unfalls unter Invalidität, zahlt weder eine Unfallversicherung noch darf vom Staat viel erwartet werden. Die Grundsicherung deckt die Kosten oft nicht und bewegt sich im Rahmen leicht über Sozialhilfe.  Viele Versicherungsgesellschaften haben diesbezüglich maßgeschneiderte Policen im Portfolio, um die Versorgungslücke zu schließen. Ein Beispiel: Die Aachen Münchener präsentiert online im Rahmen des Kinder Vorsorge Angebots eine Kinderinvaliditätsversicherung zum Schutz vor Unkosten einer Invalidität durch Krankheit und Unfall. Die Versicherung zahlt sowohl bei Schul- und Erwerbsunfähigkeit als auch bei Pflegebedürftigkeit.

Ausbildungsvorsorge

Um Vermögen für die Bildung des Kindes aufzubauen, kann eine Ausbildungsvorsorgeversicherung praktisch sein. Bei durchdachten Policen lässt sich die Berufsausbildung des Nachwuchses finanziell sichern.

Rechtschutz

Viele Rechtschutzversicherer bieten Familienverträge, die Kinder automatisch umfassen. Am besten bei der Versicherung nachfragen, um keine unnötigen Verträge abzuschließen.

Auslandsreisen

Wer viel mit Kindern verreist, ist mit einer zusätzlichen Auslandsreisekrankenversicherung gut beraten. Die gesetzlichen Krankenkassen sind im Ausland lediglich für die Kosten verantwortlich, die auch im Inland gezahlt werden müssten. Da Behandlungen im Ausland aber meist über den Versicherungsumfang hinausgehen, bleibt der Versicherte auf den Zusatzausgaben sitzen. Und die können schnell den finanziellen Ruin bedeuten. Allein der Rücktransport in die Heimat geht schnell in die Zehntausende. Die Dauer der Gültigkeit hängt von der Police ab.

Krankheit

Heilpraktiker, Chefarztbehandlungen, Kieferorthopädie und Co. – Leistungen, die von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht immer oder nur unzureichend zu erwarten sind. Wer für sein Kind die jeweils beste Behandlung möchte, benötigt eine  private Krankenzusatzversicherung.

 

Berufsunfähigkeitsversicherung

Umso früher eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird, desto besser. Denn keine Versicherung ist zur Aufnahme von Versicherten verpflichtet. Gefährliche Hobbys oder Berufe können den Preis in die Höhe treiben oder eine Versicherung gar ausschließen. Spätestens wenn Jugendliche eine Ausbildung beginnen, sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung zum Repertoire gehören! Aber auch Erbkrankheiten oder außergewöhnlich riskante Hobbys können Beweggrund zum Versicherungsabschluss sein.

Das Handelsblatt hat online auf eine weitere Versicherung aufmerksam gemacht, die durchaus den entscheidenden Unterschied machen kann: „Im Ernstfall sollte die Familie gegen den Verdienstausfall des Versorgers abgesichert werden. Dazu eignet sich beispielsweise eine Risikolebensversicherung mit einer Berufsunfähigkeitspolice.“

Unnötig: die Fahrradversicherung

Eltern, die über eine Hausratversicherung verfügen, sollten vor dem Abschluss einer Fahrraddiebstahl-Versicherung unbedingt beim Hausratversicherer anrufen. Oft ist das Fahrrad durch diese Police gegen Diebstahl geschützt, sodass ein weiterer Abschluss nur unnötige Ausgaben verursachen, aber keinen Zusatznutzen bedeuten würde.

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