Film

Kinotipp: DIE WINZLINGE – OPERATION ZUCKERDOSE

Kinotipp: DIE WINZLINGE – OPERATION ZUCKERDOSE

Die WinzlingeVom Kurzfilm zur TV-Serie bis hin zum Kinofilm: Der Animationsfilm „Die Winzlinge“ erzählt vom abenteuerlichen Treiben einer Reihe von Insekten. Ganz ohne Worte und in herrlich-witzigen Bildern verrät das 3D-Kinoabenteuer, was passiert, wenn Menschen eine Zuckerdose liegen lassen (Kinostart 14. Januar 2016).

 

In einem wunderschönen Tal leben viele winzige Tierchen friedlich miteinander, bis eines Tages eine schwarze Ameise einen fabelhaften Schatz entdeckt: eine vergessene Zuckerdose. Darin versteckt sich ein kleiner Marienkäfer, der seine Familie verloren hat. Die Ameisen und der Käfer freunden sich an und machen sich auf, die süße Beute zum heimatlichen Hügel zu tragen.

Die Winzlinge 1

 

Doch ein Stamm roter Ameisen hat es ebenfalls auf die Zuckerdose abgesehen. Eine tollkühne Jagd durch blumige Wiesen, wilde Wälder und reißende Flüsse beginnt. Werden die Freunde es schaffen, den köstlichen Schatz sicher nach Hause zu bringen?

Die Hauptdarsteller

Die Winzlinge 2

Mandible ist der Anführer der schwarzen Ameisenkolonie. Er nimmt den verwaisten Marienkäfer unter seine Fittiche und bietet ihm ein neues Zuhause in seiner Gemeinschaft. Gemeinsam werden sie die roten Ameisen abwehren.

Die Winzlinge 5

Zu Beginn der Geschichte ist der Marienkäfer jung und leichtsinnig. Er schafft es immer wieder, sich in komplizierte und gefährliche Situationen zu bringen, lernt dabei aber auch schnell seine Grenzen kennen und stellt fest, dass man – auch wenn man sehr klein ist – sehr große Dinge erreichen kann.

Die Winzlinge 3

Hinterlistig und stur – Butor ist ein gnadenloser Charakter. Sein Ziel: die schwarzen Ameisen ausfindig zu machen und ihren kostbaren Zucker zu stehlen. Sehr schnell wird daraus ein persönlicher Feldzug, der unerwartete Ausmaße annimmt.

Die Winzlinge 8

Waghalsige Kamerafahrten zwischen Bergen, Bäumen und Blumen, eine spektakuläre Wildwasserfahrt und andere eindrucksvolle Actionsequenzen bilden die Elemente dieses in 3D gefilmten Kinoabenteuers. Dabei ist das Zusammenspiel von echten Naturaufnahmen und den in 3D animierten Protagonisten einzigartig. Gedreht wurde an Schauplätzen in den südfranzösischen Nationalparks von
Mercantour und Ecrins. Die Musik stammt von Hervé Lavandier.

Anfangs war „Die Winzlinge“ ein Kurzfilm, der für Kino und Fernsehen weiterentwickelt wurde. Die Serie entwickelte sich über alle Kulturkreise hinweg und bei allen Altersgruppen zu einem Publikumsliebling. Der 89-minütige Spielfilm ist ein großartiger Abenteuerfilm voller Überraschungen und ungewöhnlicher Wendungen in der Geschichte. Einziger Makel: Wer die Serie bzw. die Eigenarten der Hauptdarsteller nicht kennt, der hat definitiv weniger zu lachen. Spaß macht der Film jedoch allemal!

Interview mit den Regisseuren Hélène Giraud und Thomas Szabo

Wie kam es zum Kinofilmprojekt von „Die Winzlinge“?
„Wir haben schon immer gedacht, dass ‚Die Winzlinge‘ die perfekte Vorlage für einen Spielfilm wäre. Wir wollten ein Action-Abenteuer mit einer großen Abenteuerreise und einem furiosen Finale, ähnlich wie ‚Der Herr der Ringe‘ drehen, das in der Welt der Insekten spielt. Es sollte einen einzigartigen Stil haben, ein bisschen wie der Naturdokumentarfilm ‚Mikrokosmos‘ über die Insektenwelt, nur schräger…“

Die Winzlinge 4

Haben Sie dabei bedacht, dass einige der Kinozuschauer die Welt von „Die Winzlinge“ zum
ersten Mal entdecken werden?
„Absolut. Wir haben uns deshalb eine Geschichte ausgedacht, die nichts mit der Serie zu tun hat.
Wir haben uns in die Rolle eines Kinobesuchers versetzt, der noch nie von ‚Die Winzlinge‘ gehört hat. Als wir mit dem Drehbuch für den Film begannen, hatten wir sogar einen Titel, der nichts mit der Serie zu tun hat. Er hieß nicht ‚Die Winzlinge‘, sondern ‚Tal der verlorenen Ameisen‘.“

Was sind die Hauptfiguren des Films?

Die Winzlinge 9
„Der Marienkäfer spielt natürlich die Hauptrolle. Die Figur ist auf eine gewisse Weise auch das Symbol für ‚Die Winzlinge – Operation Zuckerdose‘. Außerdem sind Marienkäfer überall bekannt und beliebt, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Der Marienkäfer wie auch die schwarzen und roten Ameisen sind Figuren, mit denen man sich leicht identifizieren kann (was bei vielen anderen Insekten nicht immer der Fall ist). Durch die roten und schwarzen Ameisen hatten wir die Möglichkeit, die Geschichte zu entwickeln, die wir erzählen wollten: einen Konflikt zwischen zwei Gruppen feindlicher Insekten, der durch einen Streit über eine Dose mit Zuckerwürfeln ausgelöst wird.“

Die Serienepisoden sind kurze Fabeln, während „Die Winzlinge – Operation Zuckerdose“ ein ganz großes Abenteuer ist…

Die Episoden der Serie sind wie Haikus aufgebaut. Diese kurzen japanischen Gedichte überlassen es dem Zuschauer, ihre Bedeutung selbst zu interpretieren. Das Fernsehformat (vier bis fünf Minuten) war perfekt, um lustige, ungewöhnliche Kurzfilme ohne Musik oder verständlichen Dialog zu produzieren. Als wir anfingen darüber nachzudenken, wie wir aus ‚Die Winzlinge‘ einen Spielfilm machen könnten, war uns immer klar, dass wir keinen Film machen wollten, der nur eine Aneinanderreihung von Sketchen wäre. Wir beschlossen, eine 180-Grad-Wendung zu machen und ein richtig großes Abenteuer zu erzählen. Uns war klar, dass das Tempo der Serie in einem längeren Film nicht funktionieren würde. Deshalb mussten wir uns von dem idyllischen, ländlichen Schauplatz in der Normandie verabschieden, wo die Serie gedreht wird und gingen in die Bergwelt des Ecrins- und Mercantour-Nationalparks. Der Film bleibt dem ‚Die Winzlinge‘-Universum zwar treu, ist aber das absolute
Gegenteil der Serie. Und auch das Tempo von ‚Die Winzlinge – Operation Zuckerdose‘ entspricht dem eines klassischen Abenteuerfilms. Wir folgen der Hauptfigur, wie er unfreiwillig in eine Reihe von Zwischenfällen verwickelt wird, durch die er gezwungen ist, auf seinem Weg von A nach B eine ganze
Reihe von Hindernissen zu überwinden… und das Ganze findet in einer einzigartigen Welt statt.“

„Die Winzlinge“ beruht auf dem Prinzip, animierte Figuren in realen Hintergründen zu inszenieren. Wie haben die Schauplätze des Films das Drehbuch beeinflusst? Und gab es durch die Entscheidung für die Ecrins- und MercantourNationalparks Änderungen im Drehbuch?
„Die technische Umsetzung ist für den Film und die Serie gleich. Erst drehen wir die realen Sequenzen und danach werden die computeranimierten Insekten eingefügt. Diese Bilder werden aber erst sehr viel später im Prozess fotorealistisch gerendert eingebaut. Da wir ein großes Abenteuer erzählen wollten, brauchten wir auch einen Schauplatz, der in Größe und beeindruckender Szenerie dem entsprach, was wir uns vorstellten. Wir wussten, dass wir so einen Ort im Süden von Frankreich finden würden. Während wir an dem Drehbuch arbeiteten, lagen Fotobücher über die Haute-Provence, das Hinterland der französischen Riviera auf unserem Tisch. Diese Bilder waren natürlich entscheidende Referenzpunkte bei der Drehortsuche. Während wir in der Region unterwegs waren, entdeckten wir, dass die wilde unberührte Region des Ecrins- und Mercantour-Nationalparks genau das war, was
wir suchten. Als wir mit den Storyboards anfingen, mussten wir uns eine gewisse Freiheit bewahren und haben deshalb die Hintergründe nie genau definiert. Wir haben erst während der Suche die Drehorte festgelegt.“

Die Musik übernimmt eine besondere erzählerische Funktion. Wie sind Sie an diesen Aspekt herangegangen?
„In der Serie hat die Musik keine erzählerische Funktion. Sie beschließt die Episoden auf eine entspannte und unkonventionelle Art, die sich an die romantische, französische Musik des 19. Jahrhunderts anlehnt. Die Musik im Film hat eine vollkommen andere Aufgabe. Sie orientiert sich an klassischer Hollywood-Filmmusik und begleitet die Bilder vom Anfang bis zum Ende. Deshalb engagierten wir rund 60 Musiker, die den Soundtrack einspielten, während die Musik der TV-Episoden meist nur von einem Solisten gespielt wurde. Wir waren von ‚Peter und der Wolf‘ inspiriert, als wir –
wie Prokofjew – jeder Figur ein besonderes musikalisches Motiv gaben. Mit dieser Vorgabe hat Hervé Lavandier dann einen wunderbaren Soundtrack für den Film komponiert. Der Marienkäfer hat seine eigene Melodie, ebenso wie die schwarzen und roten Ameisen…“

In mehreren Szenen wird der Marienkäfer von Fliegen gejagt. Welche Bedeutung hat dieses
filmische Mittel für Sie?

Die Winzlinge 6
„Es macht immer sehr viel Spaß Verfolgungsjagden auszudenken und dann zu drehen. Sie
sind eine Hommage an die Filme von Buster Keaton oder Charlie Chaplin.“

In „Die Winzlinge – Operation Zuckerdose“ finden sich noch viel mehr Filmzitate von ‚Star Wars‘ bis ‚Psycho’…
„Diese augenzwinkernden Verweise sind eine Möglichkeit, die DNA unserer Lieblingsfilme auf unseren Film zu übertragen. Durch sie entsteht ein stillschweigendes Einverständnis mit dem Publikum. Wir versuchen auf verschiedenen Ebenen zu unterhalten, die sich nicht allein an Kinder richten.“

Die Winzlinge 7

Die Figuren…
„Visuell wollten wir, dass die Figuren weder zu realistisch noch zu ‚comicmäßig‘ wirken. Das Ziel war, die feine Balance zwischen realistischen Informationen und einem vereinfachten Design der Insekten zu erhalten. Die Entscheidung, den Film ohne Dialoge zu inszenieren, trafen wir, weil wir etwas produzieren wollten, das dem Dokumentarfilm näher ist als dem klassischen Animationsfilm. Da reale Insekten weder sprechen, noch lächeln, die Stirn runzeln oder zwinkern, wollten wir dieses Fehlen von Gesichtsausdrücken bewahren und sie nicht ‚vermenschlichen‘. Manchmal haben sie schon aufgerissene Augen mit comichaft vergrößerten Pupillen, aber niemals menschliche Gesichtszüge.“

Die Winzlinge_PlakatKinostart: 14. Januar 2016; Regie: Hélène Giraud, Thomas Szabo; FSK: ohne; Länge: 88 Min.; Verleih: Pandastorm Pictures; Link: diewinzlinge.de

Klicken Sie, um einen Kommentar hinzuzufügen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mehr in Film

Nellys Abenteuer

„Nellys Abenteuer“ fürs Heimkino

Barbara Leuschner17. März 2017
Moonlight

Kinotipp: MOONLIGHT

Barbara Leuschner9. März 2017
Trolls 1

Musical-Abenteuer „Trolls“ fürs Heimkino

Barbara Leuschner7. März 2017
Disney mitmach-kino 1

Disney Junior Mitmach-Kino am 5. März!

Barbara Leuschner2. März 2017

Andreas Bourani zu seiner Rolle in Disneys „Vaiana“

Thomas Meins23. Dezember 2016
(Pictured) DORY. ©2013 Disney•Pixar. All Rights Reserved.

Kinotipp: FINDET DORIE

Barbara Leuschner29. September 2016
tschick-start

Kino-Tipp: TSCHICK

Thomas Meins15. September 2016
elliot-der-drache-17-rcm0x1920u

Kinotipp: ELLIOT, DER DRACHE

Thomas Meins25. August 2016

Exklusiver Clip zu CONNI & CO

Thomas Meins2. August 2016
ghostbusters-start

Kinotipp: GHOSTBUSTERS

Thomas Meins1. August 2016