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Kinotipp: GEFÜHLT MITTE ZWANZIG

Kinotipp: GEFÜHLT MITTE ZWANZIG

In der starbesetzten Komödie „Gefühlt Mitte Zwanzig“ geraten zwei Mittvierziger, deren Freunde alle mit ihren Kindern beschäftigt sind, während an ihnen das wahre Leben vorbei zieht, unter den Einfluss eines jungen Hipster-Paares – Kinostart 30. Juli.

 

 

Sie haben’s probiert, aber es hat nicht sollen sein. Und so haben sich Josh und Cornelia (Ben Stiller, Naomi Watts) in ihrer Kinderlosigleit bequem eingerichtet, während ihre alten Freunde in Familie machen.

 

Das heißt freilich nicht, dass ihr Leben und ihre Beziehung keine neuen Impulse brauchen könnten. Die bekommen die beiden Mittvierziger durch das junge Pärchen Jamie und Darby (Adam Driver, Amanda Seyfried), das Josh, der seit acht Jahren an einer komplizierten Doku werkelt, in seinem Brotjob als Dozent kennenlernt.

 

Für die Oldies wird die Freundschaft mit den Mittzwanzigern zu einer Art Jungbrunnen. Und als Jamie ihn in sein eigenes Filmprojekt einbeziehen will, fühlt sich Josh sehr geschmeichelt.

 

Doch die Ernüchterung bleibt nicht aus.

Der schon als neuer Woody Allen gehandelte Noah Baumbach („Frances Ha“) stellt das Lebensgefühl des älteren Paares zunächst in vielsagenden Szenen dar und begegnet dem Gebaren der Mittvierziger im Zuge ihrer mentalen Verjüngungskur mit milder Ironie. Wenn etwa Cornelia beim HipHop-Tanzen kaum Schritt halten kann oder Joshs neuer Hipster-Hut auf seinem Kopf nicht ganz so cool aussieht, wie er selbst es glaubt, vermag man sich das Schmunzeln nicht zu verkneifen.

 

Doch dem Regisseur und Autor geht es keineswegs darum, die beiden Oldies vorzuführen. Das wird spätestens offenkundig, wenn der Ton des Films ernster wird und sich dessen Fokus etwas verlagert. Jamie entpuppt sich mehr und mehr als berechnender Typ, dessen unterhaltungsorientiertes Verständnis als Dokumentarfilmmacher zudem Joshs Authentizitätsanspruch diametral entgegengesetzt ist.

 

Dabei füllen Ben Stiller und Adam Driver, die für Baumbach bereits beide vor der Kamera standen (ersterer als „Greenberg“, letzterer bei „Francis Ha“), ihre facettenreichen Rollen gut aus. Naomi Watts und Amanda Seyfried bleiben dagegen etwas unterbeschäftigt. Ihre Frauencharaktere nimmt man fast nur als Mitläufer wahr.

Fazit: Dramödie mit Tiefgang, aber auch nur zum Teil ausgefeiltem Hauptfigurenquartett.

Kinostart: 30. Juli; Regie: Noah Baumbach; FSK: ohne; Länge: 97 Min.; Verleih: SquareOne/Universum; Link: gefuehlt-mitte-zwanzig.de

 

 

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