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Kinotipp: AMY

Kinotipp: AMY

AMYzing! Asif Kapadias Dokumentation „Amy“ (Kinostart: 16. Juli) erzählt mit großer Sensibilität die Geschichte vom Aufstieg und Fall der Beehive-Ikone mit der unvergleichlichen Soulstimme – Amy Winehouse. Dieselbe Amy, deren Drogenexzesse die Schlagzeilen weit über England hinaus bestimmten, deren betrunkene Auftritte für Aufsehen sorgten und die am 23. Juli 2011 viel zu früh die Bühne des Lebens verlassen musste. Wer aber war die Amy hinter den Kulissen?

 

Amy Winehouse’ musikalische Liebe galt dem Jazz. Das kann man auf ihrem ersten Album „Frank“, das sie 2003 in ihrer britischen Heimat bekannt machte, auch deutlich hören. Drei Jahre später gelang ihr mit dem souligen Nachfolger „Back To Black“ der internationale Durchbruch.

 

Danach ging es mit ihr fast nur noch bergab. Der Ruhm förderte ihre Sucht- und Bulimieprobleme, Skandale, Drogen- und Alkoholexzesse dominierten die Berichterstattung über die zierliche Sängerin mit der begnadeten Stimme und der Bienenkorb-Frisur bis zum Überdruss.

Am 23. Juli 2011 wurde die damals 27-jährige Amy Winehouse mit mehr als vier Promille Alkohol im Blut tot aufgefunden.

Bei „Amy“ geht Asif Kapadia ähnlich vor wie bei „Senna“, seiner vielgelobten Doku über den 1994 tödlich verunglückten brasilianischen Formel-1-Piloten. Es sind keine Interviewpassagen zu sehen. Sein Film ist fast komplett aus Archivmaterial zusammengesetzt, über das gegebenenfalls die Einlassungen seiner zahlreichen Gesprächspartner gelegt sind.

 

Unter denen sind auch zwei enge Freundinnen und der erste Manager von Amy Winehouse. Gerade die von ihnen beigesteuerten frühen Aufnahmen, die Amy vor dem Beginn ihrer Karriere als lebenslustige Persönlichkeit zeigen, liefern ein anderes Bild von der Sängerin als jenes, das sich später in vielen Köpfen festgesetzt hat.

Amy Winehouse am Anfang ihrer Karriere zum Thema Starrummel:

„Ich glaube nicht, dass ich damit fertig werden würde. Ich denke, ich würde verrückt werden.“

Damit erzeugt der Regisseur von Anfang an eine Nähe zu seiner Protagonistin, die deren langen, von Paparazzi begleiteten Absturz umso tragischer erscheinen lässt. Davon nicht berührt zu werden, ist nahezu unmöglich.

 

Zudem macht Kapadia anhand von Songtexteinblendungen klar, wie persönlich Amy Winehouse’ Lieder waren. Und auch, welch enormes Gesangstalent der Welt mit ihrem Tod verlorenging, wird in diesem Film noch einmal deutlich.

Fazit: Tief bewegendes Porträt einer viel zu früh Verstorbenen.

Kinostart: 16. Juli; Regie: Asif Kapadia; FSK: ohne; Länge: 127 Min.; Verleih: Prokino; Link: amy-derfilm.de

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