Absolut in eigener Sache

Plötzlich Familie – Plötzlich schwanger

Plötzlich Familie – Plötzlich schwanger

Vielleicht liegt es daran, dass unsere Kids nun das Nest verlassen haben, vielleicht aber auch daran, dass man ja bekanntlich mit zunehmendem Alter immer öfter in der Vergangenheit schwelgt. Auf jeden Fall ging’s mir neulich wieder durch den Kopf, wie wir plötzlich zur Familie wurden.

Plötzlich schwanger

„Ja, eindeutig, Sie sind schwanger, herzlichen Glückwunsch!“ Die Worte meines Frauenarztes hallten mir noch im Ohr, als ich mich vor unserer Wohnungstür befand. Ausgestattet mit einem Stapel von Broschüren zu den Themen Schwangerschaft und Geburt stand ich da wie ein begossener Pudel. Als mein Mann die Tür öffnete, sprudelte es unter Tränen lachend aus mir heraus: „Ich bin schwanger!“ War das die nachwirkende Rache von Montezuma, der mir auf unserem vorangegangenen Mexiko-Urlaub heftig zugesetzt hatte? Denn ein Kind war eigentlich das Letzte, was wir beide jetzt gerade gebrauchen konnten! Ich im neuen Job, mein Mann gerade mit dem Studium fertig und voller Ideen, mit welchem Auslandsaufenthalt die Jobchancen noch zu verbessern wären…und Bamm!

Nach einigem Hin und Her waren wir uns aber sicher: Wir wollen Eltern werden! Im Verwandten- und Freundeskreis sorgte das für heftige Aufregung – schließlich waren wir die Vorreiter. Eine besonders schöne Erinnerung habe ich an den Moment, als ich meiner Mutter die „Neuigkeit“ mitteilte. Sie war gerade dabei, den Kloßteig zu kneten – also beide Hände bis zu den Ellenbogen mit Teig und Mehl bestäubt – und rannte nun vor Freude schreiend hinter mir her, um mich zu umarmen.

Die Monate vergingen, der Bauch wuchs. Irgendwie fand ich es ungerecht, dass ein befreundetes Ehepaar krampfhaft versuchte, ein Kind zu bekommen, und bei uns war es einfach so passiert. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb diese schöne Freundschaft auseinander ging…

Mit Eltern im Alter von Großeltern und niemandem weit und breit, der uns in die aktuelle Babypflege einweisen konnte, besuchten wir einen Kurs. Dort trafen wir auf eine Horde junger Paare, denen es ebenso erging, wie uns. Mit einer dieser Frauen bin ich heute wieder befreundet, die anderen haben wir aus den Augen verloren. Aber es waren herrliche zehn Doppelstunden, die wir unter Leitung einer recht antiquierten Frau verbrachten – und dabei lernten, das Kind nicht beim Bad zu ertränken oder mit dem Fläschchen zu ersticken.

Je näher der Geburtstermin rückte, desto mehr verließ mich meine Begeisterung und Zuversicht, denn mir wurde immer stärker bewusst, welche Verantwortung wir da übernommen hatten. Außerdem hatte ich mächtig Schiss vor der Geburt!

Das alles war vergessen, als wir unsere kleine Tochter in den Armen hielten. Zunächst behandelten wir sie wie ein rohes Ei – und ich blickte manches Mal neidisch auf meine Mutter, mit welcher Selbstverständlichkeit sie mit dem Baby umging.

Das Wickeln und Baden machten mein Mann und ich anfangs gemeinsam – zum Glück hatte er Urlaub. Denn diese Handgriffe galt es erst zu erlernen – und das sind wahrlich andere als in dem Babypflegekurs mit einer unbeweglichen Puppe. Unser gesamter Tagesrhythmus richtete sich nach der Kleinen, die – man glaubt es kaum – von Anfang an nachts durchschlief (sonst wäre sie auch ein Einzelkind geblieben!).

Nur des Abends, wenn wir essen wollten, wurde sie mit uhrengenauer Regelmäßigkeit wach – und hatte auch Hunger. So wurde aus dem langsamen Esser, der ich einmal war, eine wahre Fressmaschine – in der einen Hand die Gabel, in der anderen das Kind zum Stillen. Und nicht nur einmal erledigte sie dabei ein Geschäft, das ihr wortwörtlich an den Ohren wieder herauskam!

Auch unser Freundeskreis veränderte sich, denn natürlich blieben die anderen weiterhin fröhliche Partygänger – und wir hingen ermattet auf dem Sofa. Dafür lernten wir nach und nach junge Eltern kennen, mit denen wir ein Stück des Weges gingen, oder es noch heute tun.

Das Einschneidendste war wohl, dass mein Mann und ich merkten, dass sich auch unsere Partnerschaft veränderte. Nicht nur, dass wir nahezu in der klassischen Rollenverteilung lebten – er arbeitete Vollzeit, ich war weitestgehend zuhause. Er kam raus, ich nicht. Und wenn sich ständig alles nur um Kinder dreht, was liegt denn da näher als sich dafür auch zu engagieren? Das zumindest dachte ich mir – und mein Mann fand‘s doof. Denn nun kam er abends nachhause und ich raste zu irgendeiner Elternversammlung.

Es prallten aber auch unterschiedliche Einstellungen zum Thema Erziehung aufeinander – zwei Elternhäuser, zwei Meinungen. Im Grunde waren wir uns ja einig, aber jeder von uns hatte eben seine eigenen Erfahrungen gemacht und Schlüsse daraus gezogen.

Im Nachhinein betrachtet hätte wir die Fetzen nicht so fliegen lassen müssen, denn unsere Tochter ist nicht wie wir – oder zumindest hat sie von jedem nur ein bisschen. Der Rest ist sie und das ist gut so. Trotzdem versuchten wir ihr mit Rat und Tat beim Erwachsenwerden beizustehen – eine turbulente, schöne Zeit.

Wie sang Reinhard Mey so treffend: „Keine ruhige Minute ist seitdem mehr für mich drin. Und das geht so, wie ich vermute, bis ich hundert Jahre bin.“

So kam es mir damals auch vor. Heute bin ich noch keine Hundert – und es ist schon beinahe zu ruhig!

Noch mehr PLÖTZLICH FAMILIE gibt es von Nina und Natalie

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1 Kommentar

  1. Gute Info : Kopfweh

    29. Juli 2017 in 23:45

    Hey Leute wenn Ihr Informationen über das Thema „Hausmittel Kopfschmerzen“ haben wollt die super hilfreich sind dann schaut es euch doch mal bei Youtube an.
    Die Url lautet : https://www.youtube.com/watch?v=PGhGeiVJG58

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