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Kinotipp: ZWEITE CHANCE

Kinotipp: ZWEITE CHANCE

Der am 14. Mai in unseren Kinos startende packende Thriller „Zweite Chance“ liefert einen moralisch verzwickten Fall von Kindestausch. Susanne Bier, die für ihr Drama „In einer besseren Welt“ mit dem Oscar geehrt wurde, lotet einmal mehr die Untiefen zwischenmenschlicher Beziehungen aus und vereint dafür internationale Stars wie Nikolaj Coster-Waldau, Ulrich Thomsen sowie Top-Model Lykke May Andersen vor der Kamera.

 

Bei einem Einsatz stoßen die Polizisten Andreas (Nikolaj Coster-Waldau) und Simon (Ulrich Thomsen) beim Junkie-Pärchen Tristan und Sanne (Nikolaj Lie Kaas, Lykke May Andersen) auf ein völlig verwahrlostes Baby. Insbesondere dem frischgebackenen Vater Andreas bricht der Anblick des in seinem Kot liegenden Säuglings das Herz.

 

Das Kind kommt erstmal in behördliche Obhut, muss seinen Eltern aber zum Entsetzen des Polizisten letztlich zurückgegeben werden.

 

Wenig später stirbt das Baby von Andreas und seiner Frau Anna (Maria Bonnevie). Die ist kaum zu beruhigen und droht mit Selbstmord, sollte ihr Mann einen Krankenwagen rufen und die Leiche mitnehmen lassen.

 

In dieser Situation fasst Andreas einen folgenschweren Entschluss: Er dringt in die Wohnung der beiden schlafenden Drogenabhängigen ein und tauscht seinen toten Sohn gegen deren Säugling aus…

Die kaputten Junkies in ihrer total versifften Bude hie, die gutbürgerlichen Eheleute in ihrem sauberen, modern eingerichteten Eigenheim da – „Zweite Chance“ beginnt mit einer arg plakativen Zurschaustellung der unterschiedlichen Lebensverhältnisse der beiden Elternpaare. Das dient letztlich jedoch nur dazu, das Publikum erstmal mit dem Babytauscher sympathisieren zu lassen. Man ist jedenfalls geneigt, das Kindeswohl über die Fragwürdigkeit von Andreas’ Tat zu stellen.

 

Aber so leicht machen es die renommierte dänische Regisseurin Susanne Bier und ihr kaum minder renommierter Autor Anders Thomas Jensen, der etwa schon das Skript für Biers oscargekröntes Drama „In einer besseren Welt“ schrieb, dem Zuschauer dann doch nicht. Je länger der Film dauert, desto offener tritt das moralische Dilemma zutage, in dem Andreas steckt. Dabei wird im Verlaufe des Geschehens auch so manche vermeintliche Gewissheit über den Haufen geworfen – und alles, was anfangs noch allzu konstruiert erschien, ergibt irgendwann einen Sinn.
Zudem erweist sich die fünfte Kooperation von Bier und Jensen nicht nur als ethisch verzwicktes, sondern auch noch als kriminalistisch spannendes Drama.

Nikolaj Coster-Waldau („Game of Thrones“) und Ulrich Thomsen („The International“) sind als Polizei-Kollegen und beste Freunde zu sehen. Lykke May Andersen – internationales dänisches Top-Model – gibt in „Zweite Chance“ ihr beeindruckendes Leinwanddebüt.

Fazit: Ein packender Film, der den Zuschauer in dessen moralischer Haltung stark herausfordert. Überzeugend gespielt ist er obendrein.

Kinostart: 14. Mai; Regie: Susanne Bier; FSK: ab 12; Länge: 104 Min.; Verleih: Prokino; Link: zweitechance-derfilm.de

 

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