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Kinotipp: DIE ABHANDENE WELT

Kinotipp: DIE ABHANDENE WELT

Einem Familiengeheimnis auf der Spur: Das autobiografisch gefärbte Drama von Margarethe von Trotta „Die abhandene Welt“ mit Katja Riemann und Barbara Sukowa in den Hauptrollen erzählt eine Familiengeschichte, in deren Mittelpunkt zwei Frauen stehen, die mehr miteinander zu tun haben, als sie zunächst wahrhaben wollen (Kinostart 7. Mai).

 

Als der alte Paul (Matthias Habich) im Internet auf ein Foto der Operndiva Caterina (Barbara Sukowa) stößt, die große Ähnlichkeit mit seiner verstorbenen Frau Evelyn hat, informiert er davon sofort seine Tochter Sophie (Katja Riemann), die sich als Nachtclubsängerin und Arrangeurin freier Trauungs-Zeremonien über Wasser hält. Mehr noch: Er will, dass sie nach New York fliegt und zu Caterina Kontakt aufnimmt, um mehr über sie zu erfahren.

 

Sophie lässt sich darauf ein und spricht die Diva nach einer Aufführung in der Metropolitan Opera an. Caterina gibt sich jedoch äußerst reserviert. Glück für Sophie, dass deren Agent sich spontan in sie verguckt hat.

 

So kommt es immerhin zu einem weiteren Treffen. Aber immer noch blockt Caterina ab. Sie will von verwandtschaftlichen Beziehungen nach Deutschland nichts wissen. Erst eine Begegnung mit Caterinas dementer Mutter Rosa (Karin Dor) bringt Sophie ein Stück weiter…

 

Der neue Film von Margarethe von Trotta ist autobiografisch inspiriert. Die Regisseurin erfuhr erst nach dem Tod ihrer Mutter durch den Brief einer ihr bis dato Unbekannten, dass sie noch eine ältere Schwester hat. Von daher verwundert es kaum, dass sie für „Die abhandene Welt“ die Rollen der zueinander findenden Schwestern mit ihren beiden Lieblingsdarstellerinnen besetzte. Mit Barbara Sukowa arbeitete sie zuletzt bei „Hannah Arendt“ zusammen, mit Katja Riemann bei „Ich bin die Andere“.

 

Die Wahl erweist sich als gut. Erstere verleiht der Diva die nötige Gravitas, letztere ihrer Sophie jede Menge Charme. Zudem nutzen beide die Gelegenheit, einmal mehr unter Beweis zu stellen, dass sie auch ausgezeichnet singen können. Der Film vermag dennoch nicht restlos zu überzeugen. So mancher Dialog klingt etwas angestrengt. Und während von Trotta der Geschichte, in der es auch noch um zwei zerstrittene Brüder geht, Zeit gibt, sich zu entwickeln, wirkt die Lüftung der letzten Familiengeheimnisse ziemlich überstürzt.

Fazit: Durchwachsenes Drama, dessen größte Attraktionen die beiden Hauptdarstellerinnen sind.

Kinostart: 7. Mai 2015; Regie: Margarethe von Trotta; FSK: ohne; Länge: 101 Minuten; Verleih: Concorde; Link: dieabhandenewelt-film.de

 

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