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Kinotipp: WINNETOUS SOHN

Kinotipp: WINNETOUS SOHN

Mit der am 9. April in unseren Kinos startenden Familienkomödie „Winnetous Sohn“ ist ein besonderer Kinderfilm über Familie, Freundschaft und den ganz großen Traum gelungen, der nicht nur Indianerfans gefallen wird.

 

„Ein Indianer sollte jeden neuen Tag begrüßen wie einen Freund.“ So sieht das Max (Lorenzo Germeno). Der ist zehn Jahre alt und wird von allen nur „Häuptling“ genannt. Wie ein Indianer sieht er nicht gerade aus, aber tief im Herzen ist er ein echter Stammeskrieger. Und nur darauf kommt es schließlich an, meint sein Vater Torsten (Christoph Letkowski).

 

Leider lässt der sich aber ziemlich hängen, seit er aus dem Familientipi ausziehen musste. Max Mutter Birte (Alice Dwyer) ist sogar schon dabei, sich wieder neu zu verlieben! Max muss etwas unternehmen, damit alles wieder so wird, wie es war.

 

Er ist davon überzeugt, dass ihm die Karl-May-Festspiele dabei helfen. Denn die suchen einen neuen Darsteller für Winnetous Sohn. Doch dafür muss er reiten, Lasso werfen, Bogen schießen und auf ein galoppierendes Pferd springen können!

Beim Training für das Casting wäre sein Vater die beste Hilfe – nur kriegt der eben zurzeit nichts auf die Reihe. Wie gut, dass Max im Indianercamp von Evi (Katharina Marie Schubert) auf „Einsamer Wolf“ – eigentlich Morten (Tristan Göbel) – gestoßen ist. In ihm hat Max sofort einen echten Indianer und Blutsbruder erkannt, auch wenn der Indianerspiele doof findet und sich lieber in seinem Zimmer verkriecht.

 

Mithilfe einer Wette macht ihn Max zu seinem Trainer. Das ist keine Kleinigkeit, aber ein Indianer – und auch ein richtiger Freund – gibt nicht so schnell auf…

Regisseur André Erkau über den Film:
„Mal ganz ehrlich: Für einen deutschen Regisseur ist es eher unwahrscheinlich, dass man eine Anfrage erhält eine filmische Hommage an das Western-Genre zu machen. Umso aufgeregter war ich, als man mir das Buch ‚Winnetous Sohn‘ zuschickte.
Winnetou! Ich erinnere mich gut! Das erste Mal in meinem Leben, dass ich vor einem Fernseher geweint habe, war, als Winnetou in den Armen seines treuen Freundes Old Shatterhand starb. Ich war damals sieben Jahre alt und erlebte diesen Moment so intensiv, als wäre ein persönlicher Freund von mir gestorben. Winnetou war nicht einfach nur ein Abenteuerfilm für mich. Es war viel mehr! Es war eine Geschichte über Freundschaft. Und es war ein Plädoyer dafür, dass man für seine Träume einstehen und kämpfen sollte. Ein Film über Sehnsucht …
All dies finde ich in ‚Winnetous Sohn‘ wieder! Dabei gelang den Autoren das Kunststück, den Western in unsere deutsche Gegenwart einzubetten und ihn damit zu erden. So kann man mutig von großen Gefühlen erzählen, sich aber vor falschem Pathos (oder gar unfreiwilliger Komik) schützen, indem man den Feuereifer unserer jungen Helden hin und wieder ironisch bricht – oder die hehren Ziele der Freizeitindianer mit den Tücken des Alltags kontrastiert.
Doch bei allem Spaß und Witz wird unser Film an keiner Stelle zu einer bloßen Western-Parodie, da wir niemals die Ernsthaftigkeit der Figuren und ihrer Lebenssituationen aus den Augen verlieren. Und gerade das – glaube ich – macht ‚Winnetous Sohn‘ so berührend!
Wie erlebt unser Held die Trennung seiner Eltern? Wie sehr leidet er unter seinem Außenseiterdasein Wie groß ist seine Sehnsucht nach Freundschaft und Nähe? All diesen Fragen spüren wir sinnlich nach, ohne jemals in Betroffenheit oder Geschwätzigkeit abzudriften. Statt vieler Worte, starke Situationen und große Bilder. Das ist Kino!“

 

André Erkau verspricht wahrlich nicht zu viel, denn die Koproduktion von Kinderfilm GmbH, ZDF und KiKA, die an Originalschauplätzen in Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt gedreht wurde und das erste Filmprojekt ist, das die Ausschreibung zum „Besonderen Kinderfilm“ des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gewann, versprüht einen Charme, wie es vielleicht nur „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ vor ihm geschafft hat.

 

Aber noch etwas passiert hier: Eltern und Großeltern, die vielleicht noch viel stärker unter dem Einfluss der Karl May-Bücher und Pierre Brice-Filme aufgewachsen sind, machen mit „Winnetous Sohn“ einen kleinen Ausflug in ihre Kindheitswelt der Indianerspiele, während die sie ins Kino begleitenden Kids, die nichts mit den Rothäuten am Hut haben, sich prima mit dem Einzelgänger Morten identifizieren können. Und Tristan Göbel macht seine Sache als wortkarger Katastrophenfan, der ein für ihn peinliches Geheimnis hütet, richtig gut.

 

Sonnyboy des Films ist natürlich Lorenzo Germeno in der Rolle des Max. Ungeachtet seines wenig indianischen, korpulenten Körperbaus kämpft er für sein Ziel und lässt sich durch nichts und niemanden von seiner positiven Sichtweise aufs Leben abbringen nach seinem Motto: „Selbst der wildeste Fluss kann einen Indianer nicht aufhalten!“

 

Auch die Erwachsenenrollen, die in vielen Kinderfilmen dermaßen tumb daherkommen, dass man ja den Respekt vor ihnen verlieren muss, sind in „Winnetous Sohn“ sehr fein gezeichnet. So ist Christoph Letkowski („Männer! Alles auf Anfang„) als Max Vater zwar etwas aus der Spur geraten, aber er vermag es schließlich noch, mit seiner kindlichen Fantasie seinem Sohn Werte zu vermitteln.

 

Für den Klamauk der Komödie sind Uwe Ochsenknecht als Regisseur der Karl-May-Festspiele und Armin Rohde als Mann für Sicherheit und Ordnung auf dem Festspielgelände zuständig. Auch wenn die beiden Charaktere etwas überzogen sind, so tut ihre Dummheit dennoch nicht weh – und Erwachsene lachen gern mit anstatt sich fremdzuschämen.
Der Soundtrack von „Winnetous Sohn“, an dem auch Christoph Letkowski mitwirkte, überrascht mit einer wilden Musikmischung und reichlich Ironie.

Fazit: „Winnetous Sohn“ ist definitv ein besonderer Kinderfilm, den sich die ganze Familie ansehen sollte! Aber Achtung: Es besteht die Gefahr, dass danach Fährtenlesen, Tipi bauen und Co. ganz hoch im Kurs stehen!

Fährtenlesen, Tipi bauen und Co. – Max gibt Tipps, wie aus dir ein waschechter Indianer wird!

 

Max wäre am liebsten ein Indianer. Darum wird er von allen nur „Häuptling“ genannt und kleidet sich gerne in buntem Federschmuck und Lederweste. Ein passendes Outfit reicht aber noch nicht, um ein echter Indianer zu werden, oder? Hier sind Max Tipps, wie auch aus dir ein waschechter Indianer werden kann:

Pfeilbogen schnitzen und schießen

Jeder Indianer braucht einen Bogen! Max besitzt ein besonders schönes Exemplar mit Verzierungen. Das kann man aber auch ganz einfach selbst machen – mit ein bisschen Hilfe deiner Eltern:
Nimm einen stabilen Zweig, der sich dennoch biegen lässt. Schnitze vorsichtig zwei Kerben oben und unten ins Holz. Biege danach den Zweig etwas durch und befestige eine robuste Schnur um die beiden Kerben. Fertig ist der Bogen! Nun nur noch einen Pfeil aus einem kleineren Zweig zurechtschneiden und hinten mittig eine kleine Kerbe setzen, damit der Pfeil später nicht abrutscht. Am wichtigsten ist aber, dass du beim Zielen immer darauf achtest, dass sich niemand in deiner Umgebung befindet!

In der Wildnis Fährtenlesen

Für Indianer ist es wichtig, eins mit der Natur zu sein und sich gut in ihr orientieren zu können. Um zu verstehen, wo sich wilde Tiere aufhalten, ist das Fährtenlesen eine wichtige Fähigkeit für das Leben in der Wildnis. Fährten sind vor allem in nassem Boden und im Schnee gut sichtbar. Anhand der unterschiedlichen Tatzen-, Lauf-, Fuß- oder Huf-Formen kannst du erkennen, welches Tier in welche Richtung gelaufen ist. Mit etwas Glück entdeckst du selbst eine Spur beim nächsten Waldspaziergang!

Reiten lernen

„Von allen Tieren ist das Pferd der beste Freund des Indianers, denn ohne es könnte er keine weiten Reisen unternehmen. Das Pferd ist der wertvollste Besitz eines Indianers. Wenn ein Indianer etwas Wichtiges vorhat, dann verspricht er seinem Pferd, es mit Erdfarben zu bemalen, wenn es ihn unterstützt, sodass alle sehen können, wie sein Pferd ihm geholfen hat“, sagte einst Bravo Buffalo, Medizinmann des Teton Sioux Stammes. Den Indianern waren ihre Pferde sehr wichtig – so auch für unseren Max! Wenn du auch reiten lernen möchtest, keine Angst: Es braucht am Anfang etwas Überwindung, sich auf diese großen Tiere zu setzen, aber jeder kann es lernen.

Mit Zeichensprache kommunizieren
„Yá-át-één“ heißt der Gruß der Navajo-Indianer. Da es aber über hundert indianische Sprachen gibt, die so unterschiedlich sind wie zum Beispiel Deutsch und Spanisch, verstanden das nicht alle Stämme. Um sich trotzdem untereinander verständigen zu können, erfanden die Indianer eine Zeichensprache. Durch Gesten mit Fingern, Händen und Armen und mit Zeigen auf Körperteile und Objekte konnten sie sich austauschen, Verträge schließen und Handel treiben.

 

Mit einigen dieser einfachen Zeichen kannst du mit deinen Freunden stumm kommunizieren und so geheime Absprachen treffen!

Im Tipi wohnen
Tipi heißt die gemütliche Behausung der Indianer und bedeutet nichts anderes als „Platz zum Wohnen“. Und dieses besondere Zelt hat einen großen Vorteil: Man kann es sehr leicht auf- und abbauen. Wenn Gefahr für das Dorf drohte, konnten die Indianer das Lager innerhalb kürzester Zeit abbrechen und weiterziehen.

 

Ein Tipi besteht aus langen Holzstangen, die mit Tierfell überzogen werden. In der Mitte des Tipis befindet sich die Feuerstelle. Der Rauch konnte praktisch durch die Rauchklappe an der Zeltspitze nach draußen abziehen. Für eine abenteuerliche Nacht draußen tut es aber auch ein normales Zelt. Von außen kannst du es mit auf Stoffe gemalten Bildern und Mustern schmücken. So verzierten die Indianer nämlich auch ihre Tipis, um die Bewohner vor bösen Geistern zu schützen.

Und zum Schluss gewährt dir Max noch einen Einblick in sein Tagebuch:

Aus dem Leben eines Nachwuchs-Indianers
Liebes Tagebuch,
ein großes indianisches Sprichwort sagt: Behandele einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen!
Indianer werden ist schwer. Jeden Tag versuche ich, etwas Neues zu lernen, aber das ist echt nicht so einfach. Jetzt versuche ich schon seit einer geschlagenen Woche, endlich mein erstes Feuer selbst zu machen, denn Indianer haben schließlich keine Backöfen oder Mikrowellen. Leider regnet es die ganze Zeit, trockenes Holz zu finden, ist schon mal schwierig. Das kann man aber auch im Supermarkt kaufen und ich hab Mama gefragt, ob sie mir welches mitbringt. Aber so ein Feuer in Gang zu kriegen, menno, ich kann Dir sagen, das ist nicht einfach! Gequalmt hat´s schon ordentlich, aber nicht mal das winzigste Flämmchen war zu sehen. Dabei hab ich mir echt Mühe gegeben! Aber: Im Leben eines Indianers gibt es keine schlechten Tage. Also probiere ich es einfach morgen nochmal!

Drück’ mir die Daumen, liebes Tagebuch!
Dein Max

Für alle, die es sich bei einem Lagerfeuer gemütlich machen und Sternbilder anschauen möchten, hier meine kleine Anleitung ganz ohne Feuerzeug:

Materialien:
Man braucht einen Bogen – dazu nimmt man einen biegbaren Ast und verbindet beide Enden so mit einer Schnur, dass die Schnur stramm ist – einen Holzklotz, einen kleinen dicken Ast, dessen eines Ende man spitz schnitzt, etwas trockenes Gras oder Stroh und einen Stein.

Schritt 1: Man legt den Holzklotz auf den Boden, stellt den Ast mit der Spitze auf den Klotz und obendrauf den Stein. Dort hält man den Stock fest (einfach auf den Stein drücken), man wickelt den Ast mit der Spitze einmal in die Schnur des Bogens ein, so dass er sich dreht, wenn man den Bogen vor und zurück bewegt.

Schritt 2: Dann fängt man an den Bogen zu bewegen, am besten steigert man das Tempo immer mehr, der Ast wird sich durch den Block bohren und es sollte qualmen. Wenn man durch den Block durchgebrochen ist, nimmt man die ganze qualmende Holzasche und legt sie auf einen Haufen. Nun pustet man vorsichtig bis man sieht, dass sie glüht. Wenn das der Fall ist, legt man den gesamten Haufen Asche in den Haufen Stroh/Gras und pustet weiter. Es sollte stark zu qualmen anfangen und irgendwann brennen.

Kinostart: 9. April 2015; Regie: André Erkau; FSK: ohne; Länge: 91 Minuten; Verleih: Weltkino; Link: winnetoussohn.weltkino.de

 

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