Familienleben

Hilfe, unsere Kinder verlassen das Nest!

Hilfe, unsere Kinder verlassen das Nest!

NestEigentlich ist dieser Hilferuf übertrieben, denn wir Eltern freuen uns natürlich, dass es uns scheinbar gelungen ist, drei Menschen zur Selbständigkeit erzogen zu haben. Aber: es tut schon weh, sie ziehen zu lassen!

 

Erst eins, dann zwei, dann drei: Und hast du nicht gesehen, sind alle drei Kinder zu Hause ausgezogen. Der Erste, der das Nest verlassen hat, war der Jüngste. Mit gerade mal 18 Jahren. Das ist nun schon über ein Jahr her. Seine älteste Schwester hat vor ein paar Wochen ihre Sachen gepackt und ist mit ihrem Freund in die erste gemeinsame Wohnung gezogen. Demnächst folgt Umzug Nummer drei: Schwester Nummer zwei hat eine Wohnung gefunden – und macht sich in wenigen Wochen davon.

Phase 1: Stolz
Toll, denkst du, unsere Kinder sind selbstständig. Sie stehen auf eigenen Füßen, sie verdienen eigenes Geld, sie haben eine eigene Bude! Das Hotel Mama ist passé. Da darf man sich als Mutter oder Vater ruhig mal auf die Schulter klopfen: Alles richtig gemacht, wir haben es geschafft, unsere Kinder sind flügge, sie können auch ohne uns! Denn das ist doch, was Eltern wollen: selbstständige, selbstbewusste Kinder, die ihr Leben in die eigene Hand nehmen. Ja, da sind wir jetzt mal ein bisschen stolz drauf. Ein gutes Gefühl, weil du weißt, die Erziehungsbemühungen der letzten Jahre und Jahrzehnte waren nicht ganz umsonst …

Phase 2: Trennung
Dass die Kinder ausziehen, ist aber auch ein blödes Gefühl. Es ist das Ende der Familie, so wie wir sie kennen. Es ist nicht das Ende aller Tage und auch nicht das Ende der Eltern-Kind-Beziehung. Aber eine Trennung, die sich ein bisschen wie eine Amputation anfühlt – inklusive der Phantomschmerzen, wenn du wie gewohnt drei Teller auf den Tisch stellst, dann aber realisierst: Zwei reichen auch.

Phase 3: Verlust
Der schmerzhafteste Moment dieser Trennung war der Tag, an dem Sohnemann zu Hause auszog. Oder besser: der Moment, also ich ohne ihn, nachdem ich seine letzten Kartons und Klamotten an seiner neuen Adresse abgeliefert hatte, zurück nach Hause fuhr. Ich schlich mit 90 über die Autobahn, schob eine sehr gefühlvolle CD in den Player und dann spulte das Kopfkino Bilder seiner bewegten Kindheit ab – Erinnerungen an sein erstes Babylachen, volle Windeln, originelle Streiche, gemeinsame Abenteuer in der Wildnis, chaotische Kindergeburtstage …

Ich spielte kurz mit dem Gedanken, erst mal rechts ran zu fahren, um die feuchten Augen wieder klar zu kriegen. Oder umzukehren, um den „verlorenen“ Sohn wieder nach Hause zu holen. Ich bin wirklich kein sentimentaler Typ, aber dieser Weg war einer der schwersten. Wie das Ende einer langen Reise.

Phase 4: Vorfreude
Aber da wir ja eine ziemlich tolle Familie sind, ist dieses Ende auch der Beginn einer ziemlich tollen neuen Zeit. Ich bin seinerzeit im Streit mit meinen Eltern (oder besser: mit meinem Alten) ausgezogen und habe das Elternhaus später so gut ich konnte gemieden. Unsere Kinder sind zwar weg – aber sie kommen immer wieder, von ganz allein. Sie schauen zum Kaffeetrinken vorbei, zum Essen oder bloß, weil sie gerade in der Gegend sind. Ich bilde mir ein, sie tun das, weil sie doch ein bisschen an ihren Eltern hängen. Familie eben.

Weitere Geschichten aus unserem Familienalltag finden Sie unter „Hilfe, wir sind eine Familie!

Foto: pixabay.com

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