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Kinotipp: DIE SPRACHE DES HERZENS

Kinotipp: DIE SPRACHE DES HERZENS

Das am 1. Januar in unseren Kinos startende Drama “Die Sprache des Herzens” erzählt die bewegende Geschichte von Marie Heurtin, einem taubblinden Mädchen, das eine Nonne aus seinem inneren Gefängnis holt.

 

Marie Heurtin (Ariana Rivoire) wurde blind und taub geboren und ist auch mit 14 noch immer unfähig zu jeglicher Form von Kommunikation. Entgegen eines ärztlichen Rates will ihr Vater (Gilles Treton) sie nicht eine Irrenanstalt bringen.

 

Stattdessen kutschiert er sie zum Institut Larnay nahe Poitiers, wo sich Nonnen um gehörlose junge Frauen kümmern. Doch die Oberin (Brigitte Catillon) mag Marie nicht aufnehmen – zumal die sich heftig gegen das Dableiben sträubt.

 

So zieht der Vater mit seiner Tochter wieder ab. Schwester Marguerite (Isabelle Carré) will sich damit nicht einfach abfinden. Sie fühlt sich berufen, Marie, die weder sehen noch hören und sprechen kann, aus ihrem inneren Gefängnis zu befreien – und stimmt die Oberin um.

 

Nachdem sie es von ihren Eltern abgeholt hat, nimmt sie das sich zunächst weiter wild gebärdende, unsozialisierte Mädchen unter ihre Fittiche.

Das Werk von Jean-Pierre Améris („Die anonymen Romantiker“) basiert auf einem wahren Fall. Gesegnet mit unendlicher Geduld, brachte die selbst lungenkranke Schwester Marguerite der 1885 geborenen Marie Heurtin das Taubstummen-Alphabet bei und öffnete sie für die Welt um sie herum.
Als Zuschauer braucht man ebenfalls etwas Geduld. Denn auch im Film ist es ein langwieriger, von Rückschlägen gekennzeichneter Prozess, bis das widerspenstige Mädchen zu ihrer Lehrerin volles Vertrauen fasst und sich ein erster Erfolg einstellt.

 

Umso beglückter erlebt man mit, wie die nun lernbegierige Marie regelrecht aufblüht. Später, wenn sich Marguerites Lungenleiden gravierend bemerkbar macht, wird sich das Verhältnis der beiden Frauen zueinander auch mal umkehren. Das alles ist nicht nur wegen Améris’ einfühlsamer Regie tief bewegend, sondern auch dank der beiden Hauptdarstellerinnen. Das Zusammenspiel von Isabelle Carré und der selbst gehörlos zur Welt gekommenen Kinonovizin Ariana Rivoire als Marguerite und Marie, deren Kommunikation hauptsächlich über Berührungen erfolgt, funktioniert ganz hervorragend.

Fazit: Sensibel inszeniertes und intensiv gespieltes Drama.

Kinostart: 1. Januar; Regie: Jean-Pierre Améris; FSK: ab 6 Jahren; Länge: 98 Minuten; Verleih: Concorde; Link: SpracheDesHerzens-Film.de

 

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