Familienpolitik

Nur wenige Eltern nutzen das Betreuungsgeld

Nur wenige Eltern nutzen das Betreuungsgeld

manuela-schwesig-gr,property=bild,bereich=bmfsfj,sprache=deSeit über einem Jahr verteilt das Familienministerium Betreuungsgeld an Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kita schicken, sondern zu Hause betreuen. Eine umstrittene Leistung – die bei Müttern und Väter auf wenig Gegenliebe stößt.

Seit August 2013 können Eltern die ihre unter dreijährigen Kinder zu Hause betreuen und auf einen Kita-Platz verzichten, Betreuungsgeld beantragen. Zunächst gab es dafür 100 Euro monatlich, seit August 2014 sogar 150 Euro pro Kind. Von Anfang an gab es Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieser familienpolitischen Wohltat. Aktuelle Zahlen legen einem Zeitungsbericht zufolge nahe, dass das Betreuungsgeld ein Flop ist: Nur wenige Eltern nehmen die Leistung überhaupt in Anspruch.

Bis Ende Juli 2014 hatte das Familienministerium erst rund 138 Millionen Euro fürs Betreuungsgeld ausgegeben, für das Gesamtjahr hatte das Ministerium mit Ausgaben von 515 Millionen gerechnet. Ein Großteil dieser Mittel wird nun wohl in der Kasse verbleiben. Für das kommende Jahr kalkuliert das Familienministerium sogar mit einer Milliarde Euro – es sieht so aus, als könnte sich Familienministerin Manuela Schleswig das Geld sparen.

Denn das Interesse am Betreuungsgeld ist gering. In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, gab es bislang nur knapp 98.000 Anträge, obwohl dort allein im vergangenen Jahr 146.000 Kinder geboren wurden. In Bremen hat nur jeder dritte Anspruchsberechtigte das Betreuungsgeld beantragt, in Mecklenburg-Vorpommern bezogen nur etwas über 1600 Personen die „Herdprämie“.

Nur im Süden der Republik scheint das Betreuungsgeld auf fruchtbaren Boden zu fallen. In Bayern haben laut bayerischem Familienministerium rund 73 Prozent der Anspruchsberechtigten die Leitung beantragt. Das dürfte vor allem die CSU freuen. Denn die Christsozialen waren es, die das Betreuungsgeld durchsetzten. Und sich damit Geld aus Berlin sicherten, um ihre konservativen Stammwähler zu beglücken.

Foto: Bundesregierung / Denzel

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