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Kinotipp: DIE LEGENDE DER PRINZESSIN KAGUYA

Kinotipp: DIE LEGENDE DER PRINZESSIN KAGUYA

Die Legende der Prinzessin KaguyaIn vielen Köpfen gereift, von Regisseur Isao Takahata verwirklicht: Das neue Meisterwerk aus den legendären Ghibli-Studios entführt die Zuschauer mit einer bisher einzigartigen Animationstechnik ab 20. November in die zauberhafte Welt des japanischen Volksmärchens und setzt den uralten Mythos der Mondprinzessin und ihres mysteriösen Lebens auf der Erde in Szene.

 

Eine alte japanische Volkserzählung aus dem 10. Jahrhundert, „Die Legende von der Mondprinzessin Kaguya-hime“, erzählt die inspirierende Geschichte einer mysteriösen Prinzessin im alten Japan, die bereits Thema von Theaterstücken, Kurzfilmen und sogar Videospielen war. Jedoch ist die Bearbeitung von Isao Takahata die erste animierte lange Adaption des Märchens. Er verdeutlicht behutsam die Kehrseite des Strebens nach Besitztümern, die Vergänglichkeit von Schönheit und die Bedeutung von wahrer Liebe auf eine noch nie dagewesene, kunstvolle Art:

Die Legende der Prinzessin Kaguya 3

Eines Tages findet ein Bambussammler ein winziges Baby in einem Bambussprössling. Schnell wächst es bei ihm und seiner Frau zu einem jungen fröhlichen Mädchen heran. Stets ist sie mit ihrem Freund Sutemaru und den anderen Kindern des Dorfes in der Natur unterwegs.

Die Legende der Prinzessin Kaguya 2

Als der Bambussammler in einem abgeschlagenen Bambusstamm Gold und prunkvolle Stoffe findet, sieht er das als Zeichen, dass das Mädchen dazu geboren ist, eine Prinzessin zu sein. Kurzerhand zieht er mit Frau und Kind in die Stadt in einen prächtigen Palast, um dem Mädchen dort eine gute Erziehung zu Teil werden zu lassen.

Die Legende der Prinzessin Kaguya 5

So wird aus dem unbeschwerten Kind die melancholische junge Frau Kaguya, die wegen Ihrer Schönheit von Verehrern so umschwärmt wird, dass ihr gleich fünf Männer aus reichen Verhältnissen Anträge machen. Kaguya aber verlangt ungewöhnliche Hochzeitsgeschenke, die ihr erst gebracht werden müssen. Alle fünf Prinzen scheitern an dieser Aufgabe.

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Dann macht ihr sogar der Herrscher von Japan einen Heiratsantrag…

„Die Legende der Prinzessin Kaguya“  ist das lang ersehnte neue magische Meisterwerk von Regielegende und Studio Ghibli-Mitbegründer Isao Takahata. Fast 15 Jahre nach seinem letzten Film, der Komödie „Meine Nachbarn die Yamadas“, schafft Takahata einen visuell einzigartigen, intelligenten und faszinierenden Kinofilm. Die Bilder sind von Hand animiert, alt-japanischen Wasserfarbmalereien nachempfunden und so noch nie auf der großen Leinwand zu sehen gewesen. Die Trickfilmserie „Heidi“ ist eine der populärsten Regie-Arbeiten des Japaners, die vor allem in Europa große Erfolge verzeichnete.

Prinzessin Kaguya und Heidi
„Die Legende der Prinzessin Kaguya“ hat viel gemeinsam mit „Heidi“, der animierten TV-Serie, inszeniert von Isao Takahata und mit Szenendesign von Hayao Miyazaki aus dem Jahre 1974. Beide Heldinnen wachsen in malerischen Bergregionen auf, doch die Erwachsenen nehmen sie mit sich fort, weil sie das Stadtleben bevorzugen. Sie sehnen sich beide nach ihrer verlorenen Heimat in den Bergen.

Die Legende der Prinzessin Kaguya 4

Während sich die Originalgeschichte von „Heidi“ nicht lange mit der Psychologie und dem Alltagsleben der Figuren aufhält, arbeitete Takahata einfühlsam die Anziehungskraft seiner Heldin heraus und zeigte das Alm-Leben in all seiner Schönheit. Auch „Die Legende von der Mondprinzessin Kaguya-hime“ ist zurückhaltend mit Details in Bezug auf die Prinzessin, was es schwierig macht, ihre Gedanken und Gefühle zu erraten. In der Filmadaption wird der Psychologie von Kaguya und dem Leben in den Bergen jedoch die volle Aufmerksamkeit zuteil, was der Figur eine fühlbare Präsenz verleiht.

Bereits in den 60er Jahren versuchte sich das Produktionsstudio Toei Animation an Kaguyas Geschichte. Ihre Vision eines gemeinschaftlichen Drehbuchs, das von allen Mitarbeitern mitgestaltet wurde, blieb, obwohl der Film nie realisiert wurde. Takahata nahm sich nun fast 55 Jahre später dieses Kompendiums an, mit dem er ohne Drehbuch eine universale Version der ältesten, überlieferten Sage seines Heimatlandes auf Papier bannte. Doch nicht nur die narrative Umsetzung folgt zugleich traditionellen wie innovativen Methoden: Kaguya, die von einem armen Bambusbauern in einem seiner Holme gefunden wird, wächst in wenigen Wochen in der expressiv gestalteten Natur zu einem Teenager, dem die Herzen der Reichen und Mächtigen zufliegen. Mit leichtem, anarchischem Strich, der Figuren mehr andeutet als ausführt, sorgt Takahata für den größtmöglichen Kontrast zur höfischen Welt, in die Kaguya ihren Verehrern folgt. Krasse Tuschestriche zeigen die Mondprinzessin in ihrem goldenen Käfig und lassen auch beim Zuschauer die Sehnsucht nach der weichen Natur aus Kaguyas Jugend aufkeimen.

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Die Parallele zu Heidis Sehnsucht nach der Almheimat ist offensichtlich: Schon vor 40 Jahren hatten Takahata und sein langjähriger Wegbegleiter Hayao Miyazaki mit dem Gedanken gespielt, eine japanische Heidi zu kreieren. „Die Legende der Prinzessin Kaguya“ ist das lang gehegte Ergebnis ihrer Bemühungen.

In der traditionellen handgezeichneten Animation werden Hintergründe und Figuren separat erstellt, das lässt sich bei der „Cel-Animation“ nicht umgehen. Für „Die Legende der Prinzessin Kaguya“ wollte Regisseur Isao Takahata aber etwas Anderes ausprobieren. Im schwebte vor, die Figuren und die Hintergründe zu kombinieren, um dem Traum aller Animationsfilmer näher zu kommen, einen ganzen Film in Bewegung zu versetzen. Dies erwies sich unter den normalen Studiobedingungen als nicht realisierbar, also eröffnete man zusätzlich Studio 7 in unmittelbarer Nähe. Mit dem Umzug des Projekts wollte man auch symbolisch die traditionelle Animation hinter sich lassen.

Realistischere Bewegungen waren das erklärte Ziel; zu diesem Zweck verwendete man eine sketchhafte Kompositionsmethode, um die Figuren mit Leben zu füllen. Der Effekt von Kaguyas Geburtsszene verdankt diesem Ansatz viel.

Ein enormer Aufwand an Zeit und Mühe waren für die Umsetzung des simplen impressionistischen Stils nötig. Belohnt wurde man mit der gewaltigen visuellen Kraft der Bilder und dem erstaunlichen Grad an Realismus. Mit 78 Jahren hat Isao Takahata einen neuen Stil des animierten Ausdrucks erschaffen.

Fazit: Kunstvoll, intelligent, faszinierend und kraftvoll mit einer Verbeugung vor der Natur nimmt “Die Legende der Prinzessin Kaguya” nicht nur eingefleischte Fans des Studio Ghiblis gefangen.

Die Legende der Prinzessin Kaguya_PlakatKinostart: 20. November; Regie: Isao Takahata; FSK: ohne; Länge: 138 Minuten; Verleih: Universum Film; Link: universumfilm.de/die-legende-der prinzessin-kaguya

 

Kommentare anzeigen (6)

6 Comments

  1. Marion Krause

    28. November 2014 in 12:49

    würde ich gerne gewinnen

  2. Christina

    30. November 2014 in 17:08

    Bezaubernde Geschichte – würde ich gerne sehen

  3. Schmidhuber Sieglinde

    1. Dezember 2014 in 13:16

    der Film würde mir gefallen

  4. Erika

    1. Dezember 2014 in 21:45

    diesen bezaubernden Film würde ich mir sehr gern mit meiner Enkelin anschauen

  5. Waltraud

    1. Dezember 2014 in 21:53

    wunderschöner Film, der würde unserer Kleinen gefallen

  6. Pingback: Gewinnspiel: "Die Legende der Prinzessin Kaguya" auf DVD | Absolut Familie

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