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Kinotipp: EIN SCHOTTE MACHT NOCH KEINEN SOMMER

Kinotipp: EIN SCHOTTE MACHT NOCH KEINEN SOMMER

ein schotte familieOpa Gordie wird 75 – und die ganze Familie kommt zum Feiern in die schottischen Highlands. Während der Alte lieber mit seinen drei Enkeln abhängt, richten seine Söhne und deren Frauen systematisch die Familienehre zugrunde (Kinostart: 20. November).

 

Dieser Film ist um Längen besser als sein blöder deutscher Verleihtitel: „Ein Schotte macht noch keinen Sommer“ ist lustig und todernst zugleich und die Hauptrollen spielen drei aufgeweckte Kinder, die sogar ihre erwachsenen Kollegen manchmal ziemlich alt aussehen lassen. „Ein Schotte macht noch keinen Sommer“ ist ein Film über kindisches Benehmen – das hier aber vor allem auf Seiten der Erwachsenen vorherrscht.

ein schotte pike tennantDoug (David Tennant) und seine Frau Abi (Rosamund Pike) packen ihr Auto für einen Familienausflug: Mit ihren drei Kindern wollen sie von London in die schottischen Highlands fahren, um Opa Gordies (Billy Connolly) 75. Geburtstag zu feiern. Doch schon vor dem Start wird klar, dass dieser Ausflug unter einem  schlechten Stern steht. Doug und Abi haben sich nämlich getrennt. Ihre Kinder Lottie (Emilia Jones), Mickey (Bobby Smalldridge) und Jess (Harriet Turnbull) wissen Bescheid und versuchen, jeden Streit zwischen Vater und Mutter im Keim zu ersticken. Wer nicht Bescheid weiß, ist die liebe Verwandtschaft in Schottland.

Natürlich gibt’s schon unterwegs Stress, denn Doug erfährt, dass Abi mit den Kids aus London wegziehen will. So richtig geht der Ärger aber erst auf dem Familienanwesen in Schottland los. Dougs Bruder Gavin (Ben Miller) plant eine Riesenfeier mit über 200 Gästen und will nichts dem Zufall überlassen. Der Pedant nörgelt überdies dauernd an seinem schüchternen Sohn Kenneth (Lewis Davie) herum und treibt seine Frau Margaret (Amelia Bullmore) in den Wahnsinn.

ein schotte connollyOpa Gordie geht lieber Angeln, als das Geburtstagskind zu spielen. Und Doug und Abi versuchen verzweifelt, ihre Trennung geheimzuhalten. Gut, dass sich die drei Kinder bestens mit ihrem Opa verstehen. Ein gemeinsamer Ausflug an den Strand bringt Opa und Enkel näher als je zuvor – und durchkreuzt die Pläne der Erwachsenen …

ein schotte kidsDie Regisseure Andy Hamilton und Guy Jenkins beweisen mit der Auswahl ihrer drei Kinderdarsteller ein sehr glückliches Händchen – und Mut. Denn die britischen TV-Comedy-Spezialisten vertrauten weniger auf professionelle Jung-Schauspieler, sondern mehr einer speziellen Methode. Sie ließen die Kids vor der Kamera ziemlich frei agieren. Die Kinder wussten zwar, worum es ging und worauf sie in der jeweiligen Szene zu achten hatten, aber sie durften während des Drehs hemmungslos improvisieren.

Das Ergebnis ist ein ungewöhnlich frisch und frech aufspielendes Kinder-Trio, das vom Start weg die Herzen der Zuschauer gewinnt. Die Geschwister sind nicht nur ungewöhnlich liebenswert, sie entwickeln auch eine starke Persönlichkeit. Die vierjährige Jess hält im Notfall einfach die Luft an, um ihren Willen durchzusetzen. Der sechsjährige Mickey ist ein absoluter Wikinger-Fan – und setzt seine Kenntnisse in Schottland auf ungewöhnliche Weise ein. Lottie ist für ihre neun Jahre schon ungeheuer ernst und erwachsen: Sie hält die Äußerungen der Erwachsenen in einem Notizbuch fest und gibt in Familiendiskussionen kräftig Kontra.

Die Kinder werden in diesem Film nicht nur mit närrischen Erwachsenen, sondern auch mit dem Tod konfrontiert. In einer geradezu atemberaubenden Szene tun sie etwas, was nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen ist und sogar Polizei und Medien auf den Plan ruft. Aber so, wie die Kinder diese heikle Szene spielen, erscheint ihr Handeln fast logisch.

Die Filmemacher haben sich jedoch nicht ausschließlich auf ihre Kinderstars verlassen, sie haben mit Billy Connolly, Rosamund Pike, David Tennant und Ben Miller hervorragende „Nebendarsteller“ an Bord, die für zusätzliche Highlights in den Highlands sorgen. Billy Connolly als knorriger Alter mit Wikinger-Blut ist ebenso überzeugend wie Ben Miller als Börsenmakler im Schottenrock. Und David Tennant und Rosamund Pike lassen spüren, was es heißt, drei Kinder zu hüten, wenn der Haussegen schief hängt – ein Drahtseilakt, der jederzeit zum Absturz führen kann.

Fazit: Eine britische Tragikomödie zum Lachen und Weinen – mit einer charmanten Story und hinreißenden Darstellern.

ein schotte posterKinostart: 20. November; Regie: Andy Hamilton & Guy Jenkins; FSK: ab 6; Länge: 95 Min.; Verleih: Tobis Film; Link: http://www.schottensommer.de/

 

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