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Kinotipp: HÖHERE GEWALT

Kinotipp: HÖHERE GEWALT

Hoehere Gewalt 4Ob es sich bei dem am 20. November in unseren Kinos startenden schwedischen Film „Höhere Gewalt“ um eine bissige Komödie oder eher um ein satirisches Drama handelt, mag wohl auch vom Geschlecht des beurteilenden Zuschauers abhängen. Denn es geht um die heutige Rolle des Mannes im modernen Familienbild – und da kann schon einmal eine Lawine eine Beziehungskrise auslösen.

 

Das schwedische Ehepaar Tomas (Johannes Bah Kuhnke) und Ebba (Lisa Loven Kongsli) gönnt sich mit seinen beiden Kindern einen Skiurlaub in den französischen Alpen. Am zweiten Tag sitzt die Familie mit weiteren Gästen auf der Restaurantterrasse ihres Resorts, als eine Lawine kontrolliert ausgelöst wird.

Hoehere Gewalt 1

Viele greifen zu ihren Smartphones, um Aufnahmen von dem Spektakel zu machen. Doch als die Schneemassen immer schneller auf die Terrasse zurasen, ergreift die Schaulustigen Panik. Auch Tomas flüchtet instinktiv, während sich Ebba zuerst um die Kinder kümmert.

Hoehere Gewalt 2

Am Ende bleibt die Katastrophe aus. Dafür hat die Beziehung von Tomas und Ebba einen Riss bekommen.

Regisseur Ruben Östlund erzählt in seiner schwedischen Oscar-Einreichung die Geschichte einer existenziellen Verunsicherung: Ebba ist der Meinung, ihr Mann habe seine Familie in einer kritischen Situation einfach im Stich gelassen. Tomas wiederum, der sein Selbstbild erschüttert sieht, mag sein „Versagen“ aber nicht offen eingestehen. In das Ringen um eine Deutung des Geschehens, mit der beide leben können, wird bald auch noch ein nachgereistes befreundetes Paar einbezogen.

Hoehere Gewalt 3

Östlund arbeitet die Psychodynamik zwischen seinen beiden Hauptfiguren, die letztlich beide ihre Ehe nicht scheitern lassen wollen, fein heraus. Immer wieder gelingen ihm Momente von gnadenloser Wahrhaftigkeit. Etwa der, in dem Tomas mit dem Smartphone-Videobeweis seines Fluchtreflexes konfrontiert wird und ihm kein Abwiegeln mehr hilft.

Hoehere Gewalt

Eingestreut ins dramatische Geschehen, bei dem nicht zuletzt weibliche und männliche Rollenbilder verhandelt werden, finden sich aber auch Spuren eines eigenwilligen Humors, die etwas irritierend wirken.

Fazit: Satirisch angehauchtes, überwiegend gelungenes Drama, das den Zuschauer unweigerlich mit der Frage konfrontiert, wie er wohl selbst in einer lebensgefährlichen Situation reagieren würde.

Hoehere Gewalt_PlakatKinostart: 20. November; Regie: Ruben Östlund; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 118 Min.; Verleih: Alamode Film; Link: alamodefilm.de/hoehere-gewalt

 

© Alamode Film

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