Film

Kinotipp: WIE SCHREIBT MAN LIEBE?

Kinotipp: WIE SCHREIBT MAN LIEBE?

wie schreibt grant heathcoteDer Herzensbrecher vom Dienst ist wieder da: Auch als abgehalferter Oscarpreisträger, der sich als Dozent durchschlagen muss, brilliert Hugh Grant als Charmeur, dem (fast) alle Frauen zu Füßen liegen (Kinostart: 13. November).

 

Die neue Hugh-Grant-Komödie liefert genau das, was Fans des britischen Herzensbrechers wollen: gepflegte Unterhaltung, lässigen Humor und einen Hauch Romantik. Und obendrein natürlich einen Hugh Grant in Bestform. In „Wie schreibt man Liebe?“ variiert Grant einmal mehr seine Paraderolle des charmanten Zynikers, der leichtes Spiel mit Frauen hat, aber schwierigen Lebensentscheidungen lieber aus dem Wege geht.

wie schreibt man liebe tomei grantDrehbuchautor Keith Michaels (Hugh Grant) hat einen Oscar gewonnen und reichlich Ruhm und Ehre genossen. Aber das ist lange her. Nun tingelt der Engländer in Hollywood von Studio zu Studio, um seine Skripts zu verkaufen. Erfolglos – Keith ist so abgebrannt, dass er nicht einmal mehr seine Stromrechnung bezahlen kann. Dass einzige, was ihm seine Agentin anbieten kann, ist ein Job als Gastdozent für Drehbuchschreiben am College in Binghamton an der Ostküste.

Widerwillig nimmt Keith den Job an – allerdings nicht in der Absicht, wirklich für sein Honorar zu arbeiten. Die Teilnehmer seines Kurses sucht er nicht anhand der Drehbuchentwürfe der Studenten aus (die liest er gar nicht erst), sondern nach Schönheit: Er wählt einfach die hübschesten Studentinnen aus, nicht die besten. Mit einer von ihnen, der cleveren Karen (Bella Heathcote), landet er auch prompt im Bett.

Das Lehrpersonal am College nimmt Keith ebenso wenig ernst. Mit der einflussreichen, aber humorlosen Jane-Austen-Expertin Professor Weldon (Allison Janney) eckt er gleich beim Begrüßungsdrink an. Der Unterricht verläuft ähnlich holprig, denn Keith ist der Überzeugung, dass man das Drehbuchschreiben sowieso nicht an der Uni lernen kann. Aber da hat der Leichtfuß die Rechnung ohne das Talent seiner Studenten und das Herz der patenten Holly (Marisa Tomei) gemacht.

Die zweifache Mutter und älteste Teilnehmerin seines Kurses schlägt sich mit mehreren Jobs durch, um sich das Studium zu finanzieren. Holly will eine zweite Chance im Leben. Und genau die braucht auch Keith – auch wenn sich der geschiedene und erfolglose Autor das noch nicht eingestehen will …

wie schreibt grant kaplanJa, er kann’s noch: Auch wenn Hugh Grant mittlerweile schon fast ein gesetzter Herr im besten Alter ist, mimt er noch immer sehr überzeugend den ewigen großen Jungen, der jedem Rock hinterherjagt und lieber ein lockeren Spruch vom Stapel lässt, als sich auch nur einmal in ein ernsthaftes Gespräch zu vertiefen.

Dieser unwiderstehliche Charme zwischen Lässigkeit und Verantwortungslosigkeit trägt Grant auch wunderbar durch die erste Hälfte von „Wie schreibt man Liebe?“. Kaum in Binghamton angekommen, landet Keith mit einer blutjungen Studentin im Bett. Später wird er behaupten, er habe ja gar nicht gewusst, dass intime Beziehungen zwischen Lehrkörper und Studierenden verboten sind. Die junge Dame ist doch schon volljährig! Jane Austen lesen, um die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert zu erforschen? Für Keith langweiliges Emanzen-Gewäsch. Damit spricht er zwar den männlichen Kollegen aus der Seele, schafft sich aber (in einer der besten Szenen des Films) einen mächtigen Feind.

In der zweiten Hälfte von „Wie schreibt man Liebe?“ muss Grant seinen respektlosen und vorwitzigen Keith allerdings etwas zügeln. Keith steckt in einer echten Midlife-Krise. Und aus der kommt auch dieser Schlingel nicht ungeschoren heraus. Das funktioniert in dieser Komödie zum Glück nicht über die Liebesgeschichte allein. Zwar bahnt sich eine (rettende) Beziehung zwischen Keith und Holly an, aber in die stolpert der Autor mehr als dass er sie selbst vorantreibt. Die Chemie zwischen Hugh Grant und Marisa Tomei ist zudem nicht perfekt – was aber nur am Rande stört, weil die romantischen Szenen eher dezent bleiben.

Die Schlüsselszene des Films – und damit die Wandlung des leichtfertigen Künstlers in einen gereiften Mann – hat ganz unmittelbar mit dem Drehbuchschreiben zu tun. Und die meistert Grant ebenso souverän wie die heiteren Seiten dieser Komödie.

Im Original heißt der Film „The Rewriting“. Das trifft das Thema ganz genau – der blöde deutsche Verleihtitel „Wie schreibt man Liebe?“ ist ebenso ungelenk wie unpassend.

wie schreibt posterKinostart: 13. November; Regie: Marc Lawrence; FSK: ab 0; Länge: 106 Min.; Verleih: Constantin Film Verleih; Link: http://www.constantin-film.de/kino/wie-schreibt-man-liebe/

 

Kommentare anzeigen (1)

1 Kommentar

  1. Pingback: Gewinnspiel: "Wie schreibt man Liebe?" auf DVD | Absolut Familie

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Film

Das Blog zum Thema Familie – Familienurlaub, Freizeit, Entertainment, Familienleben, Familienpolitik…

Mehr in Film

Nellys Abenteuer

„Nellys Abenteuer“ fürs Heimkino

Barbara Leuschner17. März 2017
Moonlight

Kinotipp: MOONLIGHT

Barbara Leuschner9. März 2017
Trolls 1

Musical-Abenteuer „Trolls“ fürs Heimkino

Barbara Leuschner7. März 2017
Disney mitmach-kino 1

Disney Junior Mitmach-Kino am 5. März!

Barbara Leuschner2. März 2017

Andreas Bourani zu seiner Rolle in Disneys „Vaiana“

Thomas Meins23. Dezember 2016
(Pictured) DORY. ©2013 Disney•Pixar. All Rights Reserved.

Kinotipp: FINDET DORIE

Barbara Leuschner29. September 2016
tschick-start

Kino-Tipp: TSCHICK

Thomas Meins15. September 2016
elliot-der-drache-17-rcm0x1920u

Kinotipp: ELLIOT, DER DRACHE

Thomas Meins25. August 2016

Exklusiver Clip zu CONNI & CO

Thomas Meins2. August 2016
ghostbusters-start

Kinotipp: GHOSTBUSTERS

Thomas Meins1. August 2016