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PRIDE

PRIDE

PrideZu Beginn der kalten Jahreszeit kommt am 30. Oktober „Pride“ ins Kino, ein Film, bei dem einem garantiert warm ums Herz wird: Eine ausgelassene Schwulen- und Lesbentruppe aus London trifft im Sommmer 1984 auf streikende Waliser Bergarbeiter – Irritationen beim ersten Aufeinandertreffen sind vorprogrammiert.

 

„Pride“ ist eine britische Dramödie in der Tradition von „Kalender Girls“ und „Ganz oder gar nicht“, ein Feel-Good-Movie, das fast ohne große Namen auskommt. Immerhin Golden Globe-Gewinner Bill Nighy („Tatsächlich… Liebe“, „Best Exotic Marigold Hotel“, „Alles eine Frage der Zeit„) und die Oscar-nominierte Imelda Staunton („Vera Drake“, „Harry Potter und der Orden des Phönix“) finden sich auf der Besetzungsliste. Dafür bietet „Pride“ jede Menge origineller Charaktere die man im Laufe der historischen Ereignisse lieben lernt.

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„Pride“ erzählt viele kleine Geschichten – und eine große. Die basiert tatsächlich auf wahren Begebenheiten: Es ist Sommer 1984 in London. Ein ausgelassenes Grüppchen von Schwulen und Lesben formiert sich auf dem „Gay Pride“-Protestmarsch spontan zur LGSM („Lesbians and Gays Support the Miners“). Sie sympathisieren und sammeln für die streikenden Bergarbeiter, die die gnadenlose Thatcher-Regierung aushungern lässt. Auch die Schwulen- und Lesben-Szene leidet unter der reaktionären Politik der Eisernen Lady.

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Eher durch Zufall gerät das zarte Vorstadtpflänzchen Joe (George McKay) mitten hinein in die Gruppe der LGSM. Er hat sich noch nicht zu seiner Homosexualität bekannt und wird innerhalb eines Jahres, die der Film umreißt, Intoleranz, Ablehnung, aber auch Solidarität und Freundschaft erleben, bis er sein „Coming out“ wagt.

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Die Bergleute aus der Provinz sind nicht unbedingt für ihre Aufgeschlossenheit gegenüber Homosexuellen bekannt. Das stört die jungen Aktivisten um Leithengst Mark (Ben Schnetzer) nur wenig. Sie sind jung und erlebnishungrig und tatsächlich in der Lage über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken. Sie brennen für die eigene Sache, engagieren sich aber mit dem gleichen Feuer für die Kumpel auf dem Land. Nur das Geld, was die schrille Truppe in bunten Plastikeimern gesammelt hat, findet bei den Gewerkschaften keine Abnehmer.

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Bis die LGSM einen kleinen walisischen Ort namens Onllwyn auftut. Womöglich lag es an der Schwerhörigkeit der betagten Dame, die das Gemeindetelefon bediente. Auf jeden Fall macht sich der Gemeinderatsvorsitzende von Onllwyn Dai (Paddy Considine) auf den Weg nach London, um die Wohltäter kennen zu lernen.

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Selbst der tolerante Dai hat mit seinen eigenen Vorurteilen zu kämpfen, als ihm klar wird, in was für einen schrägen Haufen, er da geraten ist. Andererseits ist er von tiefer Dankbarkeit erfüllt, denn die Arbeiter zu Hause haben zwingend jede Hilfe nötig. Dai lädt die LGSM zum Gegenbesuch nach Wales ein.

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Die bunten Stadtvögel fallen in Onllwyn ein und zünden bei den Provinzlern, unter ihnen die Gemeinderatsmitglieder Hefina (Imelda Staunton) und Cliff (Bill Nighy), ein Feuerwerk der Gegensätze. Doch bei all dem Fremdeln und dem Kulturschock auf beiden Seiten, siegt nach und nach der Respekt für die anderen, über den Kleingeist der Konventionen.

Auf den Spuren von so mitreißenden britischen Feel Good-Filmen wie „Billy Elliot – I Will Dance“ oder dem später zum Broadway-Erfolg mutierten Geheimtipp „Kinky Boots – Man(n) trägt Stiefel“ widmet sich Regisseur Matthew Warchus mit „Pride“ einer wahren Begebenheit und erzählt dabei von ungewöhnlichen Alltagshelden, die in ihrem gemeinsamen Kampf für Gerechtigkeit und Respekt alle Grenzen sprengen.

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Neben Bill Nighy  und Imelda Staunton bilden auch Paddy Considine („Das Bourne Ultimatum“, „The World’s End“) und Dominic West („Chicago“, „Johnny English – Jetzt erst recht!“) sowie Shooting Star George MacKay („Defiance“), Andrew Scott („Sherlock“, „Jimmy’s Hall“) oder der amerikanische Newcomer Ben Schnetzer („Die Bücherdiebin“) das grandiose Darstellerensemble.

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Vom politischen Kampf der beiden Gruppen, sowie deren Annäherung – „Bronski Beat meets Gaelic Folk“ – erzählt Matthew Warchus beschwingt und mit einem tollen Soundtrack unterlegt. Im Wechsel gelingen ihm hinreißend komische sowie tief berührende und dramatische Szenen. Bei all der Hässlichkeit, die die 80iger Jahre hervorbrachten, sei es Mode, Thatcher-Ära oder Aids – „Pride“ beschönigt nichts davon, zeigt aber auch symbolträchtig immer wieder eine Brücke, in atemberaubender Landschaft, die Bergleute und Aktivisten überqueren und damit eine Verbindung schaffen, im Namen der Freundschaft und Solidarität. Gute-Laune-Kino mit Tiefgang!

Pride_PlakatKinostart: 30. Oktober; Regie: Matthew Warchus; FSK: ab 6 Jahren; Länge: 120 Minuten; Verleih: Senator; Link: senator.de/pride

 

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