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GET ON UP – DIE JAMES BROWN STORY

GET ON UP – DIE JAMES BROWN STORY

get on up bosemanDie Verfilmung der Lebensgeschichte von James Brown ist ein Hit: Der Film bietet zwar keine neuen Erkenntnisse über den „Godfather of Soul“, aber einen unverschämt guten Hauptdarsteller – und verdammt gute Musik (Kinostart 9. Oktober).

 

Dieser Mann trug den Namen „Godfather of Soul“ vollkommen zu recht: Wie kein anderer prägte James Brown die schwarze Musik des 20. Jahrhunderts. Er beeinflusste gleich mehrere Musikergenerationen, schuf weltweite Mega-Hits, begeisterte Millionen mit seinen ekstatischen Bühnenshows und bleibt auch knapp acht Jahre nach seinem Tod eine Inspiration für Musiker und Musikliebhaber.

Get On Up 1

So überwältigend sein Erfolg, sein Sound und seine Stimme auch waren – das Leben des „hardest working man in showbusiness“ verlief alles andere als gradlinig: James Brown schaffte es zwar vom bettelarmen Südstaaten-Jungen bis zum millionenschweren Superstar, aber sein Weg war gepflastert von Verzweiflung, Gewalt, Abstürzen und Eskapaden. Dieses Leben in einen Film zu pressen, grenzt an die Quadratur des Kreises. „Get On Up“ versucht daher auch gar nicht erst, so etwas wie einen roten Faden zu verfolgen oder den widersprüchlichen Charakter des James Brown zu erklären. Er klappert zwar die wichtigsten Stationen in Browns Leben ab – von der Kindheit in den 30ern bis zum Comeback in den 90ern –, konzentriert sich aber vor allem auf seine Musik. Und das ist vermutlich der beste Weg, sich dieser Legende zu nähern.

get on up aykroydNach einem missglückten Diebstahl bekommt der 16-jährige James Brown (Chadwick Boseman) sieben Jahre Knast aufgebrummt. Seine Rettung ist der Auftritt einer Gospelgruppe im Gefängnis. Deren Sänger Bobby Byrd (Nelson Ellis) erkennt James’ Talent als Sänger und überredet seine Familie, den obdachlosen jungen Mann nach seiner Freilassung zu Hause aufzunehmen. James übernimmt schon bald das Kommando in der Band, gibt der Gruppe einen anderen Namen und verpasst ihrer Musik einen modernen Sound. Bald werden Plattenfirmen und vor allem der Agent Ben Bart (Dan Aykroyd) auf die „Famous Flames“ aufmerksam. Als die erste Single erscheinen soll, kommt es zum Eklat: Der ehrgeizige James startet lieber eine Solokarriere, als mit seinen Jungs weiter durch die Provinz zu tingeln …

get on up ellis„Get On Up“ hat keine chronologische Struktur: Immer wieder gibt es große Zeitsprünge. Szenen aus den 60er-Jahren mit dem kometenhaften Ausstieg zum schwarzen Superstar stehen neben Episoden aus der deprimierenden und teilweise mutterlosen Kindheit aus den 30ern, dann springt der Film zu seinem Absturz in den 80ern, wo Brown im Gefängnis landet. Das ist zunächst etwas irritierend, folgt aber doch einer gewissen Konsequenz.

Die Handlung in „Get On Up“ ist ähnlich schillernd wie der „Godfather“. James Brown war ein begnadeter Sänger, Entertainer, Erneuerer und Geschäftsmann, aber eben auch ein Gewalttäter, Ekelpaket und Starrkopf. Er gefiel sich als Bürgerrechtler und kinderlieber Onkel ebenso wie als Vietnamkriegs-Patriot und Tyrann. Zwei Konstanten halten den Film zusammen: die Musik und Hauptdarsteller Chadwick Boseman.

get on up bandWer genau hinhört, bekommt zumindest eine Ahnung davon, wie James Brown aus verschiedensten Einflüssen über Jahrzehnte einen speziellen Sound formte, den Funk „erfand“ und Stile mixte, die bis dahin als unvereinbar galten. Der Film ist eine Reise durch die Geschichte der Popmusik des 20. Jahrhunderts. Und diese Reise verläuft höchst lebendig – weil Chadwick Boseman ein kongenialer James Brown ist. Boseman ist Brown – man kann es nicht anders sagen. Die Stimme, der Gesang, die Tanzeinlagen auf der Bühne bis zum berühmten Spagat – Boseman macht das glänzend.

Chadwick Boseman spielt den jungen Brown ebenso wie den Star am Ende seiner Tage, immerhin eine Zeitspanne von etwa fünf Jahrzehnten. Dabei beherrscht er jede Szene, ob im Knast, im Tonstudio, als Familienvater oder auf der Bühne bei einem der zahlreichen nachgestellten und neueingespielten Auftritte. Boseman hat einfach Charisma – wie der große James Brown.

Get On Up_SoundtrackParallel zum Kino-Biopic „Get On Up“ veröffentlicht Universal Music am 10. Oktober 2014 den gleichnamigen Soundtrack zum Film: 
Auf “Get On Up – The James Brown Story” finden sich insgesamt 20 Studio- und Liveversionen vieler seiner größten Soul- und Funkhits – angefangen von “Please Please Please” über “I Got You (I Feel Good)”, “It’s A Man’s Man’s Man’s World” bis hin zu “The Payback” und “Get Up (I Feel Like Being A) Sex Machine”. Zudem sind zwei bisher unveröffentlichte Liveaufnahmen aus dem Kinofilm enthalten. Der Soundtrack “Get On Up – The James Brown Story” ist ab sofort vorbestellbar bei iTunes und Amazon.

get on up posterKinostart: 10. Oktober 2014; Regie: Tate Taylor; FSK: ab 12; Länge: 139 Min.; Verleih: Universal Pictures Germany; Link: http://get-on-up-film.de

 

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