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GONE GIRL – DAS PERFEKTE OPFER

GONE GIRL – DAS PERFEKTE OPFER

Gone GirlRegisseur David Fincher zeichnet in seinem am 2. Oktober in unseren Kinos startenden Thriller „Gone Girl – Das perfekte Opfer“, basierend auf dem weltweiten Bestseller von Gillian Flynn, das Psychogramm einer Ehe auf. Wie gut kennt man den Menschen, den man liebt, wirklich?

 

Wie gut kennt man den Menschen, den man liebt, wirklich?
Diese Frage stellt sich Nick Dunne (Ben Affleck) an seinem fünften Hochzeitstag, dem Tag, an dem seine schöne Frau Amy (Rosamund Pike) spurlos verschwindet. Unter dem Druck der Polizei und des wachsenden Medienspektakels, bröckelt Nicks Darstellung einer glücklichen Ehe.

Gone Girl 1

Durch seine Lügen, Täuschungen und sein merkwürdiges Verhalten stellt sich jeder bald dieselbe unheimliche Frage: Hat Nick Dunne seine Frau ermordet?

Auf „Gone Girl“, dem packenden Bestseller-Thriller, den man einfach gelesen haben muss, basiert David Finchers neuester Film. Er unternimmt eine Reise in die zeitgenössische Medien(un)kultur, führt den Zuschauer in die dunklen Untiefen einer amerikanischen Ehe, mit all ihren gebrochenen Versprechen und unsagbaren Betrügereien und ist gleichzeitig eine bitterböse Komödie.

Das Paar, das im Zentrum der Geschichte steht: Der ehemalige New Yorker Autor Nick Dunne und seine einst so „coole” Frau Amy, die zwischenzeitlich auf dem Höhepunkt der Rezesssion versuchen, im Mittleren Westen über die Runden zu kommen. Sie scheinen eine perfekte Ehe zu führen. Dann aber, verschwindet Amy – und der schöne Schein zeigt Risse. Nick gilt schnell als Hauptverdächtiger, was auch daher rührt, dass er sich höchst verdächtig benimmt. Über Nacht beherrscht Amy die Schlagzeilen, die Suche nach ihr – tot oder lebendig – wird zur öffentlichen Angelegenheit. Genauso wie ihre Ehe, nach deren Einzelheiten die Öffentlichkeit giert.

Und so wie Nick und Amy einst als personifiziertes Traumpaar galten, steht nun Amys Verschwinden sinnbildlich für die typische amerikanische Familientragödie. Die Suche nach ihr entwickelt wie sich zum Gang durch ein Spiegelkabinett. Gut oder böse? Täter oder Opfer? Lügen und Geheimnisse überall. Immer neue, schockierende und überraschende (Un-)Wahrheiten kommen zu Tage, als immer komplizierter und komplexer erweist sich der Fall. Und so schälen sich schließlich Schlüsselfragen heraus: Wer ist Nick? Wer ist Amy? Wie sind wir in unseren Ehen, wo stehen wir in der Gesellschaft? Was ist wahr, was unwahr, was Bild, was Abbild…?

Als Nick Dunne an seinem fünften Hochzeitstag nach Hause kommt, findet er seine Haustüre sperrangelweit offen vor, die Möbel sind im Wohnzimmer verstreut und von seiner bildhübschen, semi-berühmten Frau fehlt jede Spur. Und so beginnt seine öffentliche Verwandlung vom glücklichen Gatten in einen Mann, der sich fortan im Scheinwerfer der Öffentlichkeit windet. Bald gilt der einstige Liebling der Stadt als Hauptverdächtiger – kein Wunder, verstrickt er sich doch in ein Netz aus Lügen und Falschaussagen. In den Medien kommt er schlecht weg: Er gesteht Enttäuschungen ein, ist voller Vorurteile und hat Geheimnisse, die Anlass zu Spekulationen geben. Aber ist Nick auch ein Killer?

Gone Girl 2

Amy Dunne ist verschwunden. Aber in dem Moment, in dem sie sich in Luft auflöst wird sie zur Mediensensation, zum Inbegriff all jener wunderschönen, fragilen Dinge, die in dieser Welt so leicht verloren gehen. Nun kennt sie in den USA jeder. Aber nicht so, wie sie wirklich ist.

Es ist vielmehr so, dass Amy nie wirklich eine klar definierte, eigenständige Person war. Sie wuchs im Schatten ihrer Psychologen-Eltern auf, die erfolgreiche Kinderbücher schrieben und sie als Vorlage für ihre Heldin, die irrational perfekte „Unglaubliche Amy” missbrauchten. Später verwandelte sie sich in das Mädchen, von dem sie glaubte, dass Nick es besonders begehrte – in ein „cool girl“, eine sexy, umgängliche Frau, die alles immer bestens im Griff hat.
Und dann, nach ihrem Umzug in Nicks, von der Rezession schwer getroffene Heimatstadt, ändert sich Amy abermals – nicht zuletzt auch, weil für die Übersiedlung auch ihr Treuhandfonds komplett aufgelöst werden musste.

Gone Girl 3

Wer ist also Amy Dunne eigentlich? Dieser komplizierten Frage musste sich Rosamund Pike stellen, die in „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ ihre schauspielerische Vielseitigkeit und ihre großes Können eindrucksvoll unter Beweis stellt. In den vergangenen Jahren hat Rosamunde Pike durch ihre vielseitige Rollenwahl immer wieder auf sich aufmerksam gemacht, ihre Karriere verlief konsequent in eine Richtung: nach oben – in die erste Liga Hollywoods. Nachdem Pike 2002 als Doppelagentin ‚Miranda Frost‘ in „James Bond 007 – Stirb an einem anderen Tag“ internationale Beachtung fand, folgten u.a. Rollen in Jane Eyres „Stolz & Vorurteil“ (2005) und „An Education“ (2009) unter der Regie von Lone Scherfig, bis zu ihrem Auftritt an der Seite von Simon Pegg in „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück„.

Zu den Verdächtigen, die mit Amys Verschwinden in Zusammenhang stehen könnten, zählen auch Exfreunde, darunter Desi Collings. Er, steinreich, kennt Amy aus ihrer gemeinsamen Zeit an der „prep school” und ist nie darüber hinweg gekommen, dass sie ihn verlassen hat. Immer noch schreibt er ihr Liebesbriefe. Im Part des Desi ist der Bühnen-, TV- und Kinoschauspieler Neil Patrick Harris zu sehen.

Gone Girl 4Als Nick des Mordes verdächtigt wird, engagiert er den Mann, der als Spezialist für solche Fälle gilt: Verteidiger Tanner Bolt, den so genannten „Schutzpatron der Gattinnenmörder”. Diesen Part hat Fincher ganz überraschend mit dem Filmemacher, Medienmogul und Schauspieler Tyler Perry besetzt, der hier erstmals in einer ernsten Rolle zu sehen ist.

Die Person, die Nick Dunne zurück nach Missouri lockt, ist seine Zwillingsschwester „Go”. Sie meint, den „verlorenen Sohn” besser zu kennen als alle anderen. Nachdem sie ihre früheren Ambitionen begraben mussten, betreiben sie nun gemeinsam eine Bar. Als Amy verschwindet, bleibt Margo (Carrie Coon) Nicks einzige Vertraute, die noch an seine Unschuld glaubt – oder doch nicht?

Gone Girl 5

Als Nick seine Frau als vermisst meldet, markiert dies den Beginn seines unangenehmen, unbequemen Aufeinandertreffens mit Detective Rhonda Boney, der in dem verzwickten Fall die Leitung übertragen wird. Die Frau, die sich für die Wahrheit und nichts als die Wahrheit interessiert, könnte Nicks Rettungsanker sein und sie ist die einzige Figur von „Gone Girl“, die nicht um Selbstdarstellung bemüht ist. Kim Dickens, die man aus „Blind Side – Die große Chance” sowie den TV-Serien „Deadwood”, „Friday Night Lights” und „Sons of Anarchy” bestens kennt, schlüpft in den Part der Polizistin.

In der Rolle von der in den Fall involvierten Studentin Andie ist Emily Ratajkowski zu sehen. Das Model, das in „Gone Girl“ ihr Leinwanddebüt gibt, kennt man auch durch ihre Hauptrolle in Robin Thickes kontrovers diskutiertem Musikvideo „Blurred Lines”.

Bei seinem Erscheinen im Jahr 2012 entpuppte sich Gillian Flynns „Gone Girl“ als echtes Ereignis – nicht nur liebten die Leser den überaus spannenden Roman, der zum Bestseller des Sommers avancierte, auch die Kritik war von ihm begeistert. Gelobt wurde die geschickt aufgebaute Spannung, der elegante Erzählfluss und auch der Mut der Autorin, in die Untiefen der menschlichen Seele vorzustoßen und sich mit heiklen Themen wie Ehe und Besitz, Privatheit und Öffentlichkeit, Schein und Sein auseinanderzusetzen. In punkto Krimi überraschte das Buch zudem mit zwei gleichwertigen, dubiosen, wenig vertrauenswürdigen Protagonisten, den zwei Hälften einer kaputten Ehe, die sich bis aufs Messer bekriegen, einander manipulieren und den Leser in ihr Lügengeflecht mit einspinnen.

Der Roman drängte sich für eine Kinoadaption geradezu auf, aber es gab auch jede Menge Fallstricke, an denen ein Regisseur hätte scheitern können. Die Figuren des Romans waren so präzise gezeichnet, dass es eher unmöglich schien, dass ein Filmemacher sie so gut zum Leben erwecken könnte wie die Autorin. Glücklicherweise stellte sich Flynn selbst der schwierigen Herausforderung, ein Skript zu schreiben, das es möglich machte, die Essenz ihres Buches und seine dichte Struktur nebst vielschichtiger Charaktere glaubwürdig auf die Leinwand zu übertragen.

Und dann kam es zur Zusammenarbeit zwischen Flynn und David Fincher. Die beiden waren die perfekte Paarung für diesen Stoff – Flynn mit ihrem guten Gespür für ihre Figuren, Fincher mit seinem Geschick, Geschichten überaus atmosphärisch erzählen zu können. Die beiden ergänzten sich bei dieser schwarzhumorigen Mär um (Ehe-)Leben, Berühmtheit und Selbstdarstellung ideal.

Gone Girl_PlakatKinostart: 2. Oktober; Regie: David Fincher; FSK: ab 16 Jahre; Länge: 150 Minuten; Verleih: Twentieth Century Fox of Germany; Link: gonegirl-derfilm.de

 

© 2014 Twentieth Century Fox

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