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EIN SOMMER IN DER PROVENCE

EIN SOMMER IN DER PROVENCE

Ein Sommer in der Provence„Ein Sommer in der Provence“ ist eine Familiengeschichte, die vom Aufprall zweier völlig verschiedener Generationen erzählt, von Vorurteilen und kulturellen Unterschieden, eingerahmt in traumhaft schöne Bilder der weitläufigen Alpillen-Landschaft im Herzen der Provence. Jean Reno gibt den kauzigen Großvater, der sich plötzlich mit seinen Enkeln konfrontiert sieht – ab 25. September im Kino.

 

Für Léa (Chloé Jouannet), Adrien (Hugo Dessioux) und ihren kleinen Bruder Théo (Lukas Pelissier) stehen die Ferien vor der Tür. Dieses Jahr fahren sie das erste Mal zu ihren Großeltern. Das Reiseziel – die Provence. Umgeben von Olivenbäumen in weitläufiger Landschaft, weit weg vom Pariser Großstadttrubel an einen gottverlassenen Ort, den selbst das Handynetz kaum noch erreicht – für die beiden Teenager nicht gerade eine verlockende Vorstellung.

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Weil der Vater am Vorabend verkündet hat, die Familie zu verlassen, wurde kurzerhand beschlossen, die Kinder den Sommer über zu dem ihnen noch unbekannten Großvater Paul (Jean Reno) zu schicken. Und das, obwohl der Kontakt zwischen Paul und seiner Tochter schon seit vielen Jahren auf Eis liegt, und er seine Enkelkinder noch nie gesehen hat. Also nicht gerade die besten Aussichten auf gute Laune und eine spaßige Ferienzeit.

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Auch die Freude von Großmutter Irène (Anna Galiena) über diesen Familienurlaub ist da kein Trost. Nur der kleine gehörlose Théo, der von den Unstimmigkeiten nicht allzu viel mitbekommen hat, freut sich mit kindlicher Neugierde auf das Abenteuer Provence.

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Paul ist wütend, dass seine Tochter ihm nach Jahren der Funkstille einfach ohne Vorwarnung ihre Kinder überlässt und macht keinen Hehl daraus. Zumal er feststellen muss, dass die Erwartungen dieser, in seinen Augen verzogenen Großstadtbengel, so gar nicht mit seinen Lebensvorstellungen konform gehen. Seit Jahren zurückgezogen und im Einklang mit der Natur lebend, sind ihm die Olivenbäume die liebsten Gesprächspartner. Und nun platzen seine lauten, rebellischen Teenagerenkel wie Störenfriede in sein Leben.

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Irène bemüht sich zwar, zwischen den beiden Parteien zu vermitteln, doch auch sie muss einsehen, dass hier zwei Welten aufeinanderprallen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es keine 24 Stunden später zum ersten großen Eklat zwischen Teenagern und Großvater kommt. Théo jedoch lässt sich von diesen Turbulenzen nicht abschrecken und schließlich ist er es, der dem scheinbar so griesgrämigen alten Sturkopf das erste Lächeln entlockt.

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Stehen Léa und Adrien zwar zunächst weiterhin auf Kriegsfuß mit ihrem Großvater, so finden doch auch sie allmählich Gefallen an diesem verschlafenen Örtchen. Denn auch am Ende der Welt wartet das große Abenteuer Liebe. Bei ihrem ersten Ausflug ins nächste Dorf haut es Adrien förmlich aus seinen neuen Nikes, als er die Dorfschönheit Magali (Aure Atika) zum ersten Mal sieht. Fortan ist er Stammgast an ihrem Eisstand. Und Léa macht Bekanntschaft mit dem charmanten Pizzabäcker Tiago (Tom Leeb).

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Als sich Adrien einen Streich erlaubt und Paul heimlich bei Facebook anmeldet, um dessen alte Freunde einzuladen, kommt es zur entscheidenden Wendung in der konfliktreichen Beziehung zwischen Paul, Léa und Adrien. Denn mit Pauls Freunden hält plötzlich die turbulente Vergangenheit der Großeltern Einzug in das abgelegene Bauernhaus und Paul wird von seinen Erinnerungen eingeholt…

Nach dem Kriegsdrama „Die Kinder von Paris“ überrascht Regisseurin Rose Bosch mit „Ein Sommer in der Provence“ das Publikum nun mit einer liebevollen Hommage an ihren Heimatort und widmet sich dem interessanten Thema Generationenkonflikt zwischen Großvater und Enkeln. Und das lässt sich auch interessant an, denn nur zu gut lassen sich die einzelnen Positionen nachvollziehen: Da ist der naturverbundene Großvater, der zu allem Übel auch noch von seiner Frau mit dem Besuch der Enkel überrumpelt wurde, und ihm gegenüber stehen zwei abenteuerhungrige Jugendliche, denen in der Einöde die Decke auf den Kopf fällt.

Das Bewältigen der Trennungssituation der Eltern fällt jedoch komplett unter den Tisch und findet sich höchstens noch in der Tatsache wieder, dass der Großvater weder den Streit mit seiner Tochter noch den Tod seines Bruders jemals verarbeitet hat. Kommt der Zuschauer also zu dem Schluss, dass mangelnde bzw. „falsche“ Kommunikation hier das Thema ist, dann macht das insofern Sinn, als das der gehörlose kleine Enkel mit niemandem ein Problem hat, weil er unvoreingenommen auf die anderen zugeht.

Ist man also gerade dabei, die zarte Annäherung der beiden Generationen durch gegenseitige Akzeptanz als harmonisch roten Faden durch die Familiengeschichte zu entschlüsseln, da wird leider noch ein Fass aufgemacht – und das kommt mit der Hippie-Vergangenheit der Großeltern und den sich scheinbar endlos ausdehnenden Gesangseinlagen der alten Freunde der Großeltern am Lagerfeuer nun schier zum Überlaufen.

Rose Bosch sagt: „Ich wollte Bilder von weitläufigen Horizonten, Freiheit und Lebensgefühl einfangen, einen lichtdurchfluteten Film machen. Und von dem einzig wahren Trost erzählen, dem einen das Altern zu bieten hat: den Beziehungen, die bis ins Alter bestehen bleiben, und das sind die familiären und freundschaftlichen.“ Die Provence, der heimliche Hauptdarsteller des Films, punktet hier zumindest auf ganzer Linie.

Die Provence – Malerische Landschaften, so weit das Auge reicht

Ein Sommer in der Provence 7Im äußersten Südosten Frankreichs gelegen, erstreckt sich das Landschaftsgebiet der Provence über sechs Départements, die zusammen die Region „Provence-Alpes-Côte d’Azur“ bilden.

Knapp 5 Millionen Menschen leben in der Region: Während im dicht besiedelten Département Bouches-du-Rhône fast 390 Einwohner pro Quadratkilometer wohnen, treten sich die Leute im idyllischen Alpes-de-Haute-Provence (nur ca. 23 Einwohner je qm) nicht gerade gegenseitig auf die Füße.

Violett leuchtende Lavendelfelder sind oft das erste, was Menschen in den Sinn kommt, wenn sie an die Provence denken. Wer vom wunderbaren Duft des Lippenblütlers nicht genug bekommen kann, macht im Sommer am besten eine Tour entlang der Lavendelstraße „Route de la Lavande“.

Ein Traum für Romantiker und Fotografen sind auch die vielen kleinen Dörfer. Ob nun Èze mit seinem wunderschönen Ausblick, Vaison la Romaine, Gordes, Gassin, Lourmarin, Bonnieux, Grimaud oder das „Ockerdorf“ Roussillon – es ist kaum möglich, sich an der idyllischen Pracht der unzähligen Dörfer satt zu sehen.

Auf den Speisekarten provenzalischer Restaurants finden sich traditionell sehr viele Gemüse-Gerichte wie beispielsweise die Ratatouille, aber auch Bouillabaisse und andere Fischgerichte. Wenn Fleisch auf den Teller kommt, dann vor allem Lamm. Was köstlich klingt, ist leider nicht gleich jedermanns Geschmack. Im Film verschmähen Léa, Adrien und Théo zunächst Oma Irènes provenzalische Kochkünste, als diese ihren Enkeln Lamm mit Auberginen auftischt.

Wer die Provence besucht, kommt an ihnen ganz nicht vorbei: Santons – die bunt bemalten Tonfiguren, welche sehr typisch für die Region sind. Eingefleischte Sammler besuchen in Les Baux-de-Provence das „Musée des Santons“ mit seiner riesigen Ausstellung.

Natürlich gibt es in „Provence-Alpes-Côte d’Azur“ auch zahlreiche sehenswerte Städte, darunter Marseille – die zweitgrößte Stadt Frankreichs, Nizza, Toulon und Avignon – um nur einige zu nennen.

Eine weltweit beliebte Spezialität der Provence ist ihr Olivenöl. Die besten Sorten stammen unter anderem aus der Kleinstadt Nyon, deren Öle seit 1994 die geschützte Herkunftsbezeichnung „Appellation d’Origine Contrôlée“ tragen. Auch Paul stellt im Film sein eigenes Olivenöl her und erhält dafür sogar eine Auszeichnung. In seinem Olivenhain findet er Ruhe und Kraft.

Als wärmste Gegend Frankreichs verwöhnt die Provence alle Naturfreunde übrigens mit bis zu 3.000 Sonnenstunden pro Jahr.

Vielerorts findet man noch Spuren der alten Römer. Eine der beeindruckdsten Hinterlassenschaften ist sicher das Aquädukt Pont du Gard, welches noch bis heute sehr gut erhalten ist.

Möchte man eine der vielen Spezialitäten der Provence kaufen, muss man meist nicht lange suchen, denn irgendwo ist immer gerade Markttag – selbst in den kleinsten Orten gibt es reglmäßig Wochen- und Bauernmärkte. Langschläfer haben hier allerdings schlechte Karten, denn die Märkte enden oft schon mittags.

Die Calanques bei Cassis sind Buchten mit beeindruckenden Felswänden, von denen viele nur über Wanderwege oder per Boot zu erreichen sind. Eines der vielen Highlights ist beispielsweise die wunderschöne Badebucht Calanque d’En-Vau.

Wer die herrliche Region im südosten Frankreichs einmal als malerische Kulisse einer Familienkomödie auf der großen Leinwand erleben möchte, sollte sich also „Ein Sommer in der Provence“ ansehen.

Ein Sommer in der Provence_PlakatKinostart: 25. September; Regie: Rose Bosch; FSK: ab 6 Jahren; Länge: 105 Minuten; Verleih: Concorde; Link: SommerinderProvence-film.de

 

© 2014 Concorde Filmverleih GmbH

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