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GEMMA BOVERY

GEMMA BOVERY

Gemma BoveryDer große französische Schriftsteller Gustave Flaubert schuf 1856 mit „Madame Bovary“ einen Roman für alle Sinne. Mit „Gemma Bovery“ ist eine moderne und durchaus komische Neuinterpretation des Klassikers gelungen, in dem – wie schon bei „Chocolat“ oder „Lunchbox“ – die Liebe vor allem durch den Magen geht…ab 18. September im Kino.

 

Martin (Fabrice Luchini) ist ein Ex-Bohemien alter Pariser Schule, der mehr oder minder freiwillig die väterliche Bäckerei eines kleinen Dorfes in der Normandie übernommen hat. Was von den Ambitionen seiner Jugend übrig geblieben ist, sind seine blühende Fantasie und eine flammende Leidenschaft für die große Literatur, insbesondere die Romane von Gustave Flaubert.

Gemma Bovery 1

Kein Wunder, dass es ihn aufwühlt, als zwei junge Eheleute aus England, deren Namen seltsam vertraut klingen, sich auf einem in seiner Nachbarschaft gelegenen Bauernhof niederlassen: Die Neuankömmlinge heißen nicht nur Gemma und Charles Bovery (Gemma Arterton, Jason Flemyng), auch ihr Verhalten scheint geradewegs von Flauberts Helden inspiriert zu sein.

Für den heimlichen Künstler, der in Martin schlummert, ist die Gelegenheit zu schön, um – neben dem täglichen Brotteig – nicht auch das Schicksal dieser Menschen aus Fleisch und Blut zu formen. Doch die schöne Gemma Bovery kennt sich mit klassischer Literatur überhaupt nicht aus und will eigentlich nur ihr eigenes Leben leben.

Gemma Bovery 2

Dass das Leben in einem alten Haus in der Normandie jedoch nicht nur einer verklärt-romantischen Fantasie entspricht, stellen die beiden Briten bald anhand eines undichten Dachs und weiterer Baufälligkeiten fest, was zu ersten Unstimmigkeiten im Eheleben führt. Charlie, Gemmas älterer Mann, verbringt außerdem den größten Teil seiner Zeit damit, als Restaurator fern von London Fuß zu fassen; Gemma, ohne eigene Aufträge als Inneneinrichterin, bleibt deshalb viel Zeit für sich. Auf ausgedehnten Spaziergängen mit ihrem Hund erkundet sie ihre neue Heimat und die Schönheit der Natur. 

Gemma Bovery 4

Zufällig trifft Gemma dabei immer wieder auf ihren Nachbarn, der ebenfalls mit seinem Hund unterwegs ist und der dem sinnlichen Zauber Gemmas immer weiter verfällt. Gemma nimmt seine Gefühle nicht wahr, ihre Aufmerksamkeit gilt der französischen Esskultur und dem Savoir-vivre; schon bald steht sie das erste Mal in Martins Boulangerie vor seinen duftenden Brotkreationen. Martin nutzt die Gunst der Stunde, um Gemma in die Kunst des perfekten Teigknetens einzuführen, was für Gemma ein Teil der bewunderten französischen Lebensart ist.

Gemma Bovery 3

Für Martin dagegen ist dies der Moment, in dem seine längst vergessen geglaubte Libido wiedererwacht. Sein Hang zu Flauberts Literaturklassiker beflügelt Martins Fantasie bis aufs Äußerste, immer weiter verstrickt er sich in die Idee, Gemma sei die moderne Variante der tragischen Romanfigur, sodass es selbst seiner scharfzüngigen Frau Valérie und ihrem pubertierenden Sohn Julien auffällt… 

„Gemma Bovery“ ist eine extrem unterhaltsame Neuinterpretation des Klassikers von Gustave Flaubert, die zu großen Teilen auf der Graphic Novel von Posy Simmonds beruht. Auf der Grundlage von Flauberts Meisterwerk hat Simmonds ein vielschichtiges Panoptikum über geheime Sehnsüchte, Träume und Lebenslügen, Betrug und Enttäuschung sowie Ehebruch und seine Konsequenzen geschaffen. Die Graphic Novel wurde von Regisseurin Anne Fontaine („Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft“) adaptiert und für die große Leinwand fabelhaft in Szene gesetzt. Man sollte nicht glauben, dass sich britischer und französischer Humor so perfekt ergänzen – das muss wohl an der Normandie liegen! Neben Frankreichs Schauspielgröße Fabrice Luchini („Das Schmuckstück“, „Nur für Personal!“) stehen die Britin Gemma Arterton („Song für Marion“, „James Bond 007 – Ein Quantum Trost“) in der Titelrolle, Jason Flemyng („Das hält kein Jahr“, „Große Erwartungen“) als Gemmas Mann Charlie sowie der Frankokanadier Niels Schneider („Herzensbrecher“, „I Killed My Mother“) als Gemmas junger Liebhaber Hervé vor der Kamera.

Gemma Bovery_PlakatKinostart: 18. September; Regie: Anne Fontaine; FSK: ab 6 Jahren; Länge: 99 Minuten; Verleih: Prokino; Link: gemma-bovery.de

 

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