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LOLA AUF DER ERBSE

LOLA AUF DER ERBSE

Lola auf der Erbse 1Lola lebt mit ihrer Mutter auf einem alten Hausboot namens „Erbse“. Aus der Sicht der Elfjährigen erzählt der am 4. September in unseren Kinos startende Film „Lola auf der Erbse“ nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Annette Mierswa fantasievoll und kindgerecht von deren Umgang mit der Trennung der Eltern, dem neuen Freund der Mutter und Lolas neuem Freund, dessen kurdische Familie ein großes Geheimnis hütet.

 

Die elfjährige Lola (Tabea Hanstein) lebt mit ihrer Mutter Loretta (Christiane Paul) auf dem alten aber wunderschönen Hausboot namens „Erbse“. So hat ihr Vater das Boot getauft, weil Lola als kleines Mädchen einmal eine ganze Nacht durchgeweint hat und ihr Vater am nächsten Morgen einen Krümel unter ihrer Matratze gefunden hat – fast so, wie im Märchen „Die Prinzessin auf der Erbse“.

Lola auf der Erbse 4

Eigentlich haben die beiden ein schönes Leben – wenn nicht der fiese Nachbar und Präsident der Wassersportfreunde, Herr Barkelt (Antoine Monot Jr.), ständig herummeckern würde: Ihm passt das alte Hausboot nicht, denn er plant einen schicken Yachthafen mit Wasserskianlagen. 

Lola auf der Erbse

Seit sich Lolas Vater (Markus Hammer) vor zwei Jahren sozusagen „in Luft aufgelöst“ hat, ist sie immer mehr zur Außenseiterin geworden: Sie geht nicht mehr zum Friseur, lässt die roten Haare, mit denen ihr Vater sie noch kannte, einfach raus wachsen. Und sie wäscht ihren Hals nicht mehr, denn dort hat Lolas Vater ihr einen letzten Kuss aufgedrückt, bevor er ging.

Lola auf der Erbse 2

Auch in der Schule ist Lola eine Einzelgängerin, aber das ist ihr egal – bis eines Tages Rebin (Arturo Perea Bigwood), der neue Schüler, auftaucht. Niemand weiß, woher er und seine Familie kommen, denn er redet nicht viel und geht den anderen Schülern lieber aus dem Weg – was Lola gut verstehen kann. Komisch ist nur, dass Rebins Familie sehr ängstlich ist und er nach der Schule heimlich arbeiten gehen muss…

Lola auf der Erbse 3

Normalerweise verstehen sich Lola und ihre Mutter ja sehr gut, aber ausgerechnet jetzt passiert das Unfassbare: ihre Mutter hat einen neuen Freund! Er heißt Kurt (Tobias Oertel), ist Tierarzt – und dummerweise ziemlich nett. Aber einen Papa kann man doch nicht einfach so auswechseln! Und so tut Lola alles, um die beiden auseinander zu bringen.

Zum Glück hat Lola Kapitän Solmsen (Olaf Krätke), bei dem sich alle fragen, ob er überhaupt jemals zur See gefahren ist, oder nur „Seemannsgarn“ spinnt. Der verschrobene Alte kann Lola gut verstehen, weiß immer alles und hat so manchen Rat für Lola. Er weiß auch, wo sie Rebin finden kann. Die beiden freunden sich miteinander an. Als jedoch Rebins Mutter schwer erkrankt, werden die Dinge kompliziert und Lola findet heraus, dass Rebin ein dunkles Geheimnis hat…

Neben einer sehr behutsamen Herangehensweise an das Thema „Trennungskinder“ und der damit verbundenen Sehnsucht nach dem abwesenden Elternteil, das „Lola auf der Erbse“ ausschließlich aus der Sicht des Kindes schildert, behandelt die Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuchs von Annette Mierswa auch anhand der kurdischen Familie um Rebin die Problematik von Armut und Illegalität. All das geschieht ebenfalls ausschließlich aus der Sicht von Lola, und so mag es zuweilen Erwachsenen vorkommen, als würden die Themenfelder allzu banal behandelt.

Aus kindlicher Sicht betrachtet ist es aber Regisseur Thomas Heinemann sehr gut gelungen, die Einteilung in „Gut und Böse“, „Richtig oder Falsch“ zu durchbrechen, indem eben jeder Protagonist so seine Macken hat und auch jede ernste Situation etwas Komisches bietet – und es darf auch ruhig etwas klamaukig sein, denn in diesem Film dient das nicht dem Selbstzweck.

Als besonderes Highlight sei noch der Vater von Rebin (Ferhat Keskin) erwähnt, der als kurdischer Flüchtling – und als einziger in seiner Familie – mit der deutschen Sprache so seine Probleme hat und herrliche logische Erklärungen zur deutschen Grammatik zum besten gibt: „Rebin, das Lola soll nicht…“, „Papa, das heißt die Lola!“ „Aber es heißt ‚das Mädchen‘! Also ist es ‚das‘ Lola…“.

Fazit: „Lola auf der Erbse“ erzählt fröhlich, liebevoll und voller Fantasie von der Gefühlswelt eines höchst sympathischen Mädchens in einer Art Videotagebuch – das ist Kino von Kindern für Kinder!

Lola auf der Erbse_PlakatKinostart: 4. September; Regie: Thomas Heinemann; FSK: ohne; Länge: 90 Minuten; Verleih: Farbfilm; Link: LolaaufderErbse.de

 

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