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MADAME MALLORY UND DER DUFT VON CURRY

MADAME MALLORY UND DER DUFT VON CURRY

Madame Mallory und der Duft von CurryDer am 21. August in unseren Kinos startende Film entführt ins Reich der Delikatessen und des kulinarischen Genusses. Beruhend auf dem Bestseller „The Hundred-Foot Journey“ von Richard Morais trifft in „Madame Mallory und der Duft von Curry“ der junge indische Koch Hassan Kadam auf die resolute französische Restaurantchefin Madame Mallory und erkundet – trotz kultureller Barrieren – mit ihrer Hilfe die Welt der Haute Cuisine. Gewürzt mit einer wunderschönen Landschaft, einem erstklassigen Schauspiel-Ensemble um eine fabelhafte Helen Mirren und einer Prise Romantik ergibt das: Kino für alle Sinne.

 

Hassan Kadam (Manish Dayal) ist ein junger, talentierter Koch mit dem „absoluten Geschmack“. Die Familie Kadam verlässt ihre Heimat Indien, angeführt von Familienoberhaupt „Papa“ (Om Puri), und landet über Umwege in dem idyllischen Dörfchen Saint-Antonin-Noble-Val im Süden Frankreichs – genau der richtige Ort, um ein indisches Restaurant zu eröffnen, entscheidet „Papa“.

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Das wiederum gefällt Madame Mallory (Helen Mirren) gar nicht: Die unterkühlte Französin ist Chefin des „Le Saule Pleureur“, einem mit dem Michelin Stern ausgezeichneten französischen Restaurant, nur wenige Schritte entfernt von dem neuen, lebhaften indischen Lokal der Familie Kadam.

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Und so findet Hassan sich plötzlich in einer handfesten Restaurantfehde zwischen seiner indischen Großfamilie und ihrem „Maison Mumbai“ auf der einen Seite und der alteingesessenen Madame Mallory auf der anderen Seite wieder.

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Bis sich Hassans Leidenschaft sowohl für französische Haute Cuisine als auch für Madame Mallorys bezaubernde Sous-Chefin Marquerite (Charlotte Le Bon) vereint mit seiner wunderbaren Gabe, die Köstlichkeiten beider Kulturen zu verbinden und Saint-Antonin-Noble-Val mit unwiderstehlichen Aromen zu durchdringen, die selbst Madame Mallory nicht ignorieren kann.

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Anfangs noch Madame Mallorys kulinarischer Rivale, erkennt sie schon bald Hassans einzigartiges Talent als Koch und nimmt ihn unter ihre Fittiche…

„Eine 30-Meter-Reise beginnt in dem Moment, in dem man mutig das hinter sich lässt, was man kennt und den Schritt in eine neue Welt wagt, die weit entfernt vom eigenen Wohlfühlbereich ist. Es ist eine bedeutsame Reise, denn egal wie gering die physische Distanz auch sein mag, sie verändert das Leben wesentlich zum Besseren.“
Richard C. Morais

Die tatsächliche Entfernung vom Restaurant „Le Saule Pleureur“ zum „Maison Mumbai“ ist nicht groß. Sie beträgt ziemlich exakt 30 Meter. Nicht mehr. Nicht weniger. Es ist eine – zugegebenermaßen kleine – Reise, die die Familie Kadam und Madame Mallory im Verlauf des Films mehrere Male antreten, aber tatsächlich steht sie für viel mehr als nur den Abstand zwischen diesen beiden Häusern. Es geht um den Punkt in unserem Leben, an dem wir uns aus dem Vertrauten hervorwagen und unbekanntes Land betreten, auf der Suche nach uns selbst.

Während das „Le Saule Pleureur“ in der Geschichte als Standard gezeigt wird, nach dem französische Kultur und Küche bemessen werden, ist das „Maison Mumbai“ der Inbegriff von Leidenschaft und Wärme. Oberflächlich mag es so erscheinen, als handelte es sich bei „Madame Mallory und der Duft von Curry“ um die Geschichte eines Krieges zwischen zwei Restaurants in Saint-Antonin. Tatsächlich steht aber im Mittelpunkt der Fehde der Kampf zwischen Menschen verschiedener Herkunft und verschiedener Überzeugungen. Madame Mallory ist die Besitzerin des „Le Saule Pleureur“, einem angesehenen Restaurant, das für seine klassischen französischen Gerichte wie „Bœuf Bourguignon“ oder „Taube mit Trüffel“ bekannt ist. Sie ist stur, geschäftstüchtig und besteht darauf, dass die Dinge so bleiben, wie sie es gewohnt ist. Als ein grelles indisches Restaurant auf der anderen Straßenseite seine Pforten öffnet, äußert sie umgehend ihr Missfallen: Sie empfindet die Konkurrenz als Beleidigung ihres Empfindens für Geschmack und Ausstattung.

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„Papa“ mag so laut und unkonventionell wie sein Familienrestaurant, das „Maison Mumbai“, sein, aber er ist auch ein harter Arbeiter und ein durch und durch anständiger Mann. Nach einer Abfolge tragischer Ereignisse musste Familie Kadam ihr Zuhause in Mumbai verlassen, um sich schließlich ausgerechnet in Saint-Antonin niederzulassen. Und er hat keine Angst, Madame Mallory die Stirn zu bieten. Dabei haben die beiden mehr miteinander gemein, als sie zunächst zugeben wollen: beide sind stolz, entschlossen und dickköpfig. In der Rolle des Familienpatriarchen der Kadams und Madame Mallorys Hauptgegenspieler, wurde der legendäre indische Schauspieler Om Puri besetzt, der im Lauf seiner Karriere in mehr als 250 Filmen mitgespielt hat. 

Der Konflikt zwischen dem „Le Saule Pleureur“ und dem „Maison Mumbai“ steht symbolisch für den Zusammenprall zweier sehr unterschiedlicher Kulturen: Madame Mallorys stolze Halsstarrigkeit auf der einen und „Papas“ unnachgiebige Sturheit auf der anderen Seite. Sie ist überzeugt, die französische Kultur und französische Haute Cuisine stehe auf dem Spiel, während er befürchtet, seine Familie könne einmal mehr aus der Stadt gejagt werden, weil sie nicht dazu passt. Jeder fühlt sich von dem anderen herausgefordert, und keiner ist Willens, auch nur einen Schritt nachzugeben.

Wie heißt es so schön: Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Essen hat die Kraft zu heilen, Menschen zusammenzubringen und zu inspirieren. Es verbindet Kulturen und gibt uns einen Einblick in das Leben anderer Menschen und deren Anschauungen und Erfahrungen. Hassan ist anfangs ein junger Mann mit einem Interesse an gutem Essen, der gesegnet ist mit einer besonderen Begabung. Er kann Nahrung nicht nur mit seiner Zunge schmecken, sondern auch mit seinen anderen Sinnen erfahren. Er entwickelt eine Faszination für die französische Küche. Jede Nacht geht er mit den Kochbüchern zu Bett, die Marguerite ihm gegeben hat. Und er benutzt seine Kenntnis indischer Gerichte, um sie mit neuen Rezepten zu verbinden, die er in der französischen Küche entdeckt hat. Damit gelingt es ihm, eine Brücke zwischen den beiden Kulturen zu schlagen.

Als Hassan an Madame Mallory herantritt und ihr das Angebot macht, ein Omelett zuzubereiten, versteht sie sofort die Bedeutung der Geste. Sie weiß um sein Geschick im Umgang mit Zutaten, aber erst als sie sein Omelett probiert, erkennt sie sein Talent und versteht, wie genial er tatsächlich ist. Dieses Omelett muss im Film ohnehin auf ganz besondere Weise zubereitet werden – was im Übrigen auch auf alle anderen Speisen zutrifft. Manish Dayal gelang es, dem Gericht seine ganz eigene Note zu geben, als die Szene schließlich gedreht wurde. „In meiner Kindheit bereitete mein Vater immer ein ganz spezielles Omelett zu“, erinnert er sich. „Und das ist das Omelett, das wir im Film zubereiten. Da kommt Chilipulver dazu, Buttermilch, ganz viel Koriander und ein zarter Hauch von schwarzem Pfeffer.“

Die indische Küche wird in aller Vielfalt ihrer Aromen gefeiert: die Würze des Ingwers im Chicken Tikka Massala; der üppige Meeresgeschmack des Seeigels; der süße, beißende Geruch der Gewürznelke im Chicken Tandoori. Die meisten Gerichte sind stark gewürzt mit Chili, Kardamom und Kreuzkümmel, mit Zimt, Safran und Koriander. Die indische Herangehensweise ans Kochen ist spontan und entspannt, viele der Gerichte werden ohne Besteck gegessen.

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Für die Franzosen ist Geschmack natürlich auch wichtig, aber man zelebriert ihn eher unauffällig. Und die Zubereitung, besonders die Technik, ist ebenso wichtig wie das, was am Ende dabei herauskommt. Kräftige Käse, Brot und Gebäck und Wein werden am häufigsten mit französischer Küche in Verbindung gebracht, ebenso wie die üppigen Soßen (Bechamel, Velouté, Tomat, Espagnole und Hollandaise). Als Hassan mit der Zubereitung dieser Soßen für Marguerite (Charlotte Le Bon „Yves Saint Laurent„) seine ersten Gehversuche in Richtung französischer Küche unternimmt, kann man erstmals erahnen, wie groß sein Talent als Koch tatsächlich ist. Sein Talent als Schauspieler zeigt hier allemal, und dank seiner sensiblen Darstellung des „Kochs in zwei Küchen-Universen“ geht auch der Plot der Geschichte – es ist egal, woher du kommst; wichtig ist, was du aus dir machst – von Anfang an auf.

Es ist die Vielfalt der Stile, die in Hassan das Interesse an der französischen Küche erwachen lässt und ihn dazu motiviert, sich von Madame Mallory in klassischer französischer Kochkunst ausbilden zu lassen. Als stolzer Emigrant fühlt sich „Papa“ zunächst verraten, aber der Stolz auf seinen Sohn ist schließlich doch größer, und beide Erwachsenen beschließen, ihre Fehde um Hassans Willen ruhen zu lassen.

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„Madame Mallory und der Duft von Curry“ ist ein opulentes Fest der Aromen für alle Sinne und eine der entscheidenden Zutaten ist die atemberaubende Kulisse des französischen Hinterlands. Lasse Hallström hatte sich als Spielstätte für seinen Film von Anfang an ein kleines französisches Dörfchen wie aus dem Bilderbuch vorgestellt, mit sanften Hügeln, Weinbergen und Kirchen aus Feldsteinen. Und er wollte einen Ort, den man noch nie zuvor im Kino gesehen hatte. Wochenlang wurde das Land durchkämmt, bis die Filmemacher Saint-Antonin-Noble-Val im Süden Frankreichs entdeckten. Gelegen inmitten der üppigen Natur der Midi-Pyrénées-Region, strahlt das Örtchen eine träumerische Zeitlosigkeit aus.

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Saint-Antonin besitzt sogar einen eigenen Marktplatz, der allwöchentlich zum Bauernmarkt umfunktioniert wird und bei einigen entscheidenden Stellen im Drehbuch zum Einsatz kommen konnte. Viele der Händler, die auf dem Markt arbeiten, wurden als Statisten im Film eingesetzt, ebenso wie ihre Produkte aus eigener Ernte: frisch gepflückte Blumen, Weine aus der Provinz und gerade hergestellter Käse. Tatsächlich gibt es in Saint-Antonin einen beeindruckenden Stand mit Gewürzen, die in großen braunen Papiertüten in fünf Reihen präsentiert werden. Sie fanden im Film Verwendung in der Gewürzschachtel, die „Papa“ seinem Sohn Hassan als Erinnerungsstück an seine Mutter überreicht.

Helen Mirren: Agentin – Queen – Sterneköchin

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Für Schauspieler ist es an der Tagesordnung, in immer neue Rollen zu schlüpfen. Die britische Schauspielerin Helen Mirren ist eine Meisterin dieses Fachs! Ob charmant, komisch, seriös, verklemmt, perfektionistisch oder taff – sie hat schon alles gespielt und damit ihre enorme Wandlungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die 69-Jährige erweitert als kritische Restaurantchefin in „Madame Mallory und der Duft von Curry“ um ein weiteres Mal ihr breites Rollen-Repertoire. Aus diesem Anlass stellen wir hier einige ihrer prägnantesten Rollen vor, um einen Einblick in Mirrens Schauspielkunst zu geben:

Freizügig charmant – „Kalender Girls“ (2003)
Als in die Jahre gekommen Hausfrau aus einem kleinen britischen Nest versucht sie mit einer ungewöhnlichen Charity-Aktion Geld für eine Leukämie-Station zu sammeln. Die typischen Tätigkeiten einer Hausfrau sollen für einen Kalender fotografiert werden. Allerdings mit einer kleinen Besonderheit: Die Frauen sollen dabei nackt abgelichtet werden! Erfrischend komisch spielt Mirren in dieser Verfilmung einer wahren Begebenheit die Hauptrolle und zeigt, dass Humor und intelligenter Witz zu ihren Stärken gehören. Für ihre Darstellung wurde sie 2003 für den Europäischen Filmpreis und 2004 für den Golden Globe Award nominiert.

Not amused – „Die Queen“ (2006)
International gesehen, ihre wahrscheinlich erfolgreichste und am meisten ausgezeichnete Rolle: Mit einem Oscar, einem BAFTA-Award und einem Golden Globe als beste Hauptdarstellerin spielte sie in diesem Drama von 2006 die amtierenden britischen Königin Elisabeth II. Mirren hat sich durch ein mehrmonatiges Studium mit entsprechender Literatur und Filmmaterial vorbereitet und überzeugte vor allem als nahezu perfektes Ebenbild der Königin. Sie gab an, dass ihr die Rolle besonders viel Angst bereitet hätte, da es sich bei der zu spielenden Figur ja um eine noch lebende Persönlichkeit handelte. Verständlich, aber dennoch meisterte sie diese Rolle mit königlicher Würde und Erhabenheit.

Knallhart – „R.E.D. – Älter, Härter, Besser“ (2010)
In dieser Action-Komödie spielt Mirren an der Seite von Bruce Willis, Morgan Freeman und John Malkovich eine ehemalige Agentin, die ihr altes Leben als Attentäterin regelrecht vermisst. Gejagt von der CIA, sehen sich die vier Ex-Agenten im Rentenalter gezwungen, das zu tun, was sie am besten können: Die Bösewichte finden und ausschalten. Mit taffen Sprüchen und etliche Schießereien kämpft sich Mirren als abgebrühte Killerin durch Horden von Gegnern und macht dabei eine gute Figur. Die Situationskomik und die zahlreichen Actiongelagen sorgen für Überraschung und zeigen, dass auch „Dame“ Hellen Mirren Spaß an Blockbuster-Action hat.

Leidenschaftlich und bestimmt – „Madame Mallory und der Duft von Curry“ (2014)
Perfektionistisch, zielstrebig und mit einem Auge für außergewöhnliches kulinarisches Talent – so könnte man Helen Mirrens neuste Rolle als französische Gourmet-Restaurantchefin beschreiben. Sie selbst meint: „Madame Mallory ist ein großer Fisch in einem kleinen Teich in einem Land, in dem Essen sehr ernst genommen wird. Sie ist sehr professionell, zeigt immer vollen Einsatz und lebt mit Haut und Haar für ihr Restaurant. Ihr gesamtes Leben dreht sich längst nur darum.“
Für alle Kinobesucher hat Helen Mirren noch einen Tipp: „Gehen Sie nicht zum Abendessen, bevor Sie den Film gesehen haben. Und danach essen Sie in einem schönen französischen oder indischen Restaurant.“

Produziert wurde der Kinofilm von Steven Spielberg und Oprah Winfrey zusammen mit Juliet Blake. Das Drehbuch schrieb Steven Knight, basierend auf der Romanvorlage von Richard C. Morais.

Fazit: Erstklassige Schauspieler in authentischer französischer Kulisse und inmitten köstlichster Gerichte lassen den Zuschauer in eine leidenschaftliche Geschichte eintauchen – das ist Wohlfühl-Kino!

Madame Mallory und der Duft von Curry_PlakatKinostart: 21. August 2014; Regie: Lasse Hallström; FSK: ohne; Länge: 123 Minuten; Verleih: Constantin; Link: Madame-Mallory.de

 

© 2014 Constantin Film Verleih GmbH

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