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„Sibel & Max“: Besuch bei den Dreharbeiten zur neuen ZDF-Serie

„Sibel & Max“: Besuch bei den Dreharbeiten zur neuen ZDF-Serie

Sibel (Idil Üner); Max (Marc Oliver Schulze) Honorarfrei - nur für diese Sendung bei Nennung ZDF und Marion von der MehdenDas ZDF dreht derzeit in Hamburg die neue Familienserie „Sibel & Max“ mit Idil Üner und Marc Oliver Schulze in den Hauptrollen. Wir haben die Dreharbeiten besucht und mit den beiden Hauptdarstellern gesprochen. Weil wir neugierig waren – denn die Serie spielt dort, wo auch Absolutfamilie.de zu Hause ist: im Stadtteil St. Georg.

Ein etwas unaufgeräumter Hinterhof mitten in Hamburg: Würde nicht ein Scheinwerferstativ im Weg stehen und ab und zu ein junger Mann mit Headset laut „Ruhe bitte, Aufnahme!“ rufen, käme niemand auf die Idee, dass hier Dreharbeiten im Gange sind. Von Crew und Schauspielern ist nämlich nichts zu sehen – gedreht wird nicht draußen in der gleißenden Hochsommersonne, sondern hinter den Mauern zweier unscheinbarer, leicht baufällig wirkender Gebäude.

Hinter den abgedunkelten Fenstern und tristen Fassaden entstehen die meisten Szenen der neuen ZDF-Familienserie „Sibel & Max“. Ab Januar soll die zwölfteilige Serie jeweils samstags ab 19.25 Uhr die Zuschauer mit Geschichten über zwei Mediziner unterhalten, die nicht nur schwierige Patienten zu verarzten, sondern auch familiäre Probleme zu bewältigen haben. Klingt bekannt? Richtig. Ähnlich ging es auch beim „Landarzt“ zu, der über mehr als zwei Jahrzehnte zu den erfolgreichsten Serien im Zweiten gehörte, bis er im vergangenen Jahr seine Praxis für immer schloss.

Landarzt sucht Nachfolger

„Sibel & Max“ soll laut der verantwortlichen Redakteurin Berit Teschner „Nachfolger für den ,Landarzt’“ werden. Von Reetdach-Idylle und Rapsfeld-Romantik hat sich das ZDF dabei allerdings komplett verabschiedet: Sibel und Max praktizieren nicht auf der grünen Wiese, sondern in der Großstadt: in einer Notfallpraxis im Hamburger Bahnhofsviertel St. Georg. Und da in der Metropole die Uhren anders ticken als in der beschaulichen Provinz, sind die beiden neuen ZDF-Ärzte auch keine Weißkittel mit Heiligenschein, sondern urbane Typen mit Konfliktpotenzial. Sibel ist alleinerziehende Mutter eines Teenager-Jungen und pflegt eine Beziehung zu einem verheirateten Mann, Max kümmert sich seit dem Tod seiner Frau allein um seine beiden halbwüchsigen Töchter.

Janas (Katherina Unger) Vater Max hat seiner Tochter und ihrem Freund Yunus (Salah Massoud) eine Säuglingssimulationspuppe bestellt, um ihnen die Entscheidung für oder gegen das Baby zu erleichtern: Beide sind alles andere als begeistert! Honorarfrei - nur für diese Sendung bei Nennung ZDF und Marion von der Mehden

Wenn Kinder Kinder kriegen …

Dass Sibel türkische Wurzeln hat, ist kein Zufall. „Das ZDF braucht Protagonisten mit Migrationshintergrund“, findet Berit Teschner. Multikulti und Patchworkfamilie – damit hat schon die ARD einen Serien-Achtungserfolg gelandet. „Sibel & Max“ sind aber nicht das neue „Türkisch für Anfänger“. Denn für die multikulturelle Familienzusammenführung sorgen hier die Kinder, nicht die Eltern. Dr. Sibel Aydin fällt aus allen Wolken, als Dr. Max Walther vor der Tür steht und ihr eröffnet, dass seine 16-jährige Tochter Jana (Katherina Unger) ein Kind von ihrem 17-jährigen Sohn Yunus (Salah Massoud) erwartet. Die Großeltern in spe raufen sich zusammen – und arbeiten auch bald gemeinsam: Sibel heuert in der Notfallpraxis von Max an, weitere Annäherung nicht ausgeschlossen. Denn Gegensätze ziehen sich an: Sibel sprüht vor Temperament, Max übt sich in hanseatischer Gelassenheit.

sibel und max meins

… und Eltern Großeltern werden

Drehpause im Hinterhof. Die beiden Hauptdarsteller Idil Üner („Einmal Hans mit scharfer Soße“) und Marc Oliver Schulze („Aus heiterem Himmel“) entspannen im Schatten, während die Kollegen drinnen weiterdrehen. Auf dem Drehplan steht heute eine Schlüsselszene der Serie: Die drei Generationen der beiden Familien Aydin und Walther treffen erstmals aufeinander. Wie wichtig ist der deutsch-türkische Hintergrund für die Geschichte? „Es geht in erster Linie um das Thema ,Wir werden Großeltern’. Dass Deutsche und Türken zusammenleben, ist doch längst eine Selbstverständlichkeit“, meint Idil Üner. Und Marc Oliver Schulze ergänzt: „Die deutsch-türkischen Aspekte werden thematisiert, stehen aber nicht im Vordergrund.“

Ist „Sibel & Max“ nun eher eine Arzt- oder eine Familienserie? „Für mich ist es die private Story, die zählt“, sagt Idil Üner. Das sieht auch ihr Serien-Gegenpart so: „Die Familiengeschichten stehen bei ,Sibel und Max’ im Vordergrund. Es gibt zwar in jeder Folge einen medizinischen Fall, aber spannend sind vor allem die familiären Zwistigkeiten. Da gibt’s jede Menge Konflikte.“

Sibel und Max kümmern sich um ihre Kinder, die Eltern werden, bereiten sich auf ihre neue Rolle als junge Großeltern vor und arbeiten gemeinsam in einer turbulenten Praxis – die beiden wären doch eigentlich ein hübsches Paar, oder? Marc Oliver Schulze schmunzelt vielsagend: „Max und Sibel sind wie Feuer und Wasser.“

sibel und max 2 meins

St. Georg: Filmkulisse mit Kiez-Glamour

Ähnlich groß ist der Kontrast zwischen „Landarzt“-Gemütlichkeit und dem Milieu, in dem „Sibel & Max“ angesiedelt ist: Dass die Serie in Hamburg spielen sollte, stand zwar von Anfang an im Konzept des ndF. Was aber hat das ZDF ausgerechnet nach St. Georg verschlagen, früher ein Problemviertel mit Prostitution und Drogen, heute eher ein Trendquartier mit Luxusapartments und Ausgehmeile? „Wir haben einen lebendigen Stadtteil gesucht, ein noch nicht voll gentrifiziertes Viertel mit Geschichte und Multikulti-Bevölkerung“, erklärt Berit Teschner.

Im Serien-St.-Georg steht nicht nur die Notfallpraxis der beiden Ärzte. Dr. Sibel Aydin lebt auch in dem Viertel, und zwar in einem repräsentativen Altbau am Hansaplatz. Jener Platz, der heute so ziemlich genau die Grenze markiert zwischen dem „alten“ Multikulti-Quartier mit orientalischen Supermärkten, türkischen Cafés, Dönerbuden und Rotlichtbetrieben und dem schicken, teuer sanierten „neuen“ In-Viertel. Hat „Sibel & Max“ den vom ZDF erhofften Erfolg, könnte St. Georg nun auch noch zur berühmten Filmkulisse werden.

Wird St. Georg etwa das neue Deekelsen? Wir erinnern uns: Deekelsen ist die fiktive Heimat des Landarztes, gedoubelt vom realen Kappeln an der Schlei. Der Mega-Erfolg des Dauerbrenners lockte Scharen von Fans nach Schleswig-Holstein, die an den Drehorten ihrer Lieblingsserie nahe sein wollten. Ähnliches dürfte bei „Sibel & Max“ schwierig werden: Die meisten Szenen entstehen gar nicht in St. Georg, sondern in den Hinterhof-Gebäuden in Hamburg-Altona. Dort sind die Sets für die Praxis, Sibels Wohnung und ein Café aufgebaut, das in der Serie als Treffpunkt auf der bei Touristen und Nachtschwärmern beliebten Langen Reihe fungiert. Natürlich muss der schmucklose Hinterhof nicht als St. Georg herhalten: Für den nötigen Kiez-Glamour sorgen Außenaufnahmen auf den Straßen des Viertels.

Fotos: Thomas Meins, Marion von der Mehden/ZDF

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