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DIDO ELIZABETH BELLE

DIDO ELIZABETH BELLE

Dido Elizabeth BelleDido wächst im England des 18. Jahrhunderts als Dunkelhäutige in einer weißen Adelsfamilie auf, die sie zwar gern wie ihre eigene Tochter behandeln würde, doch lassen das die gesellschaftlichen Zwänge vor dem Hintergrund von Sklaverei und Rassismus nicht zu. Inspiriert von der wahren Geschichte der Dido Elizabeth Belle startet das Historien-Drama am 14. August in unseren Kinos.

 

Die kleine Dido Elizabeth Belle (Lauren Julien-Box), uneheliche Tochter von Admiral John Lindsay (Matthew Goode) der königlichen britischen Marine und einer afrikanischen Sklavin, wird nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem Vater in die Obhut seines Onkels, dem Aristokraten und obersten Richter Englands Lord Mansfield (Tom Wilkinson) und dessen Gattin (Emily Watson) gegeben. Mansfield, der zurzeit über einen richtungsweisenden Fall zur Berechtigung der Slaverei zu Gericht sitzt, ist darüber nicht gerade erfreut, nimmt sich jedoch Dido wie einer eigenen Tochter an.

Dido Elizabeth Belle 1

Dank ihrer Abstammung genießt sie auch gewisse Privilegien, wie etwa eine gute Ausbildung an der Seite ihrer Cousine Elizabeth Murray (Sarah Gadon), darf aber wegen ihrer Hautfarbe und der herrschenden Gepflogenheiten nicht am gesellschaftlichen Leben der Upper Class teilnehmen. Und das bedeutet auch, dass Dido von Essen im Kreise von Gästen ausgeschlossen ist. Bei den Bediensteten zu essen, verbietet ihr wiederum ihre Herkunft.

Dido Elizabeth Belle 2

Die junge Frau Dido (Gugu Mbatha-Raw) fragt sich Jahre später, ob sie wegen ihrer Hautfarbe je einen Ehemann finden wird. Was nützt ihr da die aristokratische Erziehung. Als sie nach dem Tod ihres Vaters ein nicht unbeträchtliches Vermögen erlangt, wird sie zu einer guten Partie für die geeigneten, ihrem Stand entsprechenden Anwärter – und bleibt doch wegen ihrer Hautfarbe eine gesellschaftliche Außenseiterin.

Dido Elizabeth Belle 3

Als sie sich aber in den angehenden Rechtsgelehrten John Daviner (Sam Reid) verliebt, der in den wegweisenden Prozess um das Sklavenschiff Zong – ein, die Gemüter erhitzender und das Land in Sachen Behandlung von Sklaven spaltender Fall – involviert ist, muss Dido eine Entscheidung treffen, mit der keine andere Frau zu dieser Zeit konfrontiert ist. Sie folgt ihrem Herzen und nicht den gesellschaftlichen Gepflogenheiten, sie kämpft gegen Vorurteile und für ihr Selbstwertgefühl und inspiriert die Menschen in ihrem Umfeld, sich für eine freiere Welt einzusetzen.

Die Entstehung von „Dido Elizabeth Belle“ ist eher ungewöhnlich – denn zunächst stach der Drehbuchautorin  Misan Sagay ein Gemälde ins Auge. Während Sagay den Scone Palast in der Universität von St. Andrews in Schottland besuchte, entdeckte sie das Bild, das die ursprüngliche Idee für den Film lieferte. Es stammt aus dem Jahr 1779 und ist nicht signiert, Historiker sind sich jedoch ziemlich sicher, dass es von einem Mann namens Zoffany gemalt wurde. Er war damals ein berühmter, in Adels- und Geldkreisen gefragter Porträtmaler. Auf dem außergewöhnlichen Bild sind zwei wunderbar gekleidete Mädchen zu sehen, die eine weiß, die andere schwarz – und sie scheinen sich prächtig zu verstehen.
„Die schwarze Frau (Dido Elizabeth Belle) auf dem Bild wurde im Ausstellungskatalog nicht weiter erwähnt und so stellte ich ein paar Recherchen an. Ich fand heraus, dass diese beiden Frauen tatsächlich miteinander verwandt waren“, sagt Sagay. „Als Autorin und als schwarze Frau war ich quasi dazu bestimmt, die Geschichte hinter diesem Gemälde zu entdecken, und die Geschichten anderer schwarzer Frauen, die zu dieser Zeit eigentlich keine Rechte hatten“. Es war ein unglaublich glücklicher Umstand, als Sagay herausfand, dass der Sohn ihrer Patentante ein Freund der Lady Mansfield ist, die in der achten Generation mit der Familie Mansfield, um die der Film sich dreht, verwandt ist. Von diesem Moment an waren die Archive geöffnet und Sagay hatte alle Möglichkeiten, das Geheimnis um die Beziehung der beiden Freundinnen, die als „Belle und Bette“ bekannt sind, zu lüften.

Der Regisseurin Amma Asante gefiel der Gedanke, einen typischen, romantischen „Sinn und Sinnlichkeit”-Film mit einer neuen Wendung zu versehen. Den bewährten Versatzstücken dieses Subgenres – Eheanbahnung, Klasse und Geschlecht – fügte sie neue Elemente hinzu: Rasse, Vorurteil und Recht. „Ich habe noch nie einen Film aus der hinlänglich bekannten Jane Austen-Welt (Heiratsmarkt, Mädchen, die zu Damen der Gesellschaft reifen, romantisches Verlangen) gesehen, in dem auch vom Ende der Sklaverei erzählt wird”, sagt Asante.

Dido Elizabeth Belle_PlakatKinostart: 14. August 2014; Regie: Amma Asante; FSK: ab 6 Jahren; Länge: 104 Minuten; Verleih: Twentieth Century Fox of Germany; Link: fox.de/belle

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