Familienleben

Von Warzen geplagt

Von Warzen geplagt

Es gibt vieles, was man seinen Kindern auf keinen Fall wünscht – und dazu gehören mit Sicherheit Warzen. Sind sie dann aber da, setzt man alles daran, sie schnellstmöglich wieder loszuwerden. Und dabei laufen einem so manche Mythen über den Weg.

„Mama, ich hab da was am Zeh. Was ist das?“ Mit diesen Worten brachte mein Sohn im zarten Kindesalter seine treu sorgende Mutter völlig aus der Fassung, denn eine Warze auf seinem kleinen Zeh hatte bei uns Einzug gehalten. Jeder, der selbst einmal welche hatte, weiß, dass die kleinen Biester sich eventuell schnell ausbreiten können und unter Umständen sehr hartnäckig sind, wenn es darum geht, sie wieder loszuwerden. Einmal ganz abgesehen davon, dass es eine Vielzahl von Warzenarten mit unterschiedlichen Behandlungsmethoden gibt, steht diese Hautwucherung schlicht und einfach für mangelnde Hygiene und Unattraktivität – kurz „Hexenwerk“. Und welche Mutter will sich dessen schon bezichtigen lassen – vor allem für ihr Kind?

Dabei handelt es sich bei Warzen schlicht um eine Infektion mit humanen Papillomviren, die sich wenig bis gar nicht vermeiden lässt – vorausgesetzt man hält einen Menschen nicht fern von jeglicher Zivilisation!

Die Mythen um die Warzenbekämpfung
Bei Sohnemann handelte es sich um eine „vulgäre“ Warze, auch Stachelwarze genannt, und auf Nachfrage bei bereits warzenerprobten Müttern nach chemiefreien, alternativen Bekämpfungsmethoden traten erstaunliche Beschwörungsrituale ans Tageslicht. Da wir kein „Kräuterweiblein“ in unserem Bekanntenkreis hatten, fiel das „Besprechen“ der Warze schon einmal weg. Aber zählt dabei nicht letztendlich einfach der Glaube daran, dass es funktioniert? Auf der Suche nach einem Ritual schleimten uns auch „Schnecken bei Vollmond“, ein alter Aberglaube, über den Weg. Das aber fand das Kind unverantwortlich, weil dann ja „die arme Schnecke“ die Warze bekommen würde – und das „ist nicht fair“. Wenn man jedoch mit Speck bekanntlich Mäuse fangen kann, warum dann nicht auch Warzen? Flugs vom guten „Schwarzwälder“ ein Scheibchen abgesäbelt und mit Pflaster auf die verhasste Hautwucherung geklebt, versuchten wir über Nacht unser Glück. So sah man im frühen Morgengrauen des nächsten Tages Mutter und Sohn im Garten mit ernster Miene ein Loch ausheben, in das unter wüstesten Beschimpfungen ein Pflaster mit Speck – und natürlich darin gefangener Warze – versenkt wurde. Und: es hat geklappt!

Bis sie wiederkamen…an den Händen, auf den Zehen, und als Dornwarzen unter den Fußsohlen sogar bei der ganzen Familie! So viel Speck kann man gar nicht vorrätig haben! Und die Methode mit dem Schöllkraut – ein giftiges Kraut mit gelbem Saft, dem man ebenfalls Wunderwirkung bei der Warzenvertreibung nachsagt – hat neben Magenstimmungen („Mir ist schlecht! Ich hab nur ein bisschen an meiner Warze geleckt!“) auch nur hartnäckige gelbe Flecken auf der Kleidung hinterlassen.

So werden Sie Warzen schnell wieder los
Schluss mit lustig! Der Weg in die Apotheke war angesagt, der uns eröffnete, dass es für die verschiedenen Warzenarten Mittel mit unterschiedlichen Wirkstoffen gibt, die nicht zwangsläufig eine Chemiekeule darstellen müssen. Mit ein wenig Geduld und etwas Disziplin kann man den kleinen Biestern beikommen, und das geht meistens auch ohne einen Arztbesuch. Und dass es sich dabei um alles andere als Hexenwerk handelt, erfahren Sie hier.

Wir haben Papillomviren in uns – und das ist eben so. Wir waschen uns regelmäßig und trotzdem bleibt der Virus in uns. Wir fühlen uns nicht „aussätzig“ und unattraktiv – jedenfalls nicht wegen der Warzen, von denen einige Mitglieder der Familie derzeit ihre „Alterswarzen“ bekämpfen!

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