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EINMAL HANS MIT SCHARFER SOSSE

EINMAL HANS MIT SCHARFER SOSSE

hans unerDie junge Deutschtürkin Hatice sucht den Mann fürs Leben – aber was sie will, scheint es nicht zu geben: einen soliden Deutschen mit mediterranem Temperament, der auch noch ihrem strengem Vater gefallen soll (Kinostart: 12. Juni).

 

Die Suche nach Mr. Right ist kein Zuckerschlecken – das wissen wir aus zahlreichen Hollywoodkomödien, in denen mehr oder weniger verzweifelte Frauen versuchen, den Mann fürs Leben zu finden. Noch komplizierter wird die Männersuche, wenn das Anforderungsprofil des künftigen Gatten auch noch mit den traditionellen Erwartungen der Familie abgeglichen werden muss. Und wenn die heiratswillige junge Frau wie in dieser deutsch-türkischen Komödie dabei auch noch zwischen zwei Kulturen hin- und hergerissen ist, wird aus der Partnersuche schnell eine Mission Impossible.

hans maral unerHatice Coskun (Idil Üner) ist Türkin mit deutschen Pass, Mitte 30 und arbeitet als Journalistin in Hamburg. Und sie ist unverheiratet – kein Problem für Hatice, aber für ihre Familie. Denn sie ist die älteste Tochter der Coskuns, und die muss laut türkischer Tradition auch als Erste unter die Haube.

Ihre jüngere Schwester Fatma (Sesede Terziyan) hat den Mann ihrer Träume bereits gefunden und ist außerdem auch noch schwanger. Bevor ihr kleines Geheimnis auffliegt und die Eltern (Adnan Maral, Siir Eloglu) ein Drama aus der Angelegenheit machen, muss Hatice also schnellstens ihrem Baba einen künftigen Schwiegersohn präsentieren.

hans gul unerHatices derzeitiger Lover Stefan (Janek Rieke) disqualifiziert sich mit seiner windelweichen Art bereits auf der Fahrt zum Familientreffen, der nächste Versuch mit Hatices bestem (schwulen) Freund endet in einem Desaster. Die hektische Suche nach einem Kerl, der sowohl ihr als auch ihrem Vater gefällt, führt zu etlichen Pannen und Peinlichkeiten. Denn was Hatice sucht, scheint es einfach nicht zu geben: einen netten, gutaussehenden Mann, der auf keinen Fall Türke ist, aber auch kein dröger Teutone. Hatice will einen „Hans mit scharfer Soße“ – einen gestandenen deutschen Mann mit türkischer Leidenschaft.

„Einmal Hans mit scharfer Soße“ ist die Verfilmung des gleichnamigen, autobiografischen Bestsellers von Hatice Akyün. Der Film, eine Kino-TV-Koprodukton, reiht sich damit ein in deutsch-türkische Komödien aus der Abteilung „Türkisch für Anfänger“ und „Almanya – Willkommen in Deutschland“. Beide Filme schildern höchst amüsant und originell den Zusammenprall deutscher und türkischer Kultur.

Dieser Konflikt verlagert sich in „Einmal Hans mit scharfer Soße“ in das Innenleben der Hauptfigur: Hatice ist zwar Türkin und schleppt immer „“in kleines anatolisches Dorf“ mit sich herum, aber zugleich ist sie eine Deutsche, die gut ausgebildet und finanziell unabhängig auf eigenen Beinen steht. Das ist zunächst mal eine reizvolle Ausgangssituation.

Darin liegt jedoch eine Tücke verborgen: Idil Üner gibt sich alle Mühe, diese deutsch-türkische Zerrissenheit sympathisch und glaubwürdig rüberzubringen. Das Drehbuch macht ihr das jedoch fast unmöglich. Würde eine so unabhängige und bestens integrierte junge Frau wirklich noch so viel Respekt vor türkischen Traditionen zeigen? Sind ihre verzweifelten Versuche, fix einen Mann aus dem Hut zu zaubern, nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt? Dieser Film hätte richtig würzig werden können – mit etwas mehr scharfer Soße und weniger Zuckerguss. Die Ansätze sind da, die Darsteller gut und einige gelungene Gags zeigen, was aus diesen Zutaten hätte werden können.

Klar, auch in dieser Komödie werden die üblichen Klischees abgehandelt: Das ist manchmal ärgerlich (der beste Freund ist natürlich schwul, alle türkischen Männer fahren Mercedes), manchmal aber fein-ironisch auf die Spitze getrieben. Eine der besten Szenen hat Siir Eloglu als Hatices Mutter Emine: In einem unbeobachteten Moment schlüpft sie in die Pumps ihrer Tochter, summt die deutsche Nationalhymne und steckt sich eine Zigarette an. Für eine türkische Kopftuch-Mama undenkbar! Aber genau diese Szene trifft den Nagel auf den Kopf.

hans plakatKinostart: 12. Juni; Regie: Buket Alakus; FSK: ab 6; Länge: 96 Min.; Verleih: NFP; Link: EinmalHansmitscharferSosse-derfilm.de

 

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