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A MILLION WAYS TO DIE IN THE WEST

A MILLION WAYS TO DIE IN THE WEST

A Million Ways To Die In The West 1Für viele ist Seth MacFarlane, der Schöpfer der Zeichentrickserien „Family Guy“ und „American Dad“, ein anbetungswürdiger Humorgott. Dass der smarte Kreativling auch als Schauspieler gut ankommt, beweist er in „A Million Ways To Die In The West“. Er besteht neben Charlize Theron und Amanda Seyfried und ist obendrein Drehbuchautor, ausführender Produzent und Regisseur der aberwitzigen, romantisch-schrägen Westernparodie, über die man ab 29. Mai im Kino Tränen lachen kann.

 

Als Voraussetzung für „A Million Ways To Die In The West“ sollte man abgehärteten, derben Humor mitbringen und über Durchfall- Probleme der Protagonisten ebenso lachen können wie über die irrsinnigsten Todesfälle, mit denen die Satire randvoll gespickt und dem Titel verpflichtet ist. Seth MacFarlane und sein Team nehmen hier die amerikanische TV-Serie „1000 Ways To Die“ („1000 Wege, ins Gras zu beißen“) aufs Korn, die halb-dokumentarisch tatsächlich von völlig paradoxen Todesfällen berichtet und im Film selbstverständlich noch getoppt wird.

A Million Ways To Die In The WestEs wird also munter gestorben in „A Million Ways To Die In The West“, wobei eine Millionen dann doch dezent übertrieben ist. Die Hauptfigur, der friedfertige Schafzüchter Albert (Seth MacFarlane) findet den Heldentod alles andere als erstrebenswert. In seiner Heimatstadt Old Stump hat er sich als Witze reißender Feigling einen Namen gemacht, der sich lieber mit Worten als mit Waffen duelliert. Das kommt nicht gut an bei den schießwütigen Raufbolden des Wilden Westens. Leider auch nicht bei seiner Freundin Louise (Amanda Seyfried), die ihn eiskalt für den besser situierten und schussfesten Foy (herrlich: Neil Patrick Harris, „Barny“ aus „How I met your Mother“) stehen lässt.

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A Million Ways To Die In The West 3Eigentlich ist Albert darüber untröstlich, doch ausgerechnet die bildschöne Anna (Charlize Theron), frisch zugezogen in Old Stump, hat einen Narren an ihm gefressen und sich in den Kopf gesetzt, den blödelnden Burschen aufzuheitern. Es kommt, wie es kommen muss: aus der Freundschaft zwischen Anna und Albert wird Liebe. Nur steht dem Happy End die nicht ganz unerhebliche Kleinigkeit im Wege, dass die Schöne bereits verheiratet ist, und zwar mit einem Mann, der auf den vielsagenden Namen Clinch (Liam Neeson) hört. Clinch ist von Beruf böser Bandit und gefürchteter Revolverheld. Albert steht vor der Entscheidung seines Lebens: stellt er sich Clinch und der Herausforderung, oder zieht er lieber Leine?

„A Million Ways To Die In The West“ glänzt bis ins Detail mit wunderbaren Geschmacklosigkeiten. So gibt es auf dem Old Stump-Jahrmarkt einen Schießstand der „Runaway Slave “ heißt und bei dem der zahlende Gast flüchtende Sklaven in den Rücken schießt. Dass dort gegen Ende ein wenig bis gar nicht amüsierter Jamie Foxx als „Django Unchained“ auftaucht, ist nur einer von vielen überkandidelten Scherzen.

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Für Dauerbrüller sorgt die jungfräuliche Beziehung von Alberts bestem Freund Edward (Giovanni Ribisi) mit der Saloon-Hure Ruth (Sarah Silverman) – deren liebevoller Umgang miteinander lacht dem puritanischen Sittencodex aller Western frech ins Gesicht.

Doch trotz all der intelligenten, unverschämten, rauen und derben Späße verneigt sich die Parodie vor dem Genre, in dem sie die atemberaubende Weite des Wilden Westens mit geradezu majestätischen Landschaftsaufnahmen einfängt. Obendrein präsentiert sie eine Liebesgeschichte, bei der die Funken fliegen. Zwischen Albert und Anna ist eine ungekünstelte, prickelnde Energie spürbar, die hoffentlich auch noch nach der Synchronisation zu erleben ist. Seth MacFarlane und Charlize Theron hatten ein ganz offensichtliches Vergnügen bei der Arbeit, und das strahlt weit über die Leinwand hinaus, mitten hinein ins Herz des Publikums.

A Million Ways To Die In The West_PlakatKinostart: 29. Mai 2014; Regie:
Seth MacFarlane; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 116 Minuten; Verleih: Universal; Link: million-ways-to-die-film.de

 

 

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