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WORDS & PICTURES

WORDS & PICTURES

Words and PicturesSagt ein Bild wirklich mehr als tausend Worte? Um das herauszufinden, liefern sich ein Englischlehrer und eine Malerin in der Komödie „Words & Pictures – In der Liebe und in der Kunst ist alles erlaubt“ einen intellektuellen Zweikampf – ab 22. Mai im Kino.

 

Words and Pictures 3Eigentlich müsste der Film von Regisseur Fred Schepisi „Worte gegen Bilder“ heißen, denn in der Tragik-Romanze ziehen Clive Owen (Worte) und Juliette Binoche (Bilder) stellvertretend für ihre Highschoolfächer gegeneinander in die Schlacht. Das Kino, das Worte und Bilder auf das Schönste zu vereinen versteht, bringt auch die beiden Widersacher zusammen – bis dahin vergehen aber 111 Minuten mit schönen Zitaten aus der Weltliteratur. Obendrein tritt Juliette Binoche als Künstlerin in Aktion: Sie hat alle Bilder für den Film selbst gemalt.

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Jack Marcus (Clive Owen) war einst gefeierter Schriftsteller, bevor die Schreibblockade ihn zwang, eine Stelle als Lehrer in einem Internat in Neuengland anzunehmen. Ein bisschen umweht ihn noch der verblassende Ruhm. Sein Zynismus ist bei den Kollegen wie auch bei den Schülern gleichermaßen berüchtigt, seine scharfe bis böse Zunge gefürchtet. In seiner Freizeit schaut er lieber tief in die Flasche als auf den leeren Bildschirm. Seine destruktiven Tendenzen ziehen sich durch alle Bereiche seines Lebens: seine Ehe ist Vergangenheit und selbst sein Sohn Tony (Christian Scheider) will nur bedingt etwas von ihm wissen. Ab und an wallt die Leidenschaft für die Literatur in ihm auf und er versucht, seine Schüler mit seiner Begeisterung zu infizieren.

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Mit Dina Delsanto (Juliette Binoche) bekommt Jack eine neue Kollegin, die ebenfalls für ihr Fach brennt. Allerdings wird die namhafte Künstlerin von einer schweren entzündlichen Erkrankung der Gelenke geplagt – und zwar derartig extrem und schmerzhaft, dass sie oft nicht ohne fremde Hilfe zurechtkommt, geschweige denn, dass sie sich als Malerin ausleben kann. Ihre Angst und Hilflosigkeit versteckt sie hinter einer abweisenden, kühlen Maske. Das ist zutiefst menschlich, macht ihre Unnahbarkeit aber auch nicht liebenswerter.

Diese beiden tragischen Gestalten, der Zuschauer sieht das sofort, sind wie füreinander geschaffen. Jack Marcus sollte sich noch seiner Alkoholsucht stellen und sie therapieren, wie auch Dina Delsanto lernen muss ihre Krankheit anzunehmen, ohne sich von ihrer Umwelt abzuwenden. Selbstverständlich tun das beide auch noch im Verlaufe der Geschichte, doch obendrein werden die Figuren dazu benutzt, eine völlig überflüssige Schlacht gegeneinander auszufechten, die sie in der Hauptsache engstirnig und profilneurotisch dastehen lässt. Diese Intoleranz gegenüber „Words & Pictures“ leben beide auch noch vor ihren Schülern und im Namen ihrer Fächer aus.

Schade, dass Schepisi und sein Drehbuchautor Gerald Di Pego dem modischem, allgegenwärtigen Slam-Irrglauben anheimgefallen sind, ein Wettstreit – auch der zwischen Kunst und Worten – wäre immer spannend. In der Tat ist er zuweilen schön anzusehen und zu hören. Aber welch betörender Liebes-, Wort- und Bilderrausch hätte aus dem Film werden können, hätten sich die Protagonisten wie auch ihr künstlerisches Schaffen nach anfänglicher Ablehnung langsam annähern, aufeinander zubewegen und vereinen dürfen. So bleibt es eine solide Romanze, die sich zwischen zwei angeschlagenen, interessanten Charakteren entwickelt.

Words and Pictures_PlakatKinostart: 22. Mai 2014; Regie:
Fred Schepisi; FSK: ohne; Länge: 111 Minuten; Verleih: Senator; Link: wordsandpictures.senator.de

 

 

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