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STEREO

STEREO

StereoKönnen Sie sich das platte deutsche Land als Kulisse für einen Mystery-Thriller vorstellen? Eher nicht, oder? Jung-Regisseur Maximilian Erlenwein wagte sich dennoch an das Genre heran und lässt seinen düster-diabolischen Leinwandtrip „Stereo“ genau dort spielen. Überdies vereint er erstmals die beiden Schauspielschwergewichter Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu vor der Kamera. Das Ergebnis lässt sich sehen und zwar ab dem 15. Mai im Kino.

 

Stereo 1Das Unheil kündigt sich bereits in den beklemmenden Bildern des Vorspanns an und lässt nicht lange auf sich warten, sind die ersten Filmminuten auch noch so sonnig:
Erik (Jürgen Vogel) hat sich weit weg von Berlin im ländlichen Idyll mit einer Motorradwerkstatt eine Existenz aufgebaut. Seine hinreißende neue Freundin Julia (Petra Schmidt-Schaller) ist mindestens so verliebt in ihn, wie er in sie, und auch an ihrer süßen kleinen Tochter Linda (Helena Schoenfelder) hat Erik einen Narren gefressen. Die Kleine sonnt sich in seiner Aufmerksamkeit und dankt sie ihm mit hingebungsvoller Zuneigung.

Nur mit Julias Vater Wolfgang (Rainer Bock), einem Polizisten, will keine Harmonie aufkommen. Wolfgang will dem Neuen seiner Tochter auf den Zahn fühlen und interessiert sich penetrant für Eriks Vergangenheit. Aber genau die scheint Erik vergessen zu wollen.

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Schon wenige Sequenzen später fährt ein Wohnmobilkonvoi an Eriks Werkstatt vorbei, und auf dem Dach eines der Fahrzeuge entdeckt er eine dunkle Gestalt, die entfernt an einen modernen Sensenmann erinnert – immer die Kapuze des Sweatshirts auf dem Kopf, das Gesicht im Schatten. Das personifizierte Böse in Form des Kapuzenmannes nähert sich von Tag zu Tag und nimmt Maß. Die bedrohliche Spukgestalt hat sogar einen Namen, sie heißt Henry (Moritz Bleibtreu) und quält Erik mühelos in allen Bereichen seines Lebens. Henrys Sprache ist abstoßend brutal und vulgär, doch nur Erik kann ihn sehen und hören. Eine spirituelle Heilerin (Valery Tscheplanowa) soll helfen, ihm den Quälgeist auszutreiben.

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Doch mittlerweile hat Erik zusätzlich ganz reale Probleme, denn bei ihm klopfen gewaltbereite Großstadtgangster an die Tür, die eine Rechnung mit ihm offen zu haben scheinen. An deren Spitze steht der verkrüppelte Zuhälter-Boss Keitel (aberwitzig ekelhaft: Georg Friedrich), der auf Rache sinnt. Erik kann sich an nichts erinnern, dennoch steuert er direkt ins Zentrum der Katastrophe und reißt seine komplette Kleinfamilie mit ins Unglück.

An dieser Stelle ändert der Film erneut die Marschrichtung: Die Stimmung wechselte von der diffusen, unheimlichen Bedrohung, zur rohen Gewalt. Ab jetzt darf man aus mehreren Gründen nicht zimperlich sein, sich nicht an dem Blutrausch stören, den Erlenwein kurz vor Ende inszeniert und nicht zu enttäuscht sein ob der platten Auflösung um Henrys Existenz.

Immerhin geht man recht zufrieden aus dem Kino, hat man doch in großen Teilen die Spannung genossen, die Erlenwein aufzubauen und zu halten versteht. Ebenso erfreulich ist die geradezu physische Präsenz seiner Darstellerriege, die sich allesamt regelrecht die Seele aus dem Leib zu spielen scheinen. Ein durchgehendes Erlebnis sind die verstörenden Bilder, die Kameramann Ngo The Chau komponiert und die noch lange nachwirken.

Stereo_PlakatKinostart: 15. Mai 2014; Regie:
Maximilian Erlenwein; FSK: ab 16 Jahren; Länge: 95 Minuten; Verleih: Wild Bunch Germany; Link: Stereo-derfilm.de

 

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