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VERGISS MEIN ICH

VERGISS MEIN ICH

Vergiss mein IchIn „Vergiss mein Ich“ entwickelt Drehbuchautor und Regisseur Jan Schomburg ein Albtraumszenario: Eine Frau in den besten Jahren verliert durch eine verschleppte Gehirnhautentzündung ihr biographisches Gedächtnis – ihr komplettes „Ich“ ist verschwunden. Sie erkennt ihre Freunde und ihren Mann nicht wieder, mit dem sie seit vielen Jahren glücklich verheiratet ist. Sie weiß nichts mehr von ihren Vorlieben und Gefühlen, kennt keine Trauer, Scham oder Freude. Aus dem Krankenhaus entlassen, kehrt sie in ein fertiges Leben zurück, dass ihr völlig fremd ist. Dieses außergewöhnliche Schicksal ist mit einer umwerfenden Maria Schrader in der Hauptrolle ab dem 1. Mai im Kino zu erleben.

 

Der Film beginnt mit dem Zusammenbruch Lena Ferbens (Maria Schrader), die sich gerade mit ihrem Mann Tore (Johannes Krisch) auf einer Party amüsiert. Eine gute Weile später diagnostiziert man ihr eine retrograde Amnesie, die eine nicht erkannte Gehirnhautentzündung ausgelöst hat. Ihr Gehirn funktioniert zwar noch, kann die Sprache sprechen, ist aber völlig hilflos, wenn es um die Bedeutung der Worte geht. Keine Ihrer Erfahrungen sind noch im Speicher und an Gefühle geknüpft.

Vergiss mein Ich 1

Auch für Lenas Mann ist das ein schwerer Schlag. Natürlich wünscht er sich seine Frau zurück und hilft ihr, wo er kann, sich in dem alten Leben wieder zurecht zu finden. Er zeigt ihr, wer sie früher war und was sie einander bedeutet haben. Die völlig losgelöste Lena entwickelt plötzlich einen Hang zu glitzernden Outfits, die früher wenig Anklang in ihrem geschmackvollen Intellektuellendasein gefunden hätten. Auch hat sie nicht den Anflug einer Ahnung, welche Welle sie in Gang setzt, als sie bei einem Essen mit Mann und Freunden Passagen aus ihrem Tagebuch vorliest, in denen sie über die „geheime“ Affäre Tores mit ihrer besten Freundin Frauke (Sandra Hüller) sinniert.

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„Vergiss mein Ich“ beleuchtet, wie umfassend der Einfluss von gesellschaftlichen Konventionen und familiärer Konditionierung ist und regt zum Nachdenken an. Wie frei ist man eigentlich und auf welcher Grundlage trifft man seine Entscheidungen?

Das Drama zeigt eine erwachsene Frau,die fernab von diesem Gut und Böse ist und sich unvorbelastet auf das Abenteuer Leben in unserer Gesellschaft einlässt. Lenas Reaktionen wirken manchmal aberwitzig, aber echt und wahr. Wie ein hilfloses Kind stolpert sie von einem Fettnäpfchen in die nächste Verhaltenskodex-Falle, und es ist spannend und anrührend ihr dabei zu zusehen – ebenso auch, mit welchen Methoden sie sich den Weg zurück in die Gesellschaft erarbeitet.

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Brillant ist das eindringliche, intensive Spiel von Maria Schrader, die „Vergiss mein Ich“ neben dem faszinierenden Thema sehenswert macht. Das hat Jan Schomburg gleichermaßen zu einem packenden wie sensiblen Drama verarbeitet.

Vergiss mein Ich_PlakatKinostart: 1. Mai 2014; Regie:
Jan Schomburg; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 93 Minuten; Verleih: Realfiction; Link: realfiction.de/vergiss-mein-ich

 

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