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THE INVISIBLE WOMAN

THE INVISIBLE WOMAN

The Invisible WomanBasierend auf Claire Tomalins Buch „The Invisible Woman: The Story of Nelly Ternan and Charles Dickens“ führt uns Ralph Fiennes als Regisseur und in der Rolle des Schriftstellers mit dem am 24. April in den Kinos startenden Drama an eine Seite des begnadeten Charles Dickens heran, die im viktorianischen England für einen Skandal sorgte.

 

The Invisible Woman 1Lehrerin Nelly (Felicity Jones) ist glücklich verheiratet und führt ein erfülltes Familienleben mit Ehemann und Kindern. Durch eine bevorstehende Schulaufführung von Charles Dickens Bühnenstück „No Thoroughfare“ bahnen sich jedoch zunehmend Erinnerungen an eine geheimnisvolle Vergangenheit den Weg in ihre Gedanken. Begleitet von Reue und Schuldgefühlen versucht Nelly, bei ausgiebigen Strandspaziergängen wieder die Kontrolle über sich zu gewinnen, um ihrer jetzigen Rolle als Ehefrau des Schulleiters gerecht zu werden.

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Ihre Erinnerungen führen jedoch 20 Jahre zurück in eine Zeit, als Nelly mit ihrer Mutter (Kristin Scott Thomas) und den beiden Schwestern durch das Land reiste, um als weiblicher, schmückender Teil eines Ensembles in zahlreichen Stücken aufzutreten. Nellys Schauspieltalent hält sich in Grenzen – und doch erregt sie mit ihrem feinen Gespür für die Emotionen, die vor allem den Stücken und Novellen von Charles Dickens (Ralph Fiennes) zugrunde liegen, bei eben genau diesem Autor Aufsehen. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Beziehung und Nelly wird zu Dickens Muse.

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Doch nach wie vor bleibt Dickens Lebenselixier das Theater. Als brillanter Amateurschauspieler entfaltet er seine Gefühle auf der Bühne wesentlich überzeugender als es ihm abseits des Rampenlichts jemals möglich wäre. Denn hinter der Fassade einer umjubelten Berühmtheit verbirgt sich das kontrollierende Wesen eines emotional isolierten Mannes, der mit seiner vollständig von künstlerischem Gespür befreiten Ehefrau Catherine (Joana Scanlan) und den zehn Kindern ein standesgemäßes Leben führt.

Die gleichermaßen aufregende wie zerbrechliche Liebesbeziehung des ungleichen Paares hat deshalb also einen hohen Preis: ihre Verbindung muss absolut geheim bleiben – ein äußerst komplizierter Umstand, welcher für Nelly den Beginn eines Lebens in „Unsichtbarkeit“ bedeutet.

Ralph Fiennes („Grand Budapest Hotel„) als Charles Dickens zeigt uns nicht nur die Facette der lebenshungrigen „Rampensau“ und des erfolgsverwöhnten Schriftstellers, sondern auch einen im Inneren höchst sensiblen Menschen, der aufgrund seines Verständnisses von Mannsein jegliche Sentimentalitäten ablehnt. Von überbordend bis zu Tode betrübt bedient Fiennes die gesamte Klaviatur eines Gefühlslebens hervorragend. Joana Scanlan („Das Mädchen mit dem Perlenohrring“) mimt das stoische Bollwerk und Muttertier an der Seite des berühmten Künstlers mit einer Gefühlskälte, die beim einzigen Gefühlsausbruch dafür sorgt, dass der Zuschauer unweigerlich bis ins Mark erschüttert ist und eine Ahnung vom harten Leben einer Künstlergattin im England des 19. Jahrhunderts bekommt.

Felicity Jones („Powder-Girl„) gibt die Gratwanderung zwischen einem Leben als Geliebte und dem sehnlichen Wunsch, als rechtschaffene Frau an der Seite eines Mannes standesgemäß respektiert zu werden, mit einer dermaßenen Zerrissenheit, dass man förmlich spürt, warum sich die Frauenbewegung der damaligen Zeit darum kümmern musste, die weiblichen Wesen in ihrer Daseinsberechtigung zu stärken und endlich aus der zweiten Reihe zu zerren.

The Invisible Woman_PlakatKinostart: 24. April 2014; Regie: Ralph Fiennes; FSK: ohne; Länge: 112 Minuten; Verleih: Sony; Link: theinvisiblewoman.de

 

 

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