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DIE SCHWARZEN BRÜDER

DIE SCHWARZEN BRÜDER

die schwarzen brueder bleibtreuVerfilmung des Jugendbuchklassikers mit Moritz Bleibtreu: Tessiner Kinder schuften im 19. Jahrhundert als Schornsteinfeger-Sklaven in Mailand (Kinostart: 17. April). 

 

Mit „Die schwarzen Brüder“ verfilmte der Schweizer Oscar-Preisträger Xavier Koller („Reise der Hoffnung“) den gleichnamigen Jugendbuchklassiker von Lisa Tetzner und Kurt Held. Das Buch erschien bereits 1941, und die Geschichte, die es erzählt, ist noch etliche Jahre älter. Sie handelt vom Schicksal bettelarmer Kinder aus dem Schweizer Kanton Tessin, die im 19. Jahrhundert als Kaminkehrer nach Italien verkauft wurden. „Die schwarzen Brüder“ beruht auf historischen Begebenheiten und gilt als zeitloser Stoff – weswegen das Buch auch bereits in den 80er-Jahren als Vorlage einer sechsteiligen ARD-Serie mit Monika Bleibtreu diente. Aber was bringt uns die erneute Verfilmung?

die schwarzen brueder bleibtreu henkelEin Bergdorf im Tessin im 19. Jahrhundert: Der kleine Giorgio (Fynn Henkel) erlebt die Ohnmacht der Armut. Seine Mutter liegt nach einem Unfall schwer verletzt im Bett, einen Arzt kann sich die Familie aber nicht leisten. So verkauft ihn sein Vater (Leonardo Nigro) an den schmierigen Kinderhändler Antonio Luini (Moritz Bleibtreu). Der verkauft Giorgio und eine ganze Gruppe anderer Jungs weiter an Schornsteinfegermeister in Mailand. Dort schuften die Kinder tagein, tagaus in den engen und schmutzigen Kaminen der Stadt.

Giorgio gerät an Meister Battista Rossi (Waldemar Kobus). Während sich sein Herr noch einigermaßen menschlich verhält, entpuppt sich dessen Ehefrau (Catrin Striebeck) als Drachen und Sohn Anselmo (Andreas Warmbrunn) als verwöhnter Fiesling. Rossis Tochter Angeletta (Ruby O. Fee) hingegen entwickelt schon bald zarte Gefühle für den jungen Kaminkehrer – und der für sie.

die schwarzen brueder fee henkelGiorgio und seine Tessiner Leidensgenossen werden nicht nur schamlos ausgenutzt, sie müssen sich auch noch vor den Attacken einer jugendlichen Gang in Acht nehmen. Um sich zu verteidigen, gründen sie den Kaminfegerbund „Die schwarzen Brüder“.

Haben wir es hier wirklich mit einer „zeitlosen Geschichte“ zu tun? Ja und nein. Kinderarbeit gibt es immer noch irgendwo auf der Welt, wie seit Jahrtausenden. Für Europa, und das gilt natürlich auch für die spezielle Episode der Tessiner Kaminfeger, ist dieses Kapitel längst abgeschlossen. Nicht so für Kinder etwa in Afrika oder Asien. Dort wiederholt sich täglich tausendfach das Schicksal der Tessiner Kinder, aber davon handelt der Film nicht.

Tiefergehende oder neue Einsichten über frühere Sklavenarbeit in Mitteleuropa liefert der Film ebenfalls nicht. Denn die Schilderung der sozialen Verhältnisse wird hier im Schnelldurchlauf abgehakt, das arme Bergdorf und die engen Mailänder Gassen wirken eher pittoresk als prekär.

„Die schwarzen Brüder“ funktioniert aber ganz gut als Abenteuerfilm im historischen Gewand. Die aufgeweckten Jungs müssen sich selbst behaupten in einer feindlichen Umwelt und schließen sich im Kampf gegen den skrupellosen Kinderhändler zusammen. Gut gegen Böse, Jung gegen Alt – das ist spannend und nachvollziehbar gemacht. Und ein wirklich zeitloser Konflikt.

Mit Moritz Bleibtreu hat dieser Film einen prächtigen Bösewicht mit allem drum und dran: mit Narbe im Gesicht, schlechten Zähnen, fettigen Haaren und Blicken, die töten können. Für zusätzliche Farbe sorgen gute Darsteller in markanten Nebenrollen, wie etwa Richy Müller als souveräner Pater mit Vergangenheit oder die junge Ruby O. Fee als Außenseiterin mit Herz.

„Die schwarzen Brüder“ ist ein familiengerechtes Jungsabenteuer – mit Gefühl, guten Darstellern und einer Schippe Sozialkritik.

die schwarzen brueder posterKinostart: 17. April; Regie: Xavier Koller, FSK: ab 6; Länge: 103 Min.; Verleih: StudioCanal Deutschland, Link: http://dieschwarzenbrueder-film.de/#trailer

 

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