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LAUF JUNGE LAUF

LAUF JUNGE LAUF

Lauf Junge laufMit „Lauf Junge lauf“ hat sich der deutsche Oscar-Preisträger Pepe Danquart an die wahre und bewegende Geschichte eines polnisch- jüdischen Jungen gewagt. Dem Achtjährigen gelang 1942 die Flucht aus dem Warschauer Ghetto. Drei Jahre lang versteckte sich das Kind vor den Nazis in umliegenden Dörfern und im Wald, überlebte Hunger, Kälte, Verfolgung und Einsamkeit. Das Martyrium des Jungen hat Danquart in 108 aufregende Filmminuten gebannt und nicht eine davon entgleitet ihm in rührselige Schwülstigkeit. Stattdessen kleidet er dieses ergreifende Schicksal eines außergewöhnlichen Kindes in starke, zum Teil poetische Bilder. Ein Film für die ganze Familie, der – passend zur Osterzeit – am Gründonnerstag, den 17. April, ins Kino kommt. 

 

„Lauf Junge lauf“ schildert den unglaublichen Überlebenskampf des Yoram Fridmann, den Ori Orlev 2002 zum gleichnamigen Jugendbuch verarbeitete und der zum Weltbestseller geriet. Erstaunlich, dass ausgerechnet der Deutsche Pepe Danquart den Zuschlag für die Filmrechte erhielt. Der setzte sich in den Kopf, den unerschütterlichen Mut und den Überlebensinstinkt dieses Jungen als Ode an das Leben und die Menschlichkeit zu inszenieren.

Lauf Junge lauf 1Ein besonderer Glücksgriff für „Lauf Junge lauf“ ist das Warschauer Zwillingspaar Andrzej und Kamil Tkacz, die mit eindrucksvoller Intensität abwechselnd den titelgebenden Jungen Srulik verkörpern. Gleich zu Beginn seiner Flucht trifft Srulik in einem Versteck seinen ebenfalls geflohenen Vater (Zbigniew Zamachowski). Der mahnt ihn, auf keinen Fall seine jüdische Herkunft zu vergessen, die er jedoch niemals preisgeben darf. Überdies beschwört er den Jungen, allen Widrigkeiten zum Trotz niemals aufzugeben.

Lauf Junge lauf 3

Der väterliche Appell begleitet Srulik auf seiner Odyssee. Er lernt auf Bäumen und in Erdlöchern zu schlafen, Kleintiere und Fische zu jagen und sich von Kräutern, Schnecken und Beeren zu ernähren bis der eisige Winter kommt. Immer wieder geht er Bauern in der Umgebung um Arbeit gegen Essen und Unterkunft an. Die meisten weisen ihn ab, bis er halberfroren vor der Tür der allein lebenden Bäuerin Magda (Elisabeth Duda) zusammenbricht. Ihr Mann und ihre Söhne kämpfen bei den Partisanen im Untergrund. Magda nimmt den Jungen auf, versteckt ihn und kümmert sich liebevoll um ihn. Sie verpasst ihm den neuen Namen Jurek und dichtet ihm eine katholische Identität an, übt mit ihm geduldig Rosenkränze und Gebete, und fragt seinen neuen Lebenslauf wie Vokabeln ab.

Lauf Junge lauf 2

Am Ende wird es für beide zu gefährlich und Jurek macht sich erneut auf die Flucht. Als „Katholik“ hat er es leichter Unterschlupf zu finden, dennoch gibt es kein dauerhaftes Versteck oder gar eine Bleibe für ihn. Er gerät an Kopfgeldjäger, die ihn gegen ein paar Zlotys an die Gestapo ausliefern – und wieder kann er entkommen. Drei lange Jahre übersteht Srulik/Jurek diesen Überlebenskampf , in deren Verlauf er einen Arm und beinahe sein Leben und den Glauben daran verliert – aber eben nur fast. Denn er überlebt, wird zur Schule gehen, studieren, nach Israel übersiedeln, heiraten, Kinder und Enkelkinder haben.

Die Erzählperspektive aus der Sicht des Kindes macht „Lauf Junge lauf“ zu einer Art Abenteuer-Epos – mal unerträglich spannend, oft ebenso traurig, aber fast immer voller Zuversicht. Trotz Krieg und Naziverfolgung wohnt dem Film eine positive und versöhnliche Energie inne. Denn so oft, wie Srulik/Jurek verraten oder gejagt wird, so oft helfen ihm Fremde und riskieren dabei ihr Leben. Diesen Menschen, allen voran Srulik/Jurek/Yoram Fridmann, setzt Pepe Danquart ein packendes, eindringliches filmisches Denkmal, das viele, viele Zuschauer verdient und damit weit mehr als ein Prädikat „besonders wertvoll“.

Lauf Junge lauf_PlakatKinostart: 17. April 2014; Regie: Pepe Danquart; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 108 Minuten; Verleih: NFP marketing & distibution; Link: laufjungelauf-derfilm.de

 

 

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