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SUPER-HYPOCHONDER

SUPER-HYPOCHONDER

super hypochonder boonEin Dauerpatient und sein verzweifelter Arzt: Hypochonder Dany Boon nervt in seiner neuen Komödie den Doc Kad Merad mit immer neuen eingebildeten Krankheiten (Kinostart: 10. April).

 

Die gute Nachricht: Endlich sind die beiden Stars des Superhits „Willkommen bei den Sch’tis“ wieder gemeinsam in einem Film zu sehen. Die schlechte Nachricht: Auch das Dreamteam Dany Boon und Kad Merad kann nicht verhindern, dass „Super-Hypochonder“ verunglückt ist. Dany Boon und Kad Merad geben sich zwar alle Mühe, gute Laune aufkommen zu lassen, aber der Funke will nicht so recht überspringen, denn dieser „Hypochonder“ wirkt ein wenig überdreht.

super hypochonder merad boonRomain Flaubert (Dany Boon) ist ein professioneller Hypochonder. Wo er auch steht und geht, wittert er Viren und Bakterien. Ständig bildet er sich irgendwelche Krankheiten ein, ist in Wahrheit aber kerngesund. Mit dieser Tour geht er seinem Hausarzt Dr. Dimitri Zvenka (Kad Merad) gehörig auf die Nerven. Der sieht schließlich nur noch ein Mittel, um seinen schwierigen Dauerpatienten loszuwerden: Er versucht Romain zu verkuppeln, damit ihn eine Frau auf andere Gedanken bringt.

Auch diese Behandlung schlägt fehl. Dimitri verordnet seinem Patienten daraufhin eine Schocktherapie: Er nimmt ihn mit in ein Auffanglanger für Flüchtlinge, um den eingebildeten Kranken mit echtem Leid zu konfrontieren. Die Aktion entwickelt sich zum Rohrkrepierer, als Romain mit dem flüchtigen Revolutionsführer eines kleinen osteuropäischen Landes verwechselt wird.

super hypochonder boon polRomain schlüpft aber bereitwillig in die Rolle des Revoluzzers Anton Mirolsav (Jean-Yves Berteloot), weil er sich nämlich längst in Dimitris Schwester Anna (Alice Pol) verliebt hat. Die schwärmt für das Mannsbild Anton – ohne ihm allerdings je begegnet zu sein. Während sich Romain/Anton bei Anna versteckt, wundert sich Dimitri, warum sein Patent scheinbar spurlos verschwunden ist.

Frankreich gilt seit einiger Zeit als „der kranke Mann Europas“: hohe Arbeitslosigkeit, immense Staatsschulden, Skandale und die Unfähigkeit zu Reformen bereiten unserem Nachbarland erhebliche Probleme. Vielleicht erklärt das den Erfolg von „Super-Hypochonder“ in Frankreich, vielleicht erkennen sich viele Zuschauer in diesem dauerleidenden, aber beratungsresistenten Neurotiker Romain wieder. Dann hätte Dany Boon als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller wieder einen Nerv getroffen, wie es ihm mit dem Blockbuster „Willkommen bei den Sch’tis“ gelungen ist.

Wahrscheinlicher aber ist, dass die Franzosen ganz einfach diesen netten Kerl von nebenan mögen und gerne sehen, wie der Star mit seinem Kollegen Kad Merad einen Gag nach dem nächsten zündet. Die gemeinsamen Szenen der beiden Komiker gehören auch zu den Höhepunkten des Films. Es macht einfach Spaß, wie sich Boon und Merad die Bälle zuspielen, die beiden sind ein Super-Paar. Wenn auch die Gags diesmal wenig überraschend ausfallen und aus mehr oder weniger erwartbaren Hypochonder-Witzen bestehen.

Zudem tritt Merad alias Dimitri im Laufe des Films zunehmend in den Hintergrund. Etwa auf der Hälfte der Stecke verlässt der „Super-Hypochonder“ nämlich die Anekdoten-Ebene und verwandelt sich in eine Verwechslungskomödie. Die ist ganz flott gemacht und bietet einige hübsche Einfälle, etwa wenn der angeblich harte Kerl Anton/Romain vor einem Schoßhündchen flüchtet oder versucht, seiner Flamme Anna Unterricht in seiner vermeintlichen Muttersprache zu geben.

Gegen Ende schwenkt der Film dann nochmals in eine andere Richtung um: In einer wenig glaubhaften und gewalthaltigen Aktion, die wie ein schlechter Spionagethriller daherkommt, macht sich Dimitri auf, seinen Patienten Romain aus einem finsteren Verließ irgendwo in Osteuropa zu befreien. Das ist nun eindeutig zu viel des Guten, denn diese Action-Einlage passt weder zum Ton des Films, noch zu seinem harmlosen Hypochonder-Thema. Allerdings gibt sie Dany Boon die Gelegenheit zu einer brillanten Ekelknast-Szene – und seinem Romain zu einer überraschenden Blitzheilung.

Diagnose: „Super-Hypochonder“ strapaziert das Zwerchfell nur in wenigen Momenten, leidet an einer etwas unausgegorenen Story und hätte eigentlich noch mal in die Drehbuch-Klinik gehört.

super hypochonder posterKinostart: 10. April; Regie: Dany Boon; FSK: ab 6; Länge: 108 Min.; Verleih: Prokino Filmverleih; Link: http://www.super-hypochonder.de

 

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