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BANKLADY

BANKLADY

Banklady 1Hintergrund des am 27. März in unseren Kinos startenden Krimis „Banklady“ ist eine wahre Räuberpistole, die sich in den 60s in Hamburg zutrug. Regisseur Christian Alvart konnte kaum glauben, dass die leidenschaftliche Geschichte von der ersten Bankräuberin Deutschlands noch nicht verfilmt worden war. Mit Nadeshda Brennicke, Charly Hübner und Ken Duken in den Hauptrollen erwarten den Zuschauer 118 Minuten voller Spannung, Nostalgie und Charme.

 

Mit dem Finger am Abzug – Liebe am Limit
Außergewöhnliche Partnerschaften wie die des berühmten Bankräuber-Pärchens „Bonnie und Clyde“, wecken die Sehnsucht nach Abenteuer und Leidenschaft. Und auch wenn man selbst vermutlich auf das tragische Ende der beiden verzichten würde, hat deren Geschichte einen schwer romantischen Touch, der manch einen verträumt aufseufzen lässt. Bonnie und Clyde fanden ineinander nicht nur den Partner zum Pferde stehlen. Ihre Beziehung lebte von einem ganz besonderen Reiz und einer gefährlichen Anziehungskraft. Dass eine solche Geschichte à la Hollywood nicht nur in Amerika zu finden ist, beweist das Leben von Gisela Werler und ihrem Hermann „Peter“ Wittorff.

„Banklady“ präsentiert die wahre Geschichte einer ganz normalen Frau, die aus der beklemmenden Enge ihres Lebens ausbricht und zur ersten Bankräuberin Deutschlands wird. Unterhaltsam und hochspannend erzählt der Film von der Sehnsucht nach Freiheit im spießigen Nachkriegsdeutschland, von den kleinen und großen Träumen, der wahren Liebe sowie der Suche nach dem großen Kick und verwandelt die Tristesse der sechziger Jahre und die mondäne Ausstrahlung der „Banklady“ in ganz großes Kino.

Regisseur Christian Alvart, der mit seinen Kinofilmen „Antikörper“ und „Fall 39“ für Aufsehen sorgte, setzt die deutsche Variante von Bonnie und Clyde mit einer ganz eigenen Bildsprache und einem überraschenden Musikkonzept in Szene. Unter seiner Führung agiert ein bis in die Nebenrollen hochgradig besetztes Ensemble mit den beiden mitreißenden Hauptdarstellern Nadeshda Brennicke („Bluthochzeit“) und Charly Hübner („Eltern“) sowie Andreas Schmidt („Sputnik“), Ken Duken („Zwei Leben“), Heinz Hoenig („Antikörper“) und Henny Reents („Trabanten“) und in einer Gastrollen „Fleisch ist mein Gemüse“-Autor Heinz Strunk.

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Adrenalin-Junkies mit Stil und Charme
Hamburg in den 60ern: Gisela Werler (Nadeshda Brennicke) ist ein Mauerblümchen, eine unauffällige Arbeiterin in einer Tapetenfabrik, die mit 30 Jahren noch bei ihren Eltern wohnt und noch nie eine ernsthafte Beziehung zu einem Mann hatte. Zwar ist ihr Kollege Uwe (Andreas Schmidt) ein Verehrer mit ernsthaften Absichten, aber Gisela schwebt für ihre Zukunft etwas anderes vor, als ein trautes Heim mit gesichertem Auskommen. Selbstbewusst und elegant möchte sie sein, wie ihre Chefin Fanny (Henny Reents) oder die Frauen in den Hochglanzmagazinen – und Reisen auf ihre Sehnsuchtsinsel Capri müssen da schon drin sein.

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Als sie durch Uwe den halbseidenen Lebemann Peter (Charly Hübner) kennenlernt, nehmen seine Lebenslust und sein Charme sie sofort gefangen. Zufällig findet sie heraus, dass Taxifahrer Peter ein außergewöhnliches Hobby hat: Er überfällt Bankfilialen. Doch Uwe hat als Komplize nicht die nötigen Nerven. So bietet Gisela sich kurzerhand als Ersatz an. In einem geklauten VW Käfer geht es zum ersten, angsterfüllten Raubzug nach Hamburg-Eidelstedt. „Geld her“ droht sie zwar mit erhobener Waffe, aber dennoch fügte sie ein „bitte“ hinzu. Genauso bedankt sie sich auch nach Erhalt der Beute und wünscht allen noch „einen schönen Tag“.

Dieses stilvolle Vorgehen bringt ihr in den Medien den bewundernden Titel „Banklady“ ein. Gisela lässt ihr altes „Ich“ hinter sich, beginnt ein Doppelleben und wird als erste deutsche Bankräuberin zur mondänen Lady: In teuren Mänteln und Schuhen, mit Perücke und Sonnenbrille steht sie wieder und wieder an den Bankschaltern und erbeutet – höflich, aber bewaffnet – immer mehr Geld. Mit Schlagzeilen krönen die Zeitungen sie zum Sexsymbol und die ganze Nation rätselt: Wer ist diese Frau mit den schönen Beinen?

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Aber auch die Ermittler Fischer (Ken Duken) und Kaminski (Heinz Hoenig) sind ihr auf den Fersen. Gisela riskiert immer mehr für ihr neues, aufregendes Leben, für die Freiheit und für ihre Liebe zu Peter, der in seiner wahren Identität als Hermann Wittorff ein gar nicht so schillerndes Leben fristet.

Die Bankräuberin mit den schönen Beinen
Deutschlands erste Bankräuberin war somit nicht nur erfolgreicher als viele ihrer Vorgänger und Nachahmer, sie hatte auch das gewisse Etwas, Stil und Ausstrahlung. Und neben allem Charme die nötige Portion Kaltblütigkeit. Auch wenn sie am Ende das übliche Bankräuber-Schicksal ereilte, mit einer Gefängnisstrafe von neuneinhalb Jahren, wird niemand ihren Namen so schnell vergessen.

BankladyDer Hintergrund in der deutschen Kriminalgeschichte: Gisela Werler wird am 18. August 1934 in Hamburg-Altona als älteste von drei Töchtern eines Bauschlossers geboren. Sie wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und muss schon als junge Frau zum Familienunterhalt beitragen. Noch mit 30 Jahren lebt sie bei ihren Eltern und ist Hilfsarbeiterin in einer Tapetenfabrik. Von 1965 bis 1967 raubt sie mit bis zu drei Komplizen 19 Banken in Norddeutschland aus und erbeutet dabei rund 400.000 DM – ein neuer Rekord in der deutschen Kriminalitätsgeschichte. Die Medien berichten ausführlich über die erste Bankräuberin Deutschlands, die Polizei tappt lange im Dunkeln. Die meisten Banken sind zu der Zeit noch nicht mit Alarmanlagen ausgestattet – und nur die wenigsten „Peterwagen“ verfügen über Funk. Am 15. Dezember 1967 werden Gisela Werler und ihr Komplize und Lebensgefährte Hermann Wittorff alias Peter Werler bei dem Versuch, eine Bank in Bad Segeberg auszurauben, verhaftet. Sie erhält mit neuneinhalb Jahren eine um vier Jahre geringere Haftstrafe als Wittorff. Noch im Gefängnis heiraten die beiden und bleiben für ihr restliches Leben zusammen. Gisela Werler stirbt 2003, Wittorff 2009.

Christian Alvart verfilmte die Story der „Banklady“ und liefert damit mehr als die deutsche Antwort auf Bonnie und Clyde. Der rasante Krimi-Thriller entführt den Zuschauer in das Hamburg der 60er Jahre. Nicht allein die Geschichte, auch die Ausstattung und die grandiosen Schauspieler sorgen für 118 Minuten voller Leidenschaft und Nervenkitzel.

Zur Inspiration hat der Kinoexperte zahlreiche Filme aus dieser Zeit gesichtet: „Mich haben bei ‚Point Blank‘ mit Lee Marvin oder ‚Getaway‘ mit Steve McQueen vor allem Kostüme und das Männerbild interessiert, das sich von der heutigen Zeit erheblich unterschiedet. Aktuelle Filmvorbilder gibt es hingegen nicht. Einzig zu der US-Serie ‚Mad Men‘ sehe ich eine Verwandschaft, weil sie historisch überspitzt und in der Stilisierung genial ist.“

Auf die Frage, was die Geschichte der „Banklady“ aus seiner Sicht für heutige Kinogänger so spannend macht, antwortet Alvart: „Der Film spielt in einer Zeit vor der Hippiebewegung, vor den Studentenunruhen und der RAF. Eine Zeit, in der Enge und Unzufriedenheit vorherrschen. Gisela Werler war auf eine, wenn auch kriminelle Art und Weise Vorreiterin des gesellschaftlichen Aufbruchs.Sie akzeptiert die ihr zugewiesene Rolle nicht, weigert sich eine der wenigen unbefriedigenden Möglichkeiten, die sich ihr bieten, anzunehmen. Mit über 30 hat sie deswegen noch immer ihre Rolle nicht gefunden. Als sie den ersten aufregenden Mann in ihrem Leben trifft, erfindet sie sich als Bankräuberin neu, und macht auch ihn damit erst zu dem Mann, den sie sich erträumt hat. Als Erzwingerin ihrer eigenen Träume in die Wirklichkeit, ist sie sehr modern. Dabei spielt es keine Rolle, dass sie selber als einfache Frau das gar nicht so empfinden musste.“

Fazit: Ein hinreißendes Stück Kino – Krimi gepaart mit Liebesgeschichte, Nostalgie transportiert mit Musik – mit einer fantastischen Besetzung, das uns aufgrund der genialen Ausstattung zu einer neuen eBay-Kollektion inspiriert hat!

Banklady_PlakatKinostart: 27. März 2014; Regie: Christian Alvart; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 118 Minuten; Verleih: Studiocanal; Link: banklady.de

 

 

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