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her phoenix 2Die Liebe treibt manchmal seltsame Blüten: In „Her“ verliebt sich Joaquin Phoenix in das Betriebssystem seines Rechners. In dieser Sci-Fi-Romanze ist das allerdings gar nicht so abwegig, wie es klingt. Vor allem, weil das Programm mit einer ungemein verführerischen Stimme spricht (Kinostart: 27. März).

 

An Smartphones und Navis, die mit uns reden, haben wir uns längst gewöhnt. An die fast pausenlose Begleitung durch clevere Programme, die für uns Termine und Kontakte sortieren, Daten verwalten und Antworten auf schwierige Fragen finden, ebenfalls. „Her“ denkt den Alltag des digital vernetzten Menschen der Gegenwart noch einen Schritt weiter. Was wäre, wenn die Technik nicht nur Arbeit und Privatleben organisieren, sondern tatsächlich mitdenken könnte? Ein Programm, das perfekt funktioniert, 24 Stunden am Tag verfügbar ist und menschliche Empathie wie ein guter Freund aus Fleisch und Blut entwickeln könnte?

her phoenixLos Angeles in naher Zukunft. Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) schreibt herzergreifende Liebesbriefe – für Menschen, die unfähig sind, die richtigen Worte zu finden. Während er also sein Geld damit verdient, anderen zum Glück zu verhelfen, führt Theodore selbst nach der Trennung von seiner Frau ein ziemlich einsames Leben. Er verdaddelt seine Freizeit mit Videospielen und Telefonsex. Bis er ein neues Betriebssystem auf seinem Rechner installiert.

Das System arbeitet mit künstlicher Intelligenz, lässt sich individuell auf die Bedürfnisse des Nutzers zuschneiden und ist allgegenwärtig. Theodore hat es immer dabei, Kamera und Mikro seines Smartphones sind wie Augen und Ohren für das System. Das System nennt sich Samantha, hat eine menschliche Stimme (im Original: Scarlett Johansson), regelt im Hintergrund alle möglichen Angelegenheiten und wird zum wichtigsten Gesprächspartner für Theodore.

Samantha ist nicht nur blitzgescheit, sondern offensichtlich auch mit Humor gesegnet. Kurz und gut: Mensch und Maschine verlieben sich ineinander. Sie haben sogar – eine der gefühlvollsten und denkwürdigsten Szenen des Film – Sex miteinander! Aber wie erklärt man seinen Bekannten und Kollegen, dass die neue Freundin ein unsichtbares Betriebssystem ist?

Zunächst einmal wirkt die Vision von der Liebe zwischen Mensch und Maschine ziemlich schräg. Aber „Her“ ist weder ein Film über gestörte Außenseiter, noch eine flammende Mahnung vor den Folgen der fortschreitenden Technisierung. „Her“ macht sich auch nicht lustig über seinen Helden, der sein Herz an ein Programm verliert.

„Her“ erzählt eine gefühlvolle Geschichte, ganz und gar unaufgeregt und in coolen Bildern. Theodore ist kein armes Würstchen und auch kein Nerd, sondern der stille und einfühlsame Typ von nebenan. Joaquin Phoenix spielt ihn mit stoischer Ruhe und absolut sympathisch-verträumten Zügen.

Dass die Liebe zwischen Theodore und Samantha glaubhaft erscheint, liegt an Phoenix souverän-zurückgenommenem Spiel – und an Scarlett Johansson. Ihre Stimme verleiht der virtuellen Geliebten Leben und Charme. Rau, dunkel, verführerisch, mitfühlend und verheißungsvoll: Sie findet immer den richtigen Ton, muntert ihren melancholischen User auf und ist eindeutig der aktivere Part in dieser Beziehung.

Wer kann, sollte die amerikanische Originalfassung von „Her“ sehen bzw. hören. Das Zusammenspiel zwischen Hauptdarsteller und Stimme ist ein Kunststück für sich.

„Her“ ist einer der originellsten Liebesfilme der letzten Zeit und dabei ebenso unsentimental wie präzise. Ob diese Geschichte ein Happy End hat, soll hier nicht vorweggenommen werden.

her posterKinostart: 27. März; Regie: Spike Bonze; FSK: ab 12; Länge: 126 Min.; Verleih: Warner Bros. GmbH; Link: http://www.herthemovie.com

 

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