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DER HUNDERTJÄHRIGE, DER AUS DEM FENSTER STIEG UND VERSCHWAND

DER HUNDERTJÄHRIGE, DER AUS DEM FENSTER STIEG UND VERSCHWAND

Er rettete General Franco das Leben, trank Wodka mit Josef Stalin und spionierte für Ronald Reagan: Kein Wunder, dass Allen Karlsson keine Lust mehr aufs langweilige Altersheim hat. An seinem 100. Geburtstag sucht er das Weite und ein neues Abenteuer. Amüsante Verfilmung des Bestsellers von Jonas Jonasson (Kinostart: 20. März).

 

Muss man zu dieser Geschichte noch viel erklären? Jonas Jonassons Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ hielt sich monatelang auf Platz eins der Bestsellerlisten, wurde allein in Deutschland über zwei Millionen Mal verkauft, begeisterte als Hörbuch und als Theaterstück. Auch wer das Buch nicht gelesen hat, weiß doch, worum es geht: um einen alten Herrn, der an seinem 100. Geburtstag aus dem Altenheim ausbüxt und noch einmal ein Abenteuer erlebt. Dabei hat der alte Allan Karlsson schon so viel mitgemacht, dass es für zehn Leben reichen würde.

Immer wieder geriet der nette, aber etwas trottelige Allan im Laufe seines langen Lebens an die Brennpunkte der Weltgeschichte. Und das hatte viel mit Allans Vorliebe für Dynamit zu tun, denn der bauernschlaue Schwede hat ein Händchen für effektvolle Explosionen. Und das führt ihn in den Spanischen Bürgerkrieg an die Seite von General Franco, in die UdSSR an den Schreibtisch von Diktator Josef Stalin und in die USA, wo er an der Atombombe mitbaut und die Präsidenten Harry S. Truman und Ronald Reagan zu seinen Freunden zählt. An Politik hat Allan Karlsson nicht das geringste Interesse, ob er es mit Faschisten, Kommunisten, Spionen oder Gangstern zu tun hat, ist ihm schnurz. Hauptsache, es knallt!

Diese fantastische Mischung aus Schelmenroman und moderner Odyssee ist natürlich wie gemacht als Vorlage für einen Kinofilm. Jonasson liefert mit seinem Buch eine Steilvorlage für jeden Regisseur: Ein liebenswerter Held, aufregende Schauplätze, trockener Humor und eine gute Stange Action sind ein sicheres Rezept für einen Blockbuster. Ein Stoff, der sicher die Begehrlichkeiten Hollywoods geweckt hat – aber „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ ist keine megateure Eventmaschine mit Starbesetzung und Top-Regisseur.

Wie schon der Roman ist der Film eine schwedische Produktion. Und die kommt mit vergleichsweise bescheidenem Budget und mit für uns weitgehend unbekannten Darstellern aus. Dafür bewahrt sie den skurrilen Charme der Vorlage und bleibt eng am lässigen Ton des Romans. Hätte Tom Hanks die Hauptrolle gespielt, wär’s eben ein Tom-Hanks-Film geworden. So ist es ein Allan-Karlsson-Film. Das schmälert überhaupt nicht die Leistung von Hauptdarsteller Robert Gustafsson: Er macht seine Sache wirklich gut, überzeugt ebenso als junger wie als alter Allan und hat von der ersten Szene an die Sympathien auf seiner Seite.

Die ausufernde Handlung des Romans musste natürlich für den Film eingedampft werden. So fehlen einige Nebenfiguren und Episoden aus der Vorlage, was dem Film aber nicht schadet. Auch die Verknüpfung der beiden Handlungsebenen – Vergangenheit und Gegenwart – ist gelungen. Trotz der vielen Rückblenden, immer verrückteren Wendungen und zahlreichen Schauplätze verliert der Film nie den roten Faden.

Hochglanzbilder und ausgefeilte Spezialeffekte darf man allerdings nicht erwarten, aber dafür ein kurzweiliges Roadmovie, das nach einer gemächlichen ersten halben Stunde ordentlich an Fahrt aufnimmt und jederzeit die Balance aus Sarkasmus und Spannung hält.

Kinostart: 20. März; Regie: Felix Herngren; FSK: ab 12; Länge: 114 Min.; Verleih: Concorde Filmverleih GmbH; Link: http://www.derhundertjaehrige-film.de

 

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