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Schwedischer Krimi „Frühlingstod“

Schwedischer Krimi „Frühlingstod“

kallentoft fruehlingstodKrimi-Spannung aus Schweden: Kommissarin Malin Fors jagt einen Attentäter, der mit seiner Bombe eine ganze Familie auslöschte. Eine harte Nuss für die Ermittlerin, zumal auch ihr Privatleben alles andere als friedlich verläuft – ein Krimi von Mons Kallentoft.

 

Eigentlich ist Linköping eine beschauliche Stadt in der schwedischen Provinz, 200 Kilometer südlich von Stockholm. Universität, Industrie, eine restaurierte Altstadt, eine mittelalterliche Domkirche und gut 100 000 Einwohner – ein Ort, an dem nichts Weltbewegendes passiert. Aber wer Schweden-Krimis kennt, ahnt natürlich, dass hinter jeder noch so friedlichen Fassade das nackte Grauen lauert. Natürlich nur in der Fantasie des Autors. Mons Kallentoft lässt in seiner Heimatstadt jedenfalls kein Stein auf dem anderen. Im mittlerweile vierten Roman seiner Krimi-Reihe um die Linköpinger Kommissarin Malin Fors lässt er eine Bombe hochgehen, taucht hinab in menschliche Abgründe und schickt seine Heldin auf eine emotionale Achterbahnfahrt.

Der Frühling hält Einzug in Linköping. Die Menschen genießen die ersten Sonnenstrahlen in den Straßencafés, freuen sich auf warme Tage und eine blühende Natur. Aber daraus wird nichts: Eine ohrenbetäubende Explosion zerfetzt die Idylle. Vor einer Bank geht eine Bombe hoch und reißt drei Menschen in den Tod: eine Mutter mit ihren zwei kleinen Kindern. Kommissarin Malin Fors und ihre Kollegen gehen zunächst von einem Terroranschlag aus. Dazu passt ein Bekennerschreiben und das Video einer ominösen Ökonomischen Freiheitsfront. Malin schnappt den jungen Mann, der hinter der Organisation steckt.

Aber der Fall ist damit noch lange nicht aufgeklärt – im Gegenteil: Die Ermittler stehen wieder ganz am Anfang. Und Malin steht zeitgleich vor einer familiären Zerreißprobe: Nach dem Tod ihrer Mutter kommt ein erschütterndes Familiengeheimnis ans Licht, ihre16-jährige Tochter Tove will Linköping den Rücken kehren, und ihr Ex scheint sich mit einer jungen Geliebten zu amüsieren. Mehr als einmal gerät die trockene Alkoholikerin in Versuchung, sich in der nächsten Bar um den Verstand zu saufen …

Brutal, blutig, beklemmend – in Linköping geht es ganz ähnlich zu wie in Mankells Ystaad. „Das Böse gibt es, es wächst und gedeiht dort, wo es Menschen gibt“, ist Malin Fors überzeugt. Und das Böse schlägt immer dort zu, wo man es am wenigen erwartet – eben mitten in einer schwedischen Bilderbuchlandschaft. Kallentoft breitet in „Frühlinsgtod“ eine einigermaßen monströse Story aus, die von Bodensatz bis zu den Spitzen der Gesellschaft reicht, vom obdachlosen Junkie bis zum geheimnisumwitterten Milliardär.

Die Suche nach dem Bombenattentäter ist spannend und in kühlen Sätzen erzählt. Aber interessanter noch als die kriminalistische Ermittlungsarbeit ist die Heldin selbst. Diese Malin Fors muss nämlich nicht nur mit bösen Mächten, sondern vor allem mit den Dämonen ihrer eigenen Geschichte kämpfen. Diese Frau steckt voller Widersprüche, Selbstzweifel und Sehnsucht. Jeder Schritt bei den Ermittlungen scheint sie näher an den endgültigen Zusammenbruch zu bringen. Aber sie fightet. Ihre Mittel: ein messerscharfer Verstand, Ungeduld und eine gehörige Portion Intuition. Vielleicht ist Malin Fors keine auf Anhieb sympathische Frau, aber sie hat auf jeden Fall einen ziemlich einnehmenden Charakter. Eine starke Heldin.

kallentoft fruehlingstodMons Kallentoft: FRÜHLINGSTOD, Taschenbuch, 640 Seiten, erschienen bei rororo, ISBN 978-3-499-25828-2, 9,99 Euro.

 

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