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MONUMENTS MEN – UNGEWÖHNLICHE HELDEN

MONUMENTS MEN – UNGEWÖHNLICHE HELDEN

mouments men damon bonneville cloonbeyGeorge Clooney als schmucker US-Offizier auf ehrenvoller Mission: Mitten im Zweiten Weltkrieg versucht eine Spezialeinheit, Kunstschätze vor den Nazis zu retten (Kinostart: 20. Februar). 

 

Die Geschichte, zumal die des Zweiten Weltkriegs, liefert immer wieder spannenden Stoff für die Kinoleinwand. Das dachte sich wohl auch George Clooney, der mit „Monuments Men“ als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller ein bislang wenig bekanntes Kriegs-Kapitel beleuchtet. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit: Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs jagte eine US-Einheit von Nazis geraubten Kunstschätzen quer durch Europa hinterher. Das klingt spannend – aber Clooneys Film bringt das Kunststück zustande, die aufregende Vorlage in einen seltsam verschnarchten Gaunerfilm zu verwandeln, in eine verdünnte Mischung aus „Ocean’s Eleven“ und „Das dreckige Dutzend“.

monuments men damon clooneyMitte 1943: Kriegsveteran und Kunsthistoriker Frank Stokes (George Clooney) stellt ein Team von Experten zusammen, das mitten im Schlachtgetümmel des Zweiten Weltkriegs Nazi-Raubkunst ausfindig machen und sichern soll. Denn mit dem Rückzug der Wehrmacht aus den besetzten Gebieten beginnen die Nazis, im großen Stil Bilder und Skulpturen von unschätzbarem Wert aus Kirchen, Museen und Privatsammlungen zu rauben und gen Deutschland zu schicken. Stokes hat eine bunte Truppe zusammengetrommelt: Dazu zählen unter anderem der Architekt Richard Campbell (Bill Murray), der Kurator James Granger (Matt Damon) und Walter Garfield (John Goodman). Alles gute Leute – auf ihrem Fachgebiet Kunst. Aber ihr Auftrag führt die Männer direkt hinein in umkämpfte Städte, und als Soldaten sind sie nicht gerade Genies. Verschärft wird die Lage durch Hitlers Wahnsinnsbefehl, die geraubten Schätze im Falle einer Niederlage zu vernichten.

Sentimentalität statt Tempo, Dialoge statt Action, Geplätscher statt Spannung – „Monuments Men“ enttäuscht auf fast ganzer Linie. George Clooney wollte es wahrscheinlich besonders gut machen und gibt sich alle Mühe, den wahren „Monuments Men“, von denen einige bei der Aktion ihr Leben lassen mussten, seine Ehre zu erweisen. Aus dieser Ehrfurchtshaltung kommt der Film nie heraus, auch wenn der eine oder andere Gag für eine Spur Leichtigkeit sorgt.

Dabei fängt alles ganz flott an: Der typische Alte-Kumpel-treffen-wieder-zusammen-Anfang ist gelungen und lässt auf einen kurzweiligen Abenteuerfilm hoffen. Aber die hehre Mission schreitet mühsam voran: „Monuments Men“ ergeht sich in Pathos und seine Figuren in kunstsinnigen Betrachtungen, die Dialoge sind gelegentlich erschreckend banal. Die Handlung, nun ja, schleppt sich dem absehbaren Ziel entgegen. Denn eine knackige Story hat das Drehbuch nicht zu bieten. Der Film wechselt immer wieder zwischen verschiedenen Episoden und Handlungsorten. Das sieht dann phasenweise eher nach einer Schnitzeljagd unter verschärften Bedingungen aus, es ist jedenfalls nicht der hochdramatische Kriegsfilm, der es wohl hätte sein können.

Esprit und Eleganz, die etwa den Kumpelfilm „Ocean’s Eleven“ auszeichnen, fehlen dem Film ebenso wie einprägsame Charaktere. Dafür hat Clooney eine Liebesgeschichte, unter Beteiligung von Cate Blanchett als Französin, im Drehbuch untergebracht. Eine Nebenhandlung, die aber letztlich ins Leere läuft.

monuments men blanchettCate Blanchett ist dennoch die Einzige, die aus dem Star-Ensemble heraussticht. Sie hat nur wenige Szenen, weiß sie aber als eigensinnige Sekretärin zu nutzen macht eine überraschende Wandlung durch. Die übrigen Stars spulen ihr Pensum souverän ab. Und George Clooney – sieht natürlich auch in Uniform und mit Schnauzbart gut aus.

Fazit: Ein steifes Heldenepos mit Starbesetzung, dem Action und Spannung fehlen und so das reizvolle Thema verschenkt.

monuments men posterKinostart: 20. Februar; Regie: George Clooney; FSK: ab 12; Länge: 118 Min.; Verleih: Fox Deutschland; Link: http://www.monumentsmen.com

 

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