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WINTER’S TALE

WINTER’S TALE

Winters TaleDas am 13. Februar in den Kinos startende romantische Drama „Winter’s Tale“, nach dem gleichnamigen Fantasy-Roman von Mark Helprin, erzählt – rechtzeitig zum Valentinstag – von der Macht der wahren Liebe und spielt in einem mythischen New York voller Wunder und schicksalhafter Begegnungen im ewigen Kampf von Gut und Böse.

 

Wenn in einem Fantasy-Märchen Engel auf geflügelten Pferden vor Luzifers Rache fliehen, so ist das zunächst einmal ein gewohntes Setting für dieses Genre. Wenn die Geschichte im New York des späten 19. Jahrhunderts beginnt, die reale und die magische Welt miteinander verschmelzen lässt und dann irgendwie im Jahr 2014 landet, denkt man unweigerlich an den einen oder anderen derzeit angesagten Jugendbuch-Bestseller. Daran ändert dann auch eine hoffnungslos romantische Liebesgeschichte nichts. Wenn aber aus der Macht dieser Liebe ein Jahrhunderte überdauernder Kampf zwischen Gut und Böse erwächst, könnte es nicht nur für hemmungslose Romantiker interessant werden. Allerdings sollten dann auch alle Schlüsselfiguren der Geschichte erhalten bleiben – sonst ist man am Ende hoffnungslos verloren. Und leider ergeht es den Zuschauern in „Winter’s Tale“ so, zumindest denjenigen, die die Romanvorlage von Mark Helprin nicht kennen.

Als Ende des 19. Jahrhunderts ein irisches Ehepaar mit ihrem Sohn in die USA einwandern will, werden sie abgewiesen und müssen notgedrungen die Rückreise per Schiff antreten. Noch im Hafen von New York entscheiden sie sich, ihr Baby im Miniaturmodellbau ihres Schiffes zu Wasser gelassen seinem Schicksal zu überlassen.

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Winters Tale3Jahre später ist aus dem im Waisenhaus aufgewachsenen Jungen der versierte Einbrecher Peter Lake (Colin Farrell) geworden, der es langsam leid ist, für seinen Mentor und brutalen Boss Pearly Soames (Russell Crowe) auf Beutezug zu gehen. Da der ihn aber nicht so einfach ziehen lässt, muss Peter fliehen. In dem Moment, als ihn Soames üble Handlanger in die Enge getrieben haben, taucht aus dem Nichts ein Schimmel vor ihm auf, mit dem Peter auf wundersame Weise die Flucht gelingt.

Nun will Peter eigentlich nichts lieber als die Stadt hinter sich lassen und ein neues Leben beginnen. Doch das Pferd hat anderes mit ihm im Sinn und führt ihn zu einem Haus, wo der Meisterdieb glaubt, seinen letzten Coup erledigen zu müssen, indem er den Safe des verlassenen Hauses ausraubt.

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Zwar ist die Familie des Zeitungsverlegers Isaac Penn (William Hurt) bereits in der Winterfrische vor den Toren der Stadt, musste aber Beverly (Jessica Brown Findley), die älteste Tochter des Hauses und an Schwindsucht erkrankt, zurücklassen. Sie erwischt nun also Peter auf seinem Diebeszug und sofort verlieben sich beide unsterblich ineinander. Eine seltsame Aura umgibt die Todkranke: Ihr nahendes Ende vor Augen scheint sie die Fähigkeit zu besitzen, in eine magische Welt parallel der realen blicken zu können.

Winters Tale1Und das kann auch Pearly Soames, der nicht ruht Peter zu finden. Mithilfe diabolischer Kräfte erkennt er im gebrochenen Morgenlicht eines Kristalls nicht nur den Aufenthaltsort seines einstigen Schützlings, sondern auch die Macht, die aus Peters Begegnung mit dieser rothaarigen Frau erwachsen kann…

„Winter’s Tale“ ist ein durch und durch romantisch verklärter Fantasy-Film, durchsetzt mit Sekunden von Gruselgrüßen aus der Hölle, bis zu dem Punkt, wo es kommt, wie es kommen muss: die Angebetete stirbt, der Held verzweifelt, das Böse siegt…scheinbar. Denn unvermittelt geht’s im Hier und Jetzt weiter: Der Held lebt, hundert Jahre später, um keinen Tag gealtert, etwas heruntergekommen – und er erinnert sich an nichts. Erst die Begegnung mit Abby (Ripley Sobo) und ihrer Mutter (Jennifer Connelly) baut die Brücke der Erinnerung an seine große Liebe wieder auf.

Winters Tale5Wer nun glaubt, die Botschaft des Films sei, dass die große, wahre Liebe die Zeit überdauert, und darauf wartet, dass auch Beverly wieder auftaucht, der hat das Buch nicht gelesen. Und wer den Fantasy-Roman von Mark Helprin kennt, der fasst sich an den Kopf und fragt, wie Regisseur Akiva Goldsman die verbindende und alles erklärende Figur des Brückenbauers Jackson Mead nur ganz wegstreichen konnte. Spätestens im zweiten Teil des Films ist der Zuschauer dermaßen verloren und versucht verzweifelt zu verstehen, warum er der Magie der faszinierenden Geschichte nicht mehr folgen kann (hier können nur noch Shakespeare-Kenner von „The Winter’s Tale“ punkten). Was gibt es Schlimmeres, als als bekennender Romantiker in einem romantischen Film zu sitzen und, statt ergriffen zu sein, verzweifelt den roten Faden zu suchen? Hatte Martin Scorsese recht, der das Buch für „unverfilmbar“ hielt?

Fazit: Colin Farrell („Kill the Boss„), Jessica Brown Findley („Downton Abbey“), Jennifer Connelly („Love Stories„) und Russell Crowe („Man of Steel„) machen das Allerbeste aus ihren Rollen – der magische Showdown verkommt zu einem kleinen Funken und die ganzen Anspielungen auf imaginäre Orte und Meilensteine setzende Figuren verstehen nur Kenner amerikanischer Architekturgeschichte und alter Folk-Songs. Hier gilt es wohl noch etwas zu erledigen.

Winters Tale_PlakatKinostart: 13. Februar 2014; Regie: Akiva Goldsman; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 118 Minuten; Verleih: Warner; Link: warnerbros.de/winterstale

 

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