Familienleben

Ehe – ein Auslaufmodell?

Ehe – ein Auslaufmodell?

pixabay divorce-156444_640Es lässt sich nicht leugnen: Die Institution Ehe ist in der Krise! Zu heiraten ist fast wie ein Roulette-Spiel – schwarz oder rot? Scheidung oder nicht! Im Schnitt wurde in den letzten Jahren jede dritte Ehe geschieden – in „Spitzenzeiten“ jede zweite. Sozusagen eine fifty-fifty Chance für die Ehe. Genau wie beim Roulette! Erschwerend kommt hinzu, dass bei 50% der Scheidungen Kinder betroffen sind. Sie sind die wahren Opfer!

Positiv ist, dass die Ehe von heute länger hält. Geschieden wird statistisch erst nach 14 Jahren und 2 Monaten. Noch vor 20 Jahren hielten es Ehepaare nur 11 Jahre und 6 Monate miteinander aus.

Scheidung – das muss doch einen Grund haben!

Heutzutage gilt für das Scheidungsverfahren nicht mehr das Schuldprinzip. Heute wird im Scheidungsverfahren festgestellt, ob die Ehe zerrüttet – heißt nicht mehr zu retten – ist.

Aber es muss doch Gründe geben, dass eine Ehe nicht mehr zu retten ist. Wenn man sich Scheidungsverfahren ansieht, dann sind es scheinbar immer die gleichen Faktoren, die zu einer Zerrüttung führen:

  • fehlende Kommunikation
  • sexueller Betrug
  • körperlicher Missbrauch
  • Streitthema Geld
  • unerfüllte sexuelle Phantasien/Bedürfnisse
  • Erziehungsfragen
  • Aufgabenteilung im Alltag
  • Menschen ändern sich (Ehepartner entwickeln sich in eine andere Richtung – man lebt sich auseinander)

Häufig unterliegt ein oder beide Ehepartner dem Irrglauben, dass sich mit einem neuen Partner an der Seite alles ändert und viel besser wird und verlässt die gemeinsame Beziehung.

Der Kampf ums Geld

Ist die Trennung beschlossene Sache, kommt häufig ein Thema auf den Tisch: Geld. Wenn Kinder involviert sind ist es häufig so, dass ein Elternteil seinen Job für die Kindererziehung aufgegeben oder doch stark einschränkt hat. Der Lebensstandard während der Ehe sollte aber gehalten werden. Deshalb gibt es Unterhalt und zwar in unterschiedlichen Formen:

  • Trennungsunterhalt – Die Voraussetzung für Trennungsunterhalt ist die endgültige Trennung der Ehepartner. Es darf sich nicht um eine vorübergehende Trennung handeln.
  • Nach ehelicher Unterhalt – Diese Art von Unterhalt ist eher die Ausnahme denn die Regel. Der Gesetzgeber sieht vor, dass generell jeder für seinen Unterhalt selber zu sorgen hat. Besteht eine Bedürftigkeit bei einem der Ehepartner, das heißt ist er nicht in der Lage seinen Unterhalt aus eigenen Mitteln zu bestreiten, kann unter bestimmten Voraussetzungen Unterhalt gewährt werden.
  • Betreuungsunterhalt – Der Elternteil, der nach der Ehe die Kinder betreut hat Anspruch auf Unterhalt. Bei der Entscheidung über Betreuungsunterhalt ist es unerheblich, ob die Eltern verheiratet waren oder nicht.
  • Kindesunterhalt – Das Eltern für die Kinder unterhaltspflichtig sind ist unumstritten. Das Kind erhält von beiden Elternteilen Unterhalt. In der Regel von einem Elternteil in Form von Naturalunterhalt (Unterkunft, Miete, Kleidung etc.) und vom anderen Elternteil in monetärer Form. Die Höhe es Unterhaltes bemisst sich nach der Düsseldorfer Tabelle.

Grundsätzlich ist noch anzumerken, dass sich die Höhe des Unterhaltes auch immer nach der Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen bemisst.

Kinder – die Opfer im Scheidungskrieg

Kinder sind die schwächsten Teilnehmer bei einer Scheidung und damit auch immer die Opfer.

Auch wenn die Ehe der Eltern nicht mehr funktioniert, so bleiben die Ehepartner doch immer noch Eltern und zwar auf Lebenszeit.

Beide Partner tragen die Verantwortung für die gemeinsamen Kinder und zwar ein Leben lang.

Diese Grundannahme führt dazu, dass heute das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder der Regelfall im Scheidungsverfahren ist.

Solange keiner der Ehepartner einen Antrag auf das alleinige Sorgerecht stellt oder das Gericht eine Gefährdung der Kinder durch einen Elternteil sieht, muss daran auch nichts geändert werden.

Erst wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist, wird geprüft, ob ein Elternteil das Sorgerecht allein ausübt.

Solange ein gemeinsames Sorgerecht besteht müssen die Eltern in allen Fragen, die die Kinder betreffen gemeinsam entscheiden. Dies gilt besonders für Entscheidungen in Dingen, die für das Kind von erheblicher Bedeutung sind, wie zum Beispiel auf welche Schule das Kind geht oder Einwilligung zu medizinischen Eingriffen.

Eine Scheidung ist für alle Beteiligten ein großer Einschnitt, kein Spaziergang. Deshalb ist es auch immer gut einen verlässlichen Partner an seiner Seite zu haben. Unter www.anwaltskanzlei-husemann.de kann man sich auf Fragen in Sachen Familienrecht, speziell auch zu scheidungsrelevanten Themen, kompetente Antworten holen, um zu wissen wo man letztendlich steht.

Bild: Pixabay.de

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