Familienleben

Väter 2014: Vollzeit-Ernährer und Windelexperte

Väter 2014: Vollzeit-Ernährer und Windelexperte

elternAch ja, die armen Väter! Was die heutzutage nicht alles leisten müssen: Geld verdienen, im Haushalt mit anpacken und sich um den Nachwuchs kümmern. Die Zeitschrift „Eltern“ stellte ihre Studie „Väter 2014 – zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ vor. Demnach ist der moderne Mann ein wahrer Verwandlungskünstler.

Die Ergebnisse der Studie offenbaren laut „Eltern“ einen großen Widerspruch im aktuellen Vater-Bild. Für die Studie wurden über 1000 Väter und Stiefväter in Deutschland befragt. Was zeichnet den Vater von heute aus, wie sieht er seine Rolle? Die Antworten sind wenig überraschend: Die Herren schwanken zwischen einem eher traditionellem Rollenbild und dem mittlerweile schon zum Klischee geronnenen Image des perfekten Vaters, der alles kann – schön viel Geld verdienen als harter Kerl und zugleich ausgiebig kuscheln als liebevoller Erzeuger.

Auf die Frage: Was macht einen guten Vater aus? antworten 81 Prozent treu und brav: „Er verbringt so viel Zeit wie möglich mit den Kindern.“ Aber gleichzeitig kreuzen 61 Prozent an: „Er sorgt mit seinem Einkommen dafür, dass es der Familie gut geht.“ Das klappt natürlich nur, wenn er Vollzeit beschäftigt ist, also auf Kosten der Familienzeit.

Zwar hätten 43 Prozent der berufstätigen Väter gern mehr Zeit für die Familie, gleichzeitig ist die Mehrheit von ihnen aber nicht bereit, in Teilzeit zu arbeiten. 89 Prozent der Väter sind in Vollzeit tätig und zwei Drittel der abhängig beschäftigten wollen das auch so. Nur vier Prozent der Befragten arbeiten in Teilzeit und nur ein Drittel würde gern in Teilzeit arbeiten. Moderne Männer neigten bei der Arbeitszeit nicht zum Experimentieren, befindet die Studie. Und die Männer tun wahrscheinlich gut daran, es nicht zu tun. Denn allzu schnell ist der Job futsch, sind die Aufstiegsmöglichkeiten verbaut wenn Vati erst mal eine lange Jobpause einlegt oder nur noch halbtags arbeitet. Was bei de meisten Arbeitgebern ohnehin auf Widerstand stößt.

Immerhin gönnen sich immer mehr Väter Elternzeit. Bei den Vätern mit Kindern bis sechs Jahren sind das sogar 38 Prozent, doch die große Mehrheit (80 Prozent) nimmt nur bis zu zwei Monate Zeit zu Hause, lediglich 11 Prozent kümmern sich länger als sechs Monate um das Kind. Der Grund ist die Angst vor beruflichen Nachteilen: 41 Prozent der abhängig beschäftigten Väter vermuten, dass die Elternzeit sich sehr oder eher negativ auf die Karriere auswirken könnte.

Aber ihre Angst offenbart auch die zu große Erwartung an die Männer von heute: Noch die Väter-Generation vor ihnen nahm sich höchstens ein paar Tage Urlaub nach der Geburt, um zu Hause bei Frau und Kind zu bleiben. Wenn jetzt mehr als ein Drittel der jungen Väter mehrere Monate ihren Job an den Nagel hängen, um sich der Brutpflege statt dem Büroalltag zu widmen, kann man das getrost einen Quantensprung nennen.

Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut – bis wir also eine Republik aus Vätern und Müttern sind, die geschlechtsunabhängig ihre Zeit auf Familie und Beruf verteilen und dabei auch noch zusammen glücklich sind, kann’s noch eine Weile und viele Familienministerinnen dauern. Dass arbeiten allein nicht glücklich macht, dämmert doch längst auch jedem Kerl. Es gibt noch mehr im Leben als den Job. 71 Prozent der Männer gaben an, sie hätten sich von Anfang an um die Babypflege gekümmert, 58 Prozent, sie seien nachts bei Babygeschrei aus den Federn gekommen und neun von zehn Männern beteiligen sich an der Hausarbeit. Das sind doch Traumwerte im Vergleich zu ihren direkten männlichen Vorfahren.

Also, liebe Mütter, Schwangere und die es vielleicht werden wollen: Macht es eurem Partner nicht noch schwerer, indem ihr ihn mit zu großen Erwartungen an seine Rolle als Vater nervt. Einfach mal kurz zurückdenken: Wie war das damals eigentlich? Hat sich mein Vater eine lange berufliche Auszeit genommen und mir neue Windeln verpasst oder mich in den Kindergarten gebracht? Moderne Männer sind besser als ihr Ruf, aber genauso wenig perfekt wie die Frau von heute.

Foto: guj.de

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