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BUDDY

BUDDY

In seinem sechsten Kinofilm „Buddy“ wagt sich der sonst auf Parodien abonnierte Michael Bully Herbig („Der Schuh des Manitu“, „Raumschiff Surprise“ und „Sissy und der wilde Kaiser“) an ein neues Genre heran: die fantastische und romantische Komödie. Herausgekommen ist ein temporeiches Lustspiel mit Hirn, Herz, Humor und flotten Sprüchen – großes Unterhaltungskino und ein Riesenspaß für die ganze Familie (Kinostart 25. Dezember). 

 

Dabei ist die Geschichte, die Bully erzählt, nicht gerade neu. Reicher seelen- und gedankenloser Tunichtgut verschleudert Geld und Zeit mit hohlen Highsociety Partys, den dazugehörigen Ludern, falschen Freunden, Alkohol und Drogen, bis ihn eine höhere Macht und das Schicksal zur Besinnung bringen und eines Besseren belehren. Wie allerdings Michael Bully Herbig, der hier für Produktion, Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnet, die Wandlung vom Saulus zum Paulus erzählt, ist im hohen Maße originell und sprüht geradezu vor Einfallsreichtum – ist in jeder Sekunde sehenswert und auf höchstem Niveau filmisch umgesetzt.
Die Hauptrolle hat er mit dem wahr gewordenen Schwiegermuttertraum, der deutschen Antwort auf den jungen Matthew McConaughey, Alexander Fehling („Goethe“) perfekt besetzt. Der spielt den verantwortungslosen Partyhengst Eddie mit einer freundlichen Nonchalance, bis ihm – und nur ihm – sein Schutzengel Buddy (Michael Bully Herbig) erscheint. Der himmlische Quälgeist leistet Eddie von Stund an Gesellschaft und fordert von ihm Gehör, bleibt aber für alle anderen unsichtbar. Das war schon bei „Mein Freund Harvey“ komisch und hätte James Stewart damals – und Eddie heute – fast in die Klapsmühle gebracht.

 

 

Eddie will indes von seinem Schutzengel nichts wissen, verschließt und entzieht sich ihm – ohne Erfolg. Buddy ist zwar ein Anfänger unter den Schutzengel, aber ein ganz penetranter. Dass Bully hier alle Register zieht und ein paar wunderbare Musicaleinlagen von Soulklassikern bis Karel Gott im passenden Outfit inklusive Performance hinlegt, um seinen Schützling weich zu kochen, ist einer der vielen, herrlich ausgelassenen Späße des Films.
Parallel zu Eddies Party- und Geschäftswelt – seiner Getränkefirma Sprudel Factory GmbH, die ihm das faule Treiben ermöglicht – entwickelt sich ein zweiter Erzählstrang: der Seniorenheimkosmos der schönen Altenpflegerin Lisa (Mina Tander) und deren Filmverrückter Kollege Hütte (Daniel Zillmann). Lisa zieht alleine ihren zehnjährigen Sohn Sammy groß, der seinen abwesenden Vater sehr zu vermissen scheint. Lisa und Eddi treffen aufeinander, als Eddie zur Markteinführung eines Ü60 Energy Drinks Lisas Arbeitsplatz besucht. Lisa ist das genaue Gegenteil von Eddies Beuteschema und beide sind gehörig voneinander abgestoßen. Bei einem atemberaubenden Autounfall, der eine spektakulär inszenierte, actionreiche Verfolgungsjagd beendet, treffen beide erneut aufeinander. Das markiert den turbulenten Beginn von Eddies und Lisas Geschichte, deren hinreißendes Happy End, zwar absehbar ist, aber noch in weiter Ferne liegt.
Kinofans sind bessere Menschen, erzählt Bully in „Buddy“ am Rande und spickt zur Freude aller Filmfreunde seine Komödie mit unzähligen Filmzitaten. Eines der schönsten ist Eddies mitreißender Regentanz durch die Pfützen vor Lisas Wohnungstür nach einem gelungenen Rendezvous, zu den Klängen von „Singing in the Rain“. Vor der Szene würde selbst Gene Kelly tief den Hut ziehen – zumal Alexander Fehling hier vollständig Bullys Regieanweisungen ausgeliefert war (ja, kaum vorstellbar, aber es gibt auch Menschen, die den Film „Ein Amerikaner in Paris“ nicht kennen).

Den Hut darf man getrost auch vor Michael Bully Herbig lüpfen, der mit „Buddy“ einen runden, rundum gelungen, romantischen Komödienspaß abliefert, der sich hinter einer aufwendigen Hollywoodproduktion nicht zu verstecken braucht. Action, Komik und Gefühl sind rasant getaktet und erobern den Zuschauer im Sturm. Garantiert ganz anders als die Pro 7 Sitcom „Bully macht Buddy“ – aber das ist wieder eine andere, total verkannte Geschichte!
Ganz ehrlich: Wer „Buddy“ nicht guckt, hat selber Schuld.

Buddy_PlakatKinostart: 25. Dezember 2013; Regie: Michael Bully Herbig; FSK: ab 6 Jahren; Länge: 95 Minuten; Verleih: Warner; Link: Buddy-Film.de

 

 

 

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