Familienleben

Weihnachts-Special: Das liebe Weihnachtsgeld

Weihnachts-Special: Das liebe Weihnachtsgeld

Das Weihnachtsgeld ist da! Zumindest bei etwa 54 Prozent der Angestellten in Deutschland. Das hört sich erst mal nicht schlecht an. Doch wie verteilt sich das 13. Gehalt auf die verschiedenen Gehaltsklassen? 

 

Schon seit dem 19. Jahrhundert gibt es in Deutschland für Arbeitnehmer das Weihnachtsgeld oder zumindest den Weihnachtsbonus in Sachform. In späteren Jahrzehnten wurde die Extraleistung zum lieb gewonnenen Brauch. Sei es, um Geschenke zu kaufen, oder um sich mal wieder neue Kleidung leisten zu können.

Heute bekommen mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer in Deutschland Weihnachtsgeld. 54 Prozent der Erwerbstätigen dürfen sich über den Bonus zur Weihnachtszeit – meist Ende November ausgezahlt – freuen. Unter den Beschäftigten mit Tarifvertrag bekommen 71 Prozent eine Sonderzahlung, ohne tarifliche Entlohnung sind es nur 41 Prozent der Arbeitnehmer, die in den Genuss einer gesonderten Vergütung zum Jahresende kommen.

Allerdings sind die Sonderzahlungen nicht für jeden gleich hoch. Logisch – wenn sich das Einkommen zweier Arbeitnehmer unterscheidet, liegt auch das Weihnachtsgeld nicht auf dem selben Niveau. Doch auch relativ gesehen gibt es Differenzen. Weihnachtsgeld heißt nämlich in den seltensten Fällen, dass es sich um ein volles 13. Gehalt handelt. Der Anteil am Monatseinkommen kann beispielsweise auch „nur“ 50 Prozent betragen. Laut einer Umfrage von lohnspiegel.de bekommen Angestellte im Bankgewerbe 95 bis 100 Prozent ihres Monatseinkommens als Weihnachtsgeld. Die Skala reicht aber hinunter bis 50 Prozent, etwa in der Metallindustrie in den neuen Bundesländern.

Die Lohnspiegel-Daten legen nahe, dass gerade jene, die ohnehin besser verdienen, tendenziell mehr Weihnachtsgeld erhalten, anteilig wie absolut. Das öffnet die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter – verschärft möglicherweise eine soziale Schieflage. Aber die Sache mit dem Weihnachtsgeld hat noch einen weiteren Haken. Die besonders aggressive Werbung zur Weihnachtszeit suggeriert, dass nur die teuersten und größten Geschenke die Lieben daheim glücklich machen. Das setzt wohl nicht wenige Konsumenten unter Druck – vor allem die, die es nicht so dicke auf dem Konto haben. Ganz nach dem Motto: „Willst du ein frohes Fest, dann musst du viel Geld ausgeben!“

Für viele Arbeitnehmer ist der Weihnachtsbonus sicher auch ein Mittel, finanzielle Engpässe auszugleichen, also endlich den Dispo wieder auf Null zu stellen. Geschenke? Wären schön, aber beim Weihnachtsshopping können vor allem die aus dem Vollen schöpfen, die neben einem sicheren und höheren Einkommen auch noch ein sattes Weihnachtsgeld obendrauf bekommen.

Fakt ist, dass es innerhalb Deutschlands den vergleichsweise Ärmeren immer schlechter und den relativ Reichen immer besser geht. Dass sich auch das Weihnachtsgeld in seiner Höhe danach richtet, wie viel Arbeitnehmer verdienen, oder ob es überbaut ausgezahlt wird, trägt nicht gerade zur Bekämpfung des Problems bei.

Sinn und Zweck des Weihnachtsgeldes will niemand infrage stellen. Den Umgang damit aber schon. Gerade jene, die zur Weihnachtszeit beruflich nicht mehr aus dem Stress herauskommen, etwa die Beschäftigten des Einzelhandels, gehören zur Gruppe der Arbeitnehmer mit niedrigerem 13. Gehalt. Aus Arbeitgebersicht ist aber das Weihnachtsgeld eigentlich auch ein Mittel zur Motivation der eigenen Angestellten.

Nicht nur Arbeitnehmer sollten am Weihnachtsgeld interessiert sein. Auch Arbeitgeber haben eben in bestimmten Fällen ein wirtschaftlich begründetes Interesse an der Ausschüttung eines Weihnachtsgeldes. Die Gleichung „Je höher die außerordentliche Vergütung, desto höher der Einsatz in der umsatzstärksten Zeit des Jahres“ geht sicher nie zu 100 Prozent auf, könnte aber langfristig ertragreicher sein als Lohnsparmodelle mit befristeten und dürftig honorierten Arbeitsverträgen.

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